Kanuslalom-DM

Im Finale sind Hohenlimburger nicht dabei

Viele Schaulustige am Rand sehen im Lenne-Wildwasserpark den Halbfinallauf von Hohenlimburgs Yannick Wytelus.

Viele Schaulustige am Rand sehen im Lenne-Wildwasserpark den Halbfinallauf von Hohenlimburgs Yannick Wytelus.

Foto: Fabian Sommer

Hohenlimburg.  Die deutschen Meisterschaften im Kanuslalom in Hohenlimburg waren ein Zuschauermagnet. Für die KCH-Kanuten war im Halbfinale Endstation.

Kaiserwetter, spannende Rennen und etliche Besucher, die teilweise mit frenetischer Anfeuerung am Ufer der Hohenlimburger Lenne entlang liefen – die deutschen Meisterschaften im Kanuslalom waren ein Zuschauermagnet. Aus sportlicher Sicht verlief die DM für den Ausrichter Kanu Club Hohenlimburg eher durchwachsen. Einerseits hat Yannick Wytelus in der Leistungsklasse sein Ziel des Finaleinzugs verpasst, andererseits hat er sich zusammen mit Mirco Flügge für das Halbfinale qualifiziert. Dadurch konnten die Zuschauer am Samstag gleich zwei Lokalmatadore anfeuern. Die Hohenlimburger Jugend-Kanuten gingen leer aus.

Aufgrund von technischen Problemen wurde der Start der Qualifikationsrunde etwas nach hinten verschoben und auch nach dem Rennen mussten die Athleten sehr lange auf das Ergebnis warten. „Das war fast schon Psychoterror“, sagte der Hohenlimburger Mirco Flügge, der bei einer Zeit von 104 Sekunden im ersten Lauf mit Platz 15 das letzte direkte Ticket für das Halbfinale ergattern konnte. Wer sich im ersten Lauf nicht qualifizierte, hatte in der zweiten Runde eine weitere Möglichkeit. Yannick Wytelus fuhr im ersten Lauf sogar auf Rang neun. „Ich bin einfach meinen Stil gefahren und war dann zum Glück fix unterwegs“, kommentierte der Lokalmatador.

Am Samstagmittag waren die Augen bei strahlendem Sonnenschein auf das Halbfinale gerichtet. Auch wenn die Hohenlimburger einen großen Heimvorteil haben, weil sie die Strecke in- und auswendig kennen, waren die Streckenverhältnisse trotzdem ungewohnt. Denn die neutralen Landestrainer dürfen vor jedem neuen Rennen die Torstangen – jeweils stromauf- oder stromabwärts – neu aufhängen. Das geschah unmittelbar vor dem Rennen, so dass sich die Athleten auch nicht mehr viele Gedanken darüber machen konnten. „In der Qualifikation lag uns die Strecke, weil wir die kannten und wussten, wie wir die Tore anfahren. Heute hingen die Stangen aber anders, das sieht man auch an unserer Zeit. Aber trotzdem haben wir natürlich einen Heimvorteil auf unserer Strecke“, erklärte Yannick Wytelus nach dem Halbfinale.

„Das Rennen war ganz gut. Ich hätte ein, zwei Dinge besser machen können, dafür liefen andere Dinge dementsprechend gut. Einen Torstab habe ich berührt, das gab zwei Strafsekunden. Das hat mich aber nicht zurückgeworfen“, schilderte Wytelus seinen Lauf im Halbfinale, den er bei 103 plus zwei Strafsekunden auf dem 13. Platz beendete. Die ersten zehn qualifizierten sich für das Finale. „Natürlich ist man traurig, dass es nicht gereicht hat. Aber viele andere aus dem Feld machen das hauptberuflich, ich immer noch als Hobby. Dafür bin ich zufrieden“, so Wytelus.

Für Mirco Flügge reichte es auch nicht, er landete mit 109 Sekunden auf Platz 17. „Für mich war das Ziel, einen Null-Fehler-Lauf hinzulegen und unter den ersten 15 zu bleiben, das hat leider nicht geklappt. Eine Torstab-Berührung habe ich mir auch erlaubt. Aber mit meiner Leistung kann ich zufrieden sein“, sagte Flügge.

Steffen Hengst als Vorbild

Das Teilnehmerfeld in der Herren-Leistungsklasse war aber auch sehr stark besetzt, unter anderem mit dem Nationalkanuten und späteren deutschen Meister Steffen Hengst aus Hamm. „An Steffen Hengst kann man sich ein Beispiel nehmen Wie der die Tore anfährt, das ist überirdisch gut. Davon kann man nur träumen. Aber er macht das hauptberuflich und hat das Privileg, unseren Sport in der Nationalmannschaft auszuüben“, schilderte Yannick Wytelus den Konkurrenten der Hohenlimburger. Aber auch Fahrer aus der Region schafften es ins Finale, wie etwa Magnus Wagner. „Magnus kommt aus Unna und trainiert oft mit uns hier auf unserer Strecke. Der ist in etwa auf unserem Level, aber hat ein unglaubliches Bootsgefühl“, so Mirco Flügge. Wagner wurde später DM-Neunter.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben