Fußball

YEG erlebt Nachspielzeit-Trauma

Volkan Kiral erlebte mit YEG Hasse einen Last-Minute-Schock. l

Volkan Kiral erlebte mit YEG Hasse einen Last-Minute-Schock. l

Foto: Foto: Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services

Hassel.  Bei YEG Hassel stand Spielern und Verantwortlichen die Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben.

Es läuft schon die 89. Minute. Faruk Gülgün hat das 2:0 auf dem Fuß. Der Angreifer des Fußball-Westfalenligisten YEG Hassel läuft alleine auf das Tor des SV Sodingen zu. Doch statt Keeper Robin Siebert zu umkurven und einzuschieben, wählt er die Variante Lupfer. Siebert hat den Braten gerochen, bleibt einfach stehen und fängt die Kugel.

Dass diese Szene am Sonntag ausschlaggebend sein wird, ahnt Gülgün zu diesem Zeitpunkt nicht. Doch die zuvor an drittletzter Stelle platzierten Sodinger treffen in der Nachspielzeit zweimal und luchsen dem Schlusslicht durch das späte 1:2 drei sicher geglaubte Punkte ab.

„Das war die schlimmste Niederlage in meinem Fußballerleben“, beginnt YEG-Trainer Ali Durmaz sein Fazit, das er nach einigen Minuten zu Protokoll gibt. Zuvor hatte er, wie übrigens auch der untröstliche Gülgün, fassungslos auf der Trainerbank gehockt. „Diese Niederlage ist wegen des zeitlichen Ablaufes extrem bitter“, sagt Durmaz über das Trauma in der Nachspielzeit.

Es war der späte Emotionsausbruch nach einer über weite Strecken dem Tabellenstand entsprechenden Partie: Torchancen gab es keine, stattdessen neutralisierten sich beide Teams zwischen den Strafräumen. Erst in der 58. Minute wurde es gefährlich, als YEGs Volkan Kiral alleine auf SVS-Keeper Siebert zulief, doch an jenem scheiterte. Aufgeweckt wurden dadurch jedoch nur die Gäste: Serdar Yigit traf den Pfosten (60.), Jamal El Mansoury schoss aus acht Metern drüber (72.), dann knallte der Ball aus dem Gewühl heraus an die Latte (73.).

Fatih Yamac bringt YEG in Front

In der Folge befreiten sich die Gastgeber aber aus der Umklammerung und belohnten sich mit dem erlösenden 1:0 durch Fatih Yamac (82.), der Torwart Siebert vorbildlich umkurvte und einschob. Als die Sodinger dann nochmals alles nach vorne warfen, nutzte Sebastian Freyni in der 90. Minute zunächst den Platz, den ihm ein Mitspieler mit einem Rempler gegen Alper Özgen verschafft hatte, zum 1:0. In der 94. Minute brachte er dann einen Abpraller nach starker Parade von YEG-Keeper Polat Keser im Netz unter und sorgte so für kollektives Entsetzen bei YEG.

„Wille und Ehrgeiz waren da. Aber wir müssen einfach das 2:0 machen“, haderte Durmaz. Gülgün brauchte er Letzteres nicht zu sagen. Daher munterte er den Stürmer auf: „Faruk ist jetzt der traurigste Mensch. Er hat aber hier schon so viel Gutes gemacht. Das nimmt keiner persönlich.“

Tore: 1:0 Fatih Yamac (82.), 1:1 Sebastian Freyni (90.), 1:2 Sebastian Freyni (90.+4)

Hassel: Keser- Esen, Turhal, Özgen, Göktas - Durmus (57. R. Demircan), Kodaman - Ersoy, Kiral (82. Oezcan), E. Demircan (46. Yamac) - Gülgün

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben