Handball

In Herdecke begeistern sich schon die Kleinsten für Handball

Große Aufregung: Die Kinder der Ballsportgruppe freuen sich auf die Übungen in der Bleichsteinhalle.

Große Aufregung: Die Kinder der Ballsportgruppe freuen sich auf die Übungen in der Bleichsteinhalle.

Foto: Lutz Nicke

Herdecke.  Die Kinderballsportgruppe in Herdecke ist eine Herzensangelegenheit für Initiator Dominik Formella. Nachwuchs wird dringend gesucht.

Die Handballtore sind schon runtergelassen. Eine Bank steht in der Mitte vieler dicker Sportmatten, die einen möglichen Sturz sanft abfedern würden. Die Wände zwischen den verschiedenen Hallenteilen sind nicht ganz hochgefahren – was aber auch nicht unbedingt nötig ist, da hier heute die Kleinsten trainieren. Ungefähr 15 Kinder im alter von zwei bis vier Jahren haben sich in der Halle am Bleichstein eingefunden. Alles ist vorbereitet, das Training kann losgehen. Doch für die beiden Übungsleiter ist es gar nicht so leicht, das bunte Treiben der Nachwuchssportler zu bändigen. Die Kleinen laufen durch die Halle und freuen sich sichtlich auf die verschiedenen Übungen.

Eltern von Gruppe überzeugt

Mit ruhiger Stimme, Überzeugungskraft und der Hilfe des ein oder anderen Elternteils gelingt es Nicolas Strodmeyer und Max Bruns dann doch, die Gruppe in einem Kreis zu versammeln, um die kleinen Sportler zu begrüßen. Jetzt haben die Trainer übernommen, und die Kleinen folgen den beiden Großen auf Schritt und Tritt. „Ich finde es gut, dass die Kinder schon früh an den Sport herangebracht werden“, sagt Björn Hinzer, der heute seinen Sohn in der Kinderballsportgruppe anmeldet, nachdem dieser bereits zweimal reingeschnuppert hat.

Der Vater des vierjährigen Fjonn freut sich über das Angebot der HSG Herdecke/Ende. Für Hinzer ist es aber vor allem die soziale Komponente, die er für seinen Jungen als wichtig erachtet: „Das Beisammensein mit anderen Kindern fördert die soziale Kompetenz. Zusätzlich können die Kinder hier Erfolgserlebnisse haben. Das finde ich gut.“ Die Kinderballsportgruppe wurde 2018 gegründet. Dominik Formella, selber aktiver Handballer und Trainer bei der HSG Herdecke/Ende, war Antreiber und Initiator: „Für die ganz jungen Kinder wird im Umkreis nicht besonders viel angeboten. Da ich selbst eine kleine Tochter habe, die damals gerade drei geworden war, ist das Projekt für mich eine Herzensangelgenheit.“

Gestartet hatte man mit vier bis fünf Kindern im Vorschulalter. Inzwischen sind es um die 20 Mädchen und Jungen, die regelmäßig an den Einheiten teilnehmen. „Für das Projekt gehen wir aktiv in die Kindergärten und informieren vor Ort. Doch auch ohne unsere Besuche hat sich die Idee schnell rumgesprochen“, sagt Formella. So war es auch bei Björn Hinzer, der von Freunden von der Kinderballsportgruppe erfahren hatte.

Für Melanie Schulenburg war es nur logisch, dass ihre Tochter Tilda früh mit Handball anfängt: „Mein Mann spielt noch aktiv. Ich habe auch lange gespielt, und selbst unsere Eltern waren schon Handballer. Das wichtigste jedoch ist, dass es Tilda auch schon großen Spaß macht. Wir haben einfach alle ein Handball-Gen.“ Für Schulenburg ist die Kinderballsportgruppe ein wichtiger Bestandteil: „Für Kinder ab drei Jahren gibt es wenig Auswahl, dabei haben gerade sie einen hohen Bewegungsdrang.“

Bewegung steht an erster Stelle

In der 45-minütigen Einheit wird nicht nur Handball gelehrt. Zum Aufwärmen spielt die Gruppe beispielsweise eine Runde „Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser?“, bevor die Kleinen dann über eine Bank balancieren, um das Gleichgewicht zu trainieren. Danach hüpfen die Mädchen und Jungen auf einem Bein und bekommen vom Trainer den Ball zugeworfen, was die Hand-Fuß-Koordination stärkt. „Die Kinder sollen mit spielerischen und turnerischen Anteilen in ihrer Motorik gestärkt werden. Bewegung steht an erster Stelle“, so Dominik Formella, der hauptberuflich Grundschullehrer ist. Das Projekt wird gut angenommen. Auch aus anderen Städten kommen Eltern mit ihren Kindern zur Ballsportgruppe nach Herdecke. So hat man inzwischen auch eine zweite Trainingseinheit am Donnerstag etablieren können. Perspektivisch möchte der Verein auch wieder eine Mannschaft für die Minispielfeste melden, wo schon die Jüngsten wettkampfähnlich Handballspiele gegeneinander bestreiten können.

Weitere Spieler gesucht

Um so eine Mannschaft stellen zu können, sucht die HSG Herdecke/Ende dringend weitere Spieler, die gerade in die Schule kommen und zwischen fünf und sechs Jahre alt sind. Doch auch alle anderen Kinder sind herzlich willkommen. „Wir freuen uns natürlich, wenn die Kinder bei uns im Verein bleiben und später auch die Jugendmannschaften durchlaufen“, so Formella. Mit dieser Strategie fährt die HSG nicht schlecht. Man macht eine äußerst erfolgreiche Jugendarbeit im ganzen Verein und erntet inzwischen auch die Früchte: Es kommen immer wieder neue Talente aus den Jugendmannschaften nach, die die Herrenmannschaften verstärken.

Ein weiteres Talent steht schon in den Startlöchern. „Thore hat schon einen Handball zur Geburt bekommen. Der wird hier bestimmt auch bald mitspielen“, sagt Melanie Schulenburg über ihren kleinsten Nachwuchs. Doch noch liegt Thore das Training über in seinem Korb und schläft, während seine große Schwester schon ihren Eltern fleißig nacheifert.

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