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Schalkes Schubert will ein „mutiger“ Torwart sein

So große Hände: Aber Schalkes neuer Torwart Markus Schubert ist ein ganz anderer Torwart-Typ als Ralf Fährmann.

So große Hände: Aber Schalkes neuer Torwart Markus Schubert ist ein ganz anderer Torwart-Typ als Ralf Fährmann.

Foto: firo Sportphoto/ Jürgen Fromme / firo Sportphoto

Gelsenkirchen.  Schalkes neuer Torwart Markus Schubert erklärt, welchen Spielstil er bevorzugt. Der gute Umgang mit dem Ball am Fuß gehört dazu.

Der erste Eindruck: Er ist kein Kraftprotz wie Ralf Fährmann (1,96 m/ 93 kg), auch nicht ganz so groß und drahtig wie Alexander Nübel (1,93 m/ 86 kg) oder sogar Manuel Neuer (1,93 m/ 92 kg), und doch bringt Markus Schubert die Herkunft für eine Karriere im Fußball-Tor mit. Grinsend erzählt der junge Mann, der von Dynamo Dresden nach Schalke gewechselt ist, um hier im Bundesliga-Tor Karriere zu machen: „Mein Vater war Torhüter, mein älterer Bruder hat im Tor gespielt, meine Tante war auch Fußball-Torhüterin und meine Mutter war Handball-Torhüterin.“ Nach dem Berufswunsch musste man Markus Schubert schon in jungen Jahren nicht groß fragen.

Profi-Debüt mit 17 Jahren

Mit 17 Jahren stand der heute 21-Jährige schon das erste Mal für Dynamo Dresden in einem Profi-Spiel im Tor, inzwischen kommt er schon auf mehr als 40 Spiele als Profi-Fußballer, was Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider „beeindruckend“ findet. In der vergangenen Saison war er die Nummer eins beim Zweitligisten Dynamo Dresden und in diesem Sommer der Jüngste im Torwart-Trio der U21-Nationalmannschaft. Und doch weiß man noch nicht genau, was für ein Torwart-Typ dieser Markus Schubert ist, der mit seinen 1,86 Metern Körpergröße zehn Zentimeter kleiner ist als zum Beispiel Ralf Fährmann und mit seinen 82 Kilogramm auch elf Kilo leichter. Die Antwort gibt: Markus Schubert selbst.

„Keine Angst vor Fehlern“

„Ich bin ein mutiger Torwart, der keine Angst hat vor Fehlern, der auch mal einen riskanten Ball spielt und der oft bei Flanken rausgeht.“ Hört sich nach einem ziemlich modernen Torwartspiel an. „Bälle halten gehört natürlich auch dazu“, ergänzt Markus Schubert lächelnd und sagt: „Aber ich bin 21, ich bin kein Welt-Torhüter. Ich will weiter vorankommen.“ Dafür ist er nach Schalke gekommen.

Glaubt man, was erzählt wird, hatte er zum Ende der vergangenen Saison, als er seinen Vertrag in Dresden um des Fortkommens Willen auslaufen ließ, die freie Auswahl: Beim FC Arsenal hätte er in der englischen Premier League die Nummer zwei hinter Bernd Leno werden können, auch in Deutschland hatten zahlreiche Vereine Interesse an ihm. Die Wahl fiel auf Schalke, „weil ich gemerkt habe, dass man hier wirklich mit mir arbeiten will und sich mir eine Perspektive bietet, hier irgendwann im Tor zu stehen.“

Bei den Torhütern hat Schalke einen guten Ruf

Bei der Torhüter-Ausbildung hat Schalke noch einen guten Ruf: Erst Neuer, dann Fährmann, nun Nübel. Und in Zukunft Schubert? „Mein Ziel ist es, irgendwann hier im Tor zu stehen. Wann das sein wird, liegt auch an mir und daran, wie ich mich weiter entwickele.“

Vorgesehen ist er zunächst als Nummer zwei hinter Alexander Nübel, die Stelle ist durch den Wechsel von Ralf Fährmann zu Norwich City frei. Wäre Fährmann auf Schalke geblieben, hätte man Schubert wahrscheinlich an einen anderen Klub ausgeliehen, damit der 21-Jährige dort reifen kann. Auch mit diesem Modell hätte das Talent leben können, er hatte „einfach Bock“ auf eine Ausbildung bei Schalke: „Man hat viele Konstellationen besprochen, ich wäre mit jeder zufrieden gewesen.“ Schalke-Vorstand Schneider war es vor allem wichtig, sich Schubert zu sichern, „wenn so ein großes Torwart-Talent auf dem Markt ist“.

Einen speziellen Torwart, an dessen Spiel er sich orientiert, hat Markus Schubert nicht: „Von den deutschen Torhütern schaue ich mir alle an, die mutig im Spielaufbau oder in der Raumverteidigung sind“, sagt er und nennt dann die Namen Neuer und ter Stegen. Daraus kann man schließen, dass er sich zu den Torwart-Typen zählt, die auch mit dem Ball am Fuß ganz gut umgehen können: „Das gehört heute dazu“, bestätigt Markus Schubert, als Torhüter sei man im modernen Fußball so etwas „wie der elfte Feldspieler“.

Sein starker Fuß dabei? Eher der rechte, aber eigentlich ist ihm das egal: „Wenn der Ball auf links kommt, versuche ich, den auch mit links zu spielen.“

Er will ein mutiger Torwart sein, und ein moderner noch dazu.

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