Handball

„Ich habe grün-gelbes Blut in mir“

Stefan Neff gibt die Richtung vor. Der Hagener Handballtrainer ist nach seiner Beurlaubung derzeit ohne Verein.

Stefan Neff gibt die Richtung vor. Der Hagener Handballtrainer ist nach seiner Beurlaubung derzeit ohne Verein.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  Der Hagener Handballtrainer Stefan Neff ist nach seiner Beurlaubung immer noch auf der Suche nach Gründen für seine Demission in Schalksmühle.

Er kann nicht ohne, was bei einem wie Stefan Neff auch überraschen wurde. Wenige Tage nach seiner Entlassung als Trainer des Handball-Drittligisten SGSH Dragons sitzt der leidenschaftliche Hagener bei der Niederlage des TuS Volmetals gegen den VfL Gummersbach II auf der Tribüne. Wir haben mit dem Hagener Trainer über seine überraschende Demission als Übungsleiter in Schalksmühle, die Hagener Teams in der 3. Liga und seine persönliche Zukunft gesprochen.


Knapp eine Woche ist Ihre Beurlaubung in Schalksmühle nun her. Wie geht es Ihnen heute damit?
Stefan Neff:
Es ist immer noch so, wie ich es direkt nach Bekanntgabe gesagt habe. Die Beurlaubung hat mir jeglichen Boden unter den Füßen weggezogen, die Entscheidung ist für mich bis heute nicht nachvollziehbar und wird es wohl auch nicht mehr werden.


Sie haben in Schalksmühle sportlich gesehen großen Erfolg gehabt, haben den Verein zu einem Topteam der dritten Liga gemacht. Wie wurde Ihnen die Trennung begründet?
Es gab nicht das eine ausschlaggebende Problem, das muss wohl eine Entwicklung über viele Monate gewesen sein. Ich weiß, dass sich einige an meiner emotionalen Art gestört haben, aber da ist für mich klar, dass ich mich nicht verändern werde. Handball ist für mich Leidenschaft und da gehören Emotionen einfach dazu. Das ist mein Weg, den ich auch zukünftig gehen werde.


Inwiefern hat die Verantwortlichen bei der SGSH Ihre Art gestört?
Dem Verein hat es nicht gefallen, dass ich mir auch mal eine Gelbe Karte abgeholt habe. Einigen war das ein Dorn im Auge, angeblich haben sich ein paar Sponsoren daran gestört. Für mich gehört das einfach dazu, es ist schließlich auch ein taktisches Mittel. Ansonsten habe ich mir nie etwas zuschulden kommen lassen. Ich war in meinem Kopf voll bei der Vorbereitung auf den nächsten Gegner, als ich dann zum Gespräch gebeten wurde.


Sie sind Hagener, der auch eine besondere Verbindung zum VfL Eintracht hat. Können Sie sich vorstellen, in Zukunft auch einmal Ihren ehemaligen Verein zu trainieren?
Erst einmal habe ich vor jedem Trainer Respekt. Ulli Kriebel ist ein sehr netter Trainer, dem ich viel Erfolg mit der Eintracht wünsche. Aber ich bin Hagener, wohne hier und habe grün-gelbes Blut in mir. Natürlich ist es ein Traum von mir, auch irgendwann einmal den VfL zu trainieren. Aber ich bin erst 32 Jahre alt und habe noch viel Zeit, von daher ist es auch kein Problem, wenn es noch ein wenig dauert. Ich verfolge die Entwicklung aber weiterhin aufmerksam, so wie ich das schon seit eh und je mache.


Ihr ehemaliger Verein TuS Volmetal ist schlecht in die Saison gestartet. Was erwarten Sie in dieser Spielzeit für das Team von Trainer Christoph Ibisch?
Das wird eine sehr schwere Saison für Volmetal, aber das war es in den vergangenen Jahren sowieso immer und sie haben es immer geschafft, drin zu bleiben. Es ist noch sehr früh in der Saison und der Verein hat etwas Besonderes an sich. Viele Teams in der Liga haben großen Respekt vor dem Auswärtsspiel in Volmetal.


Der TuS hat sich wieder einmal mit vielen Spielern aus unterklassigen Vereinen verstärkt. Schaffen die Volmetaler den Klassenerhalt?
Das ist ihr Weg, den sie da schon immer gegangen sind. Auch dieses Mal haben sie wieder einige talentierte Spieler geholt. Nils Stange oder Mats Pfänder beispielsweise gefallen mir persönlich sehr gut. Wenn es aber am Ende nicht für die 3. Liga reicht, bricht in Volmetal auch keine Welt zusammen. Gerade für die jungen Spieler ist auch diese Liga eine gute Herausforderung, in der sie sich weiterentwickeln können.


Wie sehen Sie denn die Entwicklung beim VfL Eintracht Hagen? Kann der Zweitliga-Absteiger oben mitspielen?
Ich denke, dass das auch ihr eigener Anspruch ist. Sie haben einen tollen Kader zusammen, der in allen Bereichen den Ansprüchen auch genügt. Da kommt alles zusammen, was du benötigst, damit du in der 3. Liga ganz oben mitspielen kannst.


Dennoch hat der VfL Eintracht in den Auswärtsspielen die zu erwartende Überlegenheit vermissen lassen und musste bereits einen Punkt abgeben...
Es ist ja auch nicht leicht, Woche für Woche als der Favorit in die Spiele zu gehen. Die Gegner sind noch motivierter und wollen den Favoriten schlagen. Vielleicht haben die Hagener auch mal fünf Prozent weniger gegeben und das wird dann eben schnell bestraft in dieser ausgeglichenen Liga. Ich denke aber, dass sie das schnell lernen werden. Der eine Punkt, den sie jetzt liegen gelassen haben, tut noch nicht weh.

Wie steht es um Ihre Person? Stehen Sie bald schon wieder an der Seitenlinie?

Die Beurlaubung ist ja jetzt gerade einmal eine Woche her, da tue ich mir jetzt die Ruhe an. Anfragen gab es durchaus schon, und ich höre mir auch alles an. Ich sage jetzt nicht, dass ich mir erst ein Jahr Auszeit nehme. Wenn es ein ehrgeiziges Projekt ist, bin ich dafür zu haben. Die Frage ist aber auch, wo ein Verein hin möchte. Ich bin nicht der Bespaßer, der das zur Entspannung macht. Wenn ich eine Mannschaft übernehme, möchte ich auch eine erfolgreiche Entwicklung.

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