HANDBALL

Schalke darf das Schlusslicht nicht unterschätzen

Gegen den Soester TV zeigten Philipp Gemsa und die anderen Handballer des FC Schalke 04 keine gute Leistung. Die Niederlage wollen sie am Freitagabend bei der TSG Harsewinkel wieder wettmachen.

Gegen den Soester TV zeigten Philipp Gemsa und die anderen Handballer des FC Schalke 04 keine gute Leistung. Die Niederlage wollen sie am Freitagabend bei der TSG Harsewinkel wieder wettmachen.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Schalke.   Die TSG Harsewinkel hat die vergangenen beiden Partien in der Oberliga gewonnen und ist nur vier Punkte vom Tabellenelften FC Schalke 04 entfernt

Flutlicht braucht es in der Sporthalle Harsewinkel nicht. Knistern wird es dort am heutigen Freitagabend trotzdem. Denn in der Handball-Oberliga kommt es um 20 Uhr zu einem Duell, das für beide Teams immense Bedeutung besitzt. Sowohl die TSG Harsewinkel, als auch der FC Schalke 04 wollen im Kampf gegen den Abstieg den direkten Konkurrenten unbedingt bezwingen.

Wer den Schalkern unter der Woche beim Training zugehört hat, wird ihnen gute Chancen für das Spiel zuschreiben. Die Reaktion auf die 23:27-Niederlage gegen den Soester TV, „eines von drei bis vier schlechten Spielen in dieser Saison“, wie Trainer Sebastian Hosenfelder sagte, war vorbildlich. „Wir haben ordentlich Gas gegeben“, so Hosenfelder.

Wer die Schalker bei diesem Training aber auch gesehen hat, wird die Chancen gleich wieder um ein paar Prozentpunkte gesenkt haben. Denn wirklich Gas gaben nur wenige Spieler, der Rest fiel aufgrund diverser Verletzungen aus. „Wir haben momentan einen großen Aderlass, vollzählig trainieren könnten wir nicht“, sagt Schalkes Trainer. Sicher ausfallen werden zwar nur die beiden Langzeitverletzten Mathias Bober und Fabian Hentschel sowie Torwart Fabian Sinkovec, der zumindest wieder im Training ist. Dafür steht hinter dem Einsatz einer beinahe kompletten Mannschaft ein Fragezeichen. Bei Jan Grzesinski hat sich der Verdacht auf einen Riss in der Achillesferse nicht bestätigt, er hat genau so wie Nico Helfrich und Frederic Hentschel Ende der Woche wieder mit dem Training begonnen. Noch knapper wird es bei Thorben Kirsch, der erst vor dem Spiel entscheiden wird, ob ihm seine Knieprobleme einen Strich durch die Rechnung machen. „Das reicht auch“, kommentiert Hosenfelder die Liste der Ausfälle bitter lachend.

Die Vorfreude der Schalker auf diesen Abstiegskrimi schmälert das aber nicht. Obwohl Harsewinkel lange abgeschlagen an letzter Stelle stand, haben die Zuschauer der TSG die Treue gehalten. So werden auch am heutigen Abend wieder eine mittlere dreistellige Zahl an Zuschauern das Heimteam nach vorne peitschen. Und das mittlerweile auch wieder mit engem Kontakt zu den Nichtabstiegsplätzen. Gegen Hemer und in Ferndorf holte Harsewinkel innerhalb von sechs Tagen vier Punkte, ist damit dicht dran an den Plätzen, die den Oberligaverbleib sichern - und somit auch näher dran an Schalke.

Kein Vergleich zum Hinspiel, als Königsblau nach vier Niederlagen zum Oberligaauftakt die TSG mit 39:18 von der Platte fegte und den ersten Sieg feierte. „Das war sehr erlösend. Da ist der Glaube an uns ein Stück weit zurückgekehrt. Danach ging es ja auch bergauf“, so Hosenfelder. Aber: „Das hat für morgen nichts zu sagen.“ Vor allem im Rückraum erwarte seine Mannschaft einen völlig anderen Gegner als im Hinspiel.

Harsewinkel mit Rückraum-Power

Die TSG hat mittlerweile Nikola Krspogacin verpflichtet, der voll eingeschlagen ist. „Er bringt zusätzliche Power in den Rückraum, und schafft so auch Platz für die anderen Spieler“, weiß Hosenfelder. Diese beiden anderen Spieler teilen sich den Namen Bröskamp, die Brüder Sven und Florian werden das Tor von Schalkes Keeper Fabian Zindel unter Beschuss nehmen. „Sie haben da einfach eine junge Truppe, die Zeit brauchte, um in der Oberliga anzukommen, jetzt aber da ist und voll an sich glaubt“, so Hosenfelder. „Sie spielen vom Bauchgefühl her auch nicht wie ein Tabellenletzter. Wenn Sie so weitermachen, können sie den Klassenerhalt schaffen.“

Eine junge Mannschaft, die den Klassenerhalt schaffen kann, wenn sie so weitermacht, hat auch Schalke. „Gerade gegen junge Mannschaften muss man körperliche Härte reinbringen. Wir sind zwar auch jung, aber ich hoffe, dass wir da cleverer sind“, sagt Hosenfelder. Ein Sieg in Harsewinkel wäre da ein großer Schritt in die richtige Richtung. Sechs Punkte würde der Vorsprung dann betragen. „Aber das wird garantiert nicht so Eindeutig wie im Hinspiel. Wenn wir ganz knapp mit einem Tor Vorsprung gewinnen würden, wäre ich schon sehr glücklich“, sagt der Schalker Trainer. Die Grundlage dafür hat sein Team im Training unter der Woche geschaffen. Auch wenn es da relativ leer war.

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