2. Bundesliga

Am Tabellenende: Phoenix Hagen spielt wie Abstiegskandidat

Energizer mit Nasenmaske: Javon Baumann (rechts), hier gegen Oliver Clay (links) und Sid-Marlon Theis, gehört bei der Phoenix-Heimniederlage noch zu den Aktivposten.

Energizer mit Nasenmaske: Javon Baumann (rechts), hier gegen Oliver Clay (links) und Sid-Marlon Theis, gehört bei der Phoenix-Heimniederlage noch zu den Aktivposten.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen.  Das war ganz bitter: Gegen Bremerhaven kassierte Phoenix Hagen mit 70:89 die höchste Saisonschlappe - und ist Schlusslicht.

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Schlusslicht der 2. Basketball-Bundesliga ProA war Phoenix Hagen bereits am Samstag Abend geworden. Die Siege der Konkurrenten Artland und Kirchheim sorgten dafür. Tags darauf festigte das Team von Trainer Chris Harris den Platz ganz am Ende des Tabellenkellers. Weil man gegen die Eisbären Bremerhaven in der zweiten Halbzeit wie ein Abstiegskandidat agierte, trotz 41:35-Pausenführung mit 70:89 die bisher höchste Saisonniederlage kassierte. Und Chefcoach Harris zog es vor, die zwölfte Heimschlappe des Jahres nicht selbst zu erklären, schickte Assistent Alex Nolte zur Pressekonferenz, während er zum langen Teammeeting bat. „Mit einer Dreierquote von 21 Prozent und 17 Ballverlusten ist es schwer, in der ProA ein Spiel zu gewinnen“, musste Nolte einräumen.

Ersatzgeschwächt musste diesmal nicht nur Phoenix antreten, da Jannik Lodders und Niklas Geske verletzt sind und Zugang Jonathan Octeus erst am Montag in Hagen erwartet wird. Auch die Gäste aus Bremerhaven mussten mit US-Guard Rohndell Goodwin eine Stammkraft ersetzen. Dies gelang in der ersten Halbzeit den Hagenern besser, bei denen „Maskenmann“ Javon Baumann in die Startformation rückte. Mit 5:0 lag Phoenix vorn, als Joel Aminu gleich den ersten Dreier traf, in der Folge zeigten sich die Gastgeber aus der Distanz aber nicht mehr so treffsicher. In Führung blieben sie dennoch, weil sie um jeden Ball kämpften und sich so immer wieder zweite Chancen erarbeiteten. Zum 13:8 traf Dominik Spohr (6. Minute), zu diesem Zeitpunkt dominierten die Gastgeber die Reboundbilanz mit 11:2.

Und Kyle Leufroy und Michael Gilmore trafen nun auch Dreier, beim 25:17 (9.) war der Vorsprung gewachsen. Da einige Phoenix-Akteure, etwa Adam Pechacek und Jonas Grof, aber ihren Rhythmus überhaupt nicht fanden, blieb Bremerhaven dran. Nach dem 31:27 durch den ersten Korb von Kasey Hill (15.) bat Harris zur Auszeit. Und brachte Baumann zurück, der nun zum Energizer wurde. Zum 35:27 stopfte der Center, zum 41:30 nach Fastbreak über Leufroy (18.) ebenfalls. Doch bis zur Pause verkürzten die Eisbären wieder.

Und kamen mit aggressiverer Defensive aus der Pause, gegen die Phoenix große Probleme hatte. Zum 45:35 erhöhten Leufroy und Spohr, dann gelang den Gastgebern fast nichts mehr. Ein Dreier-Airball von Spohr war bezeichnend, für ihn kam Gilmore, der sich schnell seine Fouls drei und vier einhandelte und wieder ging. Beim 46:47 durch Dreier von William Vorhees (24.) führten die Eisbären erstmals, nicht nur er traf - ganz im Gegensatz zu den Hagenern - nun aus der Distanz. Beim 59:63 war der Rückstand schon größer, ehe Leufroy mit drei Freiwürfen verkürzte, im nächsten Angriff den Ball aber ins Aus schleuderte.

Nur Loch und Gieseck treffen noch

Nach der letzten Viertelpause wurde es dann ganz bitter. Schnell setzte sich Bremerhaven um die starken Anthony Canty und Adrian Breitlauch auf 59:71 ab (34.), ehe Jasper Günther per Dreier der erste Korb gelang. Ihm nach taten es aus dem Feld aber nur noch die Youngster Emil Loch und Jonas Gieseck, als die Partie längst entschieden war. Den Phoenix-Stammkräften - der zuvor so starke Baumann (acht Offensiv-Rebounds) saß lange auf der Bank - dagegen schien jegliche Überzeugung zu fehlen, die Partie noch drehen zu können, mit Zonenverteidigung lud man die Eisbären zu Dreiern ein (65:89). Die ersten der 2192 Zuschauer gingen früh, die Fans auf dem Heuboden hissten das Transparent „Für den Klassenerhalt“. Nur darum geht es jetzt - auf dem letzten Platz angekommen - für Phoenix. „Die erste Halbzeit war noch sehr ordentlich“, resümierte Geschäftsführer Patrick Seidel, „die zweite aber genau das Gegenteil, da haben wir völlig unkontrolliert gespielt.“

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