Fußball-Westfalenliga

Tief, tiefer, YEG Hassel – 0:3-Pleite im Kellerduell

Kapitän Seyit Ersoy (links) kehrte nach seiner Verletzung in die Hasseler Startelf zurück

Kapitän Seyit Ersoy (links) kehrte nach seiner Verletzung in die Hasseler Startelf zurück

Foto: Joachim Kleine-Büning

Wenden.  YEG Hassel enttäuscht auch im Westfalenliga-Kellerduell beim FSV Gerlingen. „Das war ein neuer Tiefpunkt“, sagt Savas Turhal nach dem 0:3.

Savas Turhal hatte sich genau überlegt, was er seinen Westfalenliga-Fußballern von YEG Hassel am Sonntag vor dem Gastspiel beim FSV Gerlingen erzählen wollte. „Ich habe eine ganz normale Ansprache gehalten, um den Jungs möglichst wenig Druck zu machen“, erzählte er hinterher. Angesichts der Brisanz des Duells zwischen den beiden bis dato punktlosen Tabellenletzten hätten einige Trainer hier wohl schärfere Worte gewählt. Und tatsächlich musste der Spielertrainer letztlich feststellen, dass die Ansprache ihren Sinn verfehlt hatte. Am Ende verloren die Hasseler nämlich erneut, und zwar glatt mit 0:3.

Doch die Vorstellung beim Aufsteiger in Wenden setzte allem bisher Gezeigtem – und das hatte es bei vier Niederlagen in den ersten vier Spielen schon in sich – die Krone auf. „Das war ein neuer Tiefpunkt“, meinte Savas Turhal und schob die Erklärung gleich hinterher: „Wir waren körperlich nicht präsent. Unsere Offensive war ein Totalausfall. Bei allem Respekt vor Gerlingen, aber das war der schwächste Gegner, den wir in dieser Saison hatten.“

Faruk Gülgün und Bünyamin Celen lassen Chancen zum Anschlusstor aus

Doch in der aktuellen Krisensituation scheint auch die vermeintlich leichteste Hürde für die Hasseler nicht zu nehmen zu sein. Symptomatisch dafür waren die ersten beiden Tore der Hausherren. In der 25. Minute durchquerte der Ball mehrmals den Strafraum, ohne dass ein Gäste-Akteur eingriff. Gerlingens Christoph Büser bedankte sich und schob zum 1:0 ein. In Minute 36 musste Savas Turhal, der das Team aufgrund des krankheitsbedingten Ausfalls von Trainerpartner Ali Durmaz allein coachte, mit ansehen, wie sich aus einem YEG-Freistoß ein Gegenangriff entwickelte, den Marcel Laube zum 2:0 abschloss.

In der Folge wachte aber immerhin die lahmende YEG-Offensive auf. Faruk Gülgün und Bünyamin Celen hatten das 1:2 auf dem Fuß. Da der Erfolg aber ausblieb, ging es mit einem 0:2 in die Kabine. „Dort habe ich den Jungs gesagt, dass sie unseren Zuschauern nur noch etwas dafür zurückgeben sollen, dass sie die Hundert Kilometer hierhin gekommen sind“, berichtete Savas Turhal. Dies funktionierte jedoch auch nur semigut. Keine sieben Minuten waren im zweiten Abschnitt gespielt, als Lukas Rademacher eine Flanke zum 3:0 einnickte. Die Gäste wechselten anschließend noch zweimal, am Ergebnis änderte sich allerdings nichts mehr. Während man sich auf FSV-Seiten zum ersten Dreier beglückwünschte, flüchteten die Hasseler schnell in die Kabine.

Savas Turhal: „Nach so einem Spiel bleibst du eigentlich noch auf dem Rasen sitzen und ärgerst dich“

Eine Aktion mit Aussagekraft, wie Savas Turhal fand. „Nach so einem Spiel bleibst du eigentlich noch auf dem Rasen sitzen und ärgerst dich“, sagte der YEG-Spielertrainer. „Aber viele Jungs nehmen die Situation auf die leichte Schulter. Denen ist gar nicht bewusst, was hier abgeht.“ Gut möglich, dass er daher bald auf eine andere Ansprache vor dem Anpfiff setzen wird.

Tore: 1:0 Christoph Brüser (25.), 2:0 Marcel Laube (36.), 3:0 Lukas Rademacher (52.).

YEG Hassel: Keser - Kodaman (50. Özcan), Özgen, Ersoy (58. Ciloglu), Gülgün, E. Demircan (55. R. Demircan), Tosun, Göktas, Durmus, Turhal, Celen.

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