Schalke-Aufsichtsrat

Schalke-Kandidaten sind klar gegen Einstieg eines Investors

Sie diskutierten bei Schalke-TV: Peter Lange, Ingolf Müller, Moderator Matthias Killing, Matthias Rüter und Clemens Tönnies (von links).

Sie diskutierten bei Schalke-TV: Peter Lange, Ingolf Müller, Moderator Matthias Killing, Matthias Rüter und Clemens Tönnies (von links).

Foto: Foto: FC Schalke04./ Karsten Rabas

Gelsenkirchen.  Die vier Kandidaten für den Schalker Aufsichtsrat sprechen sich bei Schalke-TV einmütig gegen den Einstieg von Investoren aus.

Clemens Tönnies sagt’s so, wie man im Ruhrgebiet spricht: „Für mich ist das Firlefanz.“ Es geht um den Einstieg von Investoren auf Schalke – ein Thema, das sich für den mächtigen Aufsichtsrats-Chef jetzt und in Zukunft nicht stellt: „Wenn wir Geld brauchen, gehen wir zur Bank.“ Punkt.

Tönnies steht damit auf einer Linie mit den anderen drei Kandidaten, die sich bei der Schalker Mitgliederversammlung am 30. Juni für einen Platz im Aufsichtsrat bewerben: Alle sprachen sich bei der Diskussionsrunde MitGeredet auf Schalke-TV dafür aus, dass der FC Schalke 04 auch in Zukunft ein eingetragener Verein bleiben soll. „Der eingetragene Verein ist für mich alternativlos“, stellt Ingolf Müller (56) klar. Auch Matthias Rüter (42) hebt die Schalker Werte beim eingetragenen Verein hervor, diese typische S04-DNA sei „identitätsstiftend“. Und Peter Lange (63) erklärt sich ebenfalls zum Verfechter des eingetragenen Vereins: „Das bin ich, und das bleibe ich. Ich freue mich, wenn wir irgendwann der letzte eingetragene Verein in der Bundesliga sind.“

Fremd-Finanzierung von Spielern möglich?

Für Lange, der seit 18 Jahren im Schalke Aufsichtsrat sitzt, ist es ein klarer Vorteil, dass Schalke mit seinem Status als e.V. im Besitz aller Markenrechte ist. Größere Projekte wie den Umbau des Vereinsgeländes am Berger Feld lässt Schalke durch Banken fremdfinanzieren - dies ist der Weg, den S04 geht. Lange lässt lediglich ein Gedankenspiel zu: „Ich kann mir vorstellen, dass seriöse Investoren sich an der Finanzierung von Spielern beteiligen.“

Einmal 300 Millionen Euro erlösen - und dann?

Der Verkauf von Vereins-Anteilen an einen Investor kommt für alle nicht in Frage. Ingolf Müller macht ein Rechenbeispiel auf und glaubt, dass Schalke auf einem solchen Weg vielleicht 300 Millionen Euro erlösen könnte. „Was würde mit diesen 300 Millionen passieren?“, fragt Müller und gibt sich selbst die Antwort: „Das Geld ist einmal da und dann weg.“ Dann nämlich, wenn man es auf dem Transfermarkt in vermeintlich neue Stars investieren würde – die Schalker Aufsichtsrats-Kandidaten erteilen diesem Weg eine klare Absage. „Ich sehe die Notwendigkeit nicht“, sagt Rüter zum Thema Investor.

Tönnies: „Ich passe auf die Penunsen auf“

Auch Clemens Tönnies kann sich nicht vorstellen, dass Schalke mal so locker mit dem Geld umgeht, wie das andere Vereine tun: „Dann holen wir mal einen für 200 Millionen Euro? Wo bleibt das Geld? Ich bin ein Mann der Wirtschaft, ich passe auf die Penunsen auf.“ Für ihn sei es „das Wichtigste, dass wir pünktlich unsere Rechnungen bezahlen und uns weiterentwickeln.“

Sportlich ist das nicht gelungen, wirtschaftlich reicht dazu der Blick übers Vereinsgelände, wo gebaut und gebaut wird – auch der Plan des riesigen, 200 Meter breiten Portalgebäudes für alles, was in Schalke steckt, wird umgesetzt. „Dann“, sagt Tönnies mit Blick auf Arena, Trainingsgelände und Portalgebäude, „haben wir eine halbe Milliarde in Steine gebaut.“ Und das ohne Investor, sondern mit Anleihen und Krediten. „CT“ nicht ohne Stolz: „Wir sind eine gute Adresse für Anleihen.“ Und eine schlechte für einen fremden Investor...

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