Fußball-Feldmeisterschaft

Vom Meister SG Eintracht Gelsenkirchen ist nichts mehr übrig

Der SSV/FCA Rotthausen (in Gelb) setzte sich im Finale gegen Blau-Weiß Gelsenkirchen durch.

Der SSV/FCA Rotthausen (in Gelb) setzte sich im Finale gegen Blau-Weiß Gelsenkirchen durch.

Foto: Olaf Ziegler / Funke Foto Services GmbH

Rotthausen.  Alle Spieler sind weg. Die SG Eintracht kommt mit einem Team der Jahrgänge 1999/2000  und scheitert erst im Halbfinale am SSV/FCA Rotthausen.

Letztendlich waren es die Platzherren, die in Rotthausen feiern durften. Zumindest einer von ihnen. Der SSV/FCA hat das Qualifikationsturnier auf der eigenen Anlage für die Fußball-Feldmeisterschaft gewonnen und ist somit einer von drei nicht überkreislich spielenden Teilnehmern an der Endrunde, die am Samstag an der Löchterheide ausgetragen wird. Nachdem die anderen Platzherren, die DJK TuS, im Halbfinale an Ligakonkurrent Blau-Weiß gescheitert waren, machten es die Gelb-Blauen im Finale und wiesen den Verein aus Schalke nach 30 Minuten mit 1:0 in die Schranken. Doch nicht nur der SSV/FCA, auch ein anderer Verein durfte sich als Gewinner fühlen.

Als am Morgen der Meister der vergangenen Kreisliga-A-2-Saison auf der Reihe auftauchte, staunte der eine oder andere nicht schlecht. Das Team von Eintracht Gelsenkirchen, das noch vor ein paar Wochen erst knapp und dann krachend in der Aufstiegsrelegation gescheitert war, war schon bei der Ankunft nicht wiederzuerkennen. Kein Spieler, der in der vergangenen Saison noch den Meistertitel im Südstadion gefeiert hatte, war dabei. Auch vom Meistertrainer Carlo Allievi keine Spur. Stattdessen meldete sich Thorsten Schnürpel als Coach der SGE bei der Turnierleitung an und gab die Pässe seiner Spieler ab. Ein kurzer Blick darauf zeigte: alle aus den Jahrgängen 1999 und 2000.

Hessler 06 holt nur zwei Punkte

„Erfolg weckt Begehrlichkeiten“, sagte Thorsten Schnürpel später am Tag. Doch bei der Eintracht hat diese Phrase neue Dimensionen erreicht. Kurz vor dem Trainingsauftakt gab beinahe die komplette Meistermannschaft ihren Wechsel bekannt. Der Meister hatte kein Team mehr. Aber Not macht erfinderisch. Die eigentlich für eine zweite Mannschaft eingeplanten Spieler des Jahrgangs 2000, erst in diesem Sommer der A-Jugend entwachsen, wurden hochgezogen zur Ersten, ergänzt durch Rückkehrer aus dem Jahrgang 1999. Zusammen mit U-19-Coach Thorsten Schnürpel wollen sie nun versuchen, mit dem Meister den Klassenerhalt zu schaffen.

Doch zurück zum Turnier: Nach dem ersten Staunen über das neue Gesicht des Meisters sei seine Mannschaft, so Thorsten Schnürpel, schon von einigen als Kindergarten-Truppe abgestempelt worden. Doch diese Kindergarten-Truppe war die positive Überraschung eines ansonsten eher unterdurchschnittlichen Turniers. Mit einem Sieg gegen ETuS Bismarck, einem Remis gegen Hessler 06 und einer knappen Niederlage gegen Blau-Weiß zog die Eintracht ins Halbfinale ein, wo sie sich gegen den SSV/FCA lange leidenschaftlich wehrte, bis das 1:0 für Gelb-Blau in der Nachspielzeit das Aus besiegelte. Dem ersten Frust folgte aber schnell der Stolz. „Wir sind ein bisschen belächelt worden. Na gut, die eine oder andere etablierte Mannschaft ist vor uns nach Hause gefahren“, schmunzelte Thorsten Schnürpel stolz.

Wacker Bismarck und Union Neustadt kommen erst gar nicht

So zum Beispiel Hessler 06. Genau wie der Vizemeister der Kreisliga A 2, Adler Feldmark, holte das dank einiger Zugänge hoch gehandelte Team von Trainer Holger Siska nur zwei Punkte. Wirklich enttäuscht oder gar sauer war Holger Siska darüber aber nicht. Zwei Altherren-Spieler und ein Akteur aus der Zweiten hatten sein Team auffüllen müssen, einen Innenverteidiger hatte er gar nicht dabei. „Außerdem weiß ich ja, was wir in den vergangenen zwei Wochen trainiert haben. Dass die Jungs müde sind, ist klar.“

Wie auch die Konkurrenz steht Hessler 06 noch am Anfang der Vorbereitung. „Ich habe es schon mehrmals gesagt, das wird bei der Endrunde nächste Woche für die überkreislichen Mannschaften auch nicht anders sein: Ob solch ein Turnier zu einem solchen Zeitpunkt sinnig ist, weiß ich nicht.“ Immerhin war er nicht der Einzige, der es mit einem kleinen Kader zu tun hatte. Beispielhaft dafür war die Auswechselbank von ETuS Bismarck. Drei Leute saßen dort, davon ein Betreuer und ein Torwart. Und Wacker Bismarck sowie Union Neustadt waren gar nicht erst aufgetaucht.

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