Breitensport

Sportstätten in Wetter: Hier gibt es noch Handlungsbedarf

Ein Vorbild für andere Sportstätten: Die Stadt Wetter hat den Sportplatz an der Köhlerwaldstraße in Volmarstein saniert (hier ein Foto mit Schülern bei den Bundesjugendspielen).

Ein Vorbild für andere Sportstätten: Die Stadt Wetter hat den Sportplatz an der Köhlerwaldstraße in Volmarstein saniert (hier ein Foto mit Schülern bei den Bundesjugendspielen).

Foto: Romi Jun / WP

Wetter.  Die Anforderungen an Hallen und Plätze verändern sich: Björn Bösken über multifunktionale Nutzung und wie weit inklusiver Sport in Wetter ist.

In welchem Zustand sind die Sporthallen und Plätze in Wetter? Wo ist akuter Handlungsbedarf? Und was sind die langfristigen Ziele? Das hat eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Politik, Vereinen und Schulen zusammengetragen und im Sportstättenleitplan zusammengefasst. Es ist die erste Überarbeitung seit 1978. Welche Baustellen konkret anstehen, wie weit die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit ist und wie es mit der Finanzierung aussieht, verrät Björn Bösken, Vorsitzender des Ausschusses für Sport und Freizeit (SPD), im Interview.

Die letzte Aktualisierung des Sportstättenleitplans fand 1978 statt. Warum hat es so lange gedauert, bis ein neuer erstellt wurde? Und wird bis zum nächsten Mal wieder so lange Zeit vergehen?

Warum genau es so lange Zeit keinen aktuellen Leitplan gegeben hat, kann ich nicht genau sagen. Es hat sich offenbar um eine einmalige Bestandsaufnahme gehandelt, die nicht weitergeführt wurde. Das wollen wir aber definitiv anders machen. Darum haben wir in dem aktuellen Plan auch festgehalten, dass wir in fünf Jahren überprüfen, wie der Stand ist. Es wird vermutlich nicht alle fünf Jahre eine Gruppe geben, die sich so intensiv damit beschäftigt wie jetzt. Aber wir wollen dran bleiben und regelmäßig eine Bestandsaufnahme machen und den Plan gegebenenfalls anpassen.

In dem Dokument sind zahlreiche Punkte aufgeführt, die an Hallen oder Plätzen verbessert werden könnten. Handelt es sich hierbei um konkrete Maßnahmen, die zeitnah umgesetzt werden?

Es ist kein Investitionsplan, der jetzt direkt genau so in die Tat umgesetzt wird. Vielmehr wollen wir mit dem Plan der Politik eine Entscheidungsgrundlage liefern. Ohne eine fundierte Basis ist es schwierig, Diskussionen über Investitionen zu führen. Diese Basis haben wir geliefert.

Welche Maßnahme steht als erstes an?

Nach der Fertigstellung der Sportanlage an der Köhlerwaldstraße stehen aktuell dann die Bauarbeiten am Hallenbad in Oberwengern an. Danach müssen wir sehen, wie es weiter geht und welche finanziellen Mittel zur Verfügung stehen.

Im Gegensatz zu anderen Ressorts sind Ausgaben für den Sport im Haushalt freiwillige Leistungen. Wie schwierig wird daher die Finanzierung der anstehenden Arbeiten?

Es ist tatsächlich schwierig im Bereich Sport, da es sich bis auf den Schulbereich um freiwillige Leistungen handelt. Darum ist eine fundierte Argumentationsgrundlage sehr wichtig, wie wir sie jetzt geschaffen haben. In Wetter gibt es ja immerhin über 30 Vereine und über 8000 Menschen, die in Vereinen Sport treiben. Das entspricht fast jedem vierten Bürger der Stadt. Das ist doch ein starker Beleg dafür, dass das Geld im Bereich Sport gut investiert ist.

Wie ist die Lage der Sportstätten in Wetter insgesamt?

Wir sind in Wetter sehr gut aufgestellt, was den Breitensport angeht. Wir haben relativ viele Hallen, aber die brauchen wir auch. Gerade nachmittags und abends sind die Hallen maximal ausgelastet. Wir haben keine Ausstattung für den Spitzensport wie etwa in Bochum oder Dortmund, aber das brauchen wir auch nicht. Aber viele Hallen haben noch eine Bausubstanz aus den 60er oder 70er Jahren, da wollen wir jetzt Stück für Stück nachbessern. Denn in Zukunft wird eine multifunktionelle Nutzung der Sportstätten für ganz unterschiedliche sportliche Aktivitäten durch mehrere Akteure an Bedeutung gewinnen. Dafür eignet sich die Halle in Oberwengern momentan am besten. Mittel- bis langfristig ist es deshalb sinnvoll, nach Abschluss der Sanierung des Hallenbads auch die anderen Bestandteile des Sportzentrums Oberwengern entsprechend zu entwickeln.

Wie sind Wetters Sporthallen für den inklusiven Sport momentan ausgerüstet?

Inklusion ist uns ein ganz wichtiges Anliegen. Darum war auch ein Vertreter des Behinderten-Sports in der Planungsgruppe aktiv. Leider sind einige Hallen zwar für Zuschauer barrierefrei erreichbar, aber nicht offen für Sportler mit Behinderung. Da hat sich gezeigt, dass es noch viel Nachholbedarf gibt. Hierbei steht als nächstes die Halle am Brasberg im Fokus. Dort wird auch bereits viel inklusiver Sport betrieben, zum Beispiel in der Badminton-Abteilung.

Im Rat kam die Kritik auf, dass die Arbeitsgruppe zum Sportstättenleitplan überparteilicher hätte arbeiten sollen. Wie stehen Sie dazu?

Ich finde diese Kritik nicht nachvollziehbar. Die Initiative ging zwar von der SPD-Fraktion aus. Aber die Themen wurden auch schon lange vom Stadtverband für Leibesübungen verfolgt. U. a. war ja auch Peter Pierskalla von der CDU-Fraktion an der Planung beteiligt sowie Vertreter der Schulen und Vereine. Das war eine ganz starke Gemeinschaftsleistung, viele haben hier großen Einsatz gezeigt.

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