Fußball Kreisliga A2

Siska sieht noch keinen Alleingang von Hessler 06

„Nicht wie geschnitten Brot durch die Kreisliga A“: Trainer Holger Siska.

„Nicht wie geschnitten Brot durch die Kreisliga A“: Trainer Holger Siska.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Hessler.  Hessler 06 ist der Top-Favorit der Kreisliga A2. Doch welchen Stellenwert hat ein 16:0 gegen Union Neustadt? Seit 2003 gewann keiner so deutlich.

Trainer Holger Siska sagt gleich vorneweg: „Bitte die Sache nicht größer machen, als sie ist, sonst drehen die Jungs noch mehr durch“. Es geht um den 16:0-Sieg vom Hessler 06 gegen Union Neustadt in der Fußball-Kreisliga A2. Top-Favorit Hessler hatte damit gleich am zweiten Spieltag eine Duftmarke gesetzt und vermeintlich einen Rekordsieg errungen: Denn seit 2003, seit die Ergebnisse im vom Deutschen Fußballbund angebotenen Internetportal fussball.de online gespeichert werden, hatte keine andere Mannschaft derart klar ein Spiel in der Kreisliga A für sich entscheiden können.

Eine zuverlässige Aussage für die Jahre davor ist nicht möglich. Allerdings weiß der ein oder andere ältere Hessleraner noch, dass die Null-Sechser in der Saison 1997/98 gegen Arminia Ückendorf einmal sogar mit 17:0 gewannen. Und ausgerechnet in Ückendorf treten die Hessleraner nun übrigens am kommenden Sonntag an...

Bisheriger Rekordhalter im Zeitraum 2003 bis heute war die SpVgg Erle 19, die sich am 30. Spieltag der Saison 2011/12 gegen Hansa Scholven mit einem 15:0 „begnügte“

Die Frage aber bleibt, ob der 16:0-Sieg der Hessleraner gegen Union Neustadt ein Zeichen für die Ausnahmestellung des Top-Favoriten in der Kreisliga A2 war? Holger Siska kann vor solchen Gedanken nur warnen: „Dieses 16:0 wird die absolute Ausnahme in dieser Saison bleiben“, sagt der Trainer.

Gegner nicht immer so geschwächt

Zwar hatten die Null-Sechser ihren Kader im Sommer mit einigen Spielern aus höherklassigen Ligen verstärkt und werden als erster Favorit auf den Titelgewinn gesehen, aber Siska versichert: „Auch wir können nicht wie geschnitten Brot durch die Kreisliga A marschieren.“ Schon der mühsame 4:2-Sieg bei Preußen Sutum zum Saisonauftakt hatte gezeigt, dass die Blau-Weißen auf dem Weg zum anvisierten Aufstieg mit viel Widerstand zu rechnen haben.

Den gab es beim Rekordsieg, den Pierre-Maurice Lehnebach (9., 10., 30., 32., 45., 83.), Michael Krakala (43., 51., 72., 79., 80.), Patrick Platzek (36., 47.), Orhan Demirsay (3.) und Pascal Czenczek (82.) sowie Okan Bingöl per Eigentor (75.) besorgten, nicht unbedingt. Siska lobte daher auch eher die Mentalität des Teams: „Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen, dass sie weiter drangeblieben ist und effektiv gespielt hat. Wenn man zur Halbzeit mit 8:0 führt, schaltet man ja oft ein, zwei Gänge zurück. Das war gar nicht der Fall.“

Die Forderung nach nur einer Staffel

Dass die Neustädter derart wenig entgegensetzen konnten, hatte Gründe: Sie waren nur mit zwölf Mann angereist und standen in den Schlussminuten nur noch mit acht Mann auf dem Platz. „Bei uns haben elf Leute verletzungs- oder urlaubsbedingt gefehlt. Wir wollten aber aus sportlichen Gründen unbedingt antreten und haben das Team daher mit Leuten aus der zweiten Mannschaft aufgefüllt. Da unser Torwart verletzt ist, mussten wir jemanden nehmen, der noch nie im Tor gestanden hatte. Dann kommt ein solches Ergebnis zustande“, erklärte der erste Vorsitzende Wolfgang Jeske, der den urlaubsbedingt fehlenden Trainer Frank Freudenstein vertrat.

Siska hatte großen Respekt vor den wacker kämpfenden Gästen aus Neustadt: „Der Gegner war sehr fair. Union hat sich trotz des klaren Ergebnisses sehr gut verhalten“.

Unabhängig davon kann der Hessleraner Trainer die Stimmen verstehen, die eine Reduzierung auf nur noch eine Kreisliga-A-Staffel fordern. „Ich würde das befürworten, weil der Meister dann endlich direkt aufsteigen könnte“, sagt Siska und erklärt: „Die Leistungsdichte wäre natürlich auch höher, was zudem die Attraktivität steigert. Ein Nachteil wäre, dass dann vielleicht das ein oder andere Straßenderby wegfällt. Insgesamt macht eine Kreisliga A aber schon Sinn.“

Denn am vergangenen Spieltag hatte nicht nur Hessler 16:0 das hohe Leistungsgefälle unterstrichen: Es gab noch zwei weitere zweistellige Siege in den beiden Kreisliga-A-Staffeln durch Eintracht Erle (10:0 bei YEG Hassel II) und SpVgg Erle 19 (13:0 gegen BV Rentfort II).

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben