2. Bundesliga

Karlsruhe zieht Phoenix Hagen defensiv den Zahn

Schwer taten sich Joel Aminu, neben Derreck Brooks einziger zweistellig treffender Phoenix-Spieler, gegen die Karlsruher um Cyrus Tate (links) und Roland Nyama.

Schwer taten sich Joel Aminu, neben Derreck Brooks einziger zweistellig treffender Phoenix-Spieler, gegen die Karlsruher um Cyrus Tate (links) und Roland Nyama.

Foto: Jörg Laube

Hagen.   Mit der Defensive seines Teams beim 63:77 in Karlsruhe konnte Phoenix-Trainer Kevin Magdowski leben, offensiv habe man nicht miteinander agiert.

Den Ausfall von Kapitän Dominik Spohr konnte Phoenix Hagen nicht kompensieren, auch weil andere Leistungsträger weit von ihrer Normalform entfernt waren. Mit der schwächsten Offensivleistung der Saison unterlag der Basketball-Zweitligist so bei den deutlich schwächer als im Hinspiel auftretenden PS Karlsruhe Lions mit 63:77 (25:34). „In der Verteidigung waren wir nicht schlecht. Schade, dass wir vorne nicht miteinander agiert und den Ball bewegt haben“, bedauerte Trainer Kevin Magdowski, „Karlsruhe war sehr gut vorbereitet auf uns und hat uns den Zahn gezogen.“

Mit Jannik Lodders anstelle des verletzt zuschauenden Spohr in der Startformation ging Phoenix in der Karlsruher Europahalle aufs Parkett, der Flügelspieler brachte die Gäste auch per Dreipunktspiel in Führung. In der Folge fiel allerdings auf beiden Seiten nicht mehr viel, vor allem aus der Distanz benötigten Karlsruhe wie Hagen dazu bis tief ins zweite Viertel. So versuchten sie, den Ball ans Brett zu bringen, was zunächst den Gästen etwas besser gelang. Beim 12:8 durch Joel Aminu nach einem Steal bat Lions-Coach Michael Mai zur ersten Auszeit (9.). Nun benötigte Phoenix in einer zerfahrenen Partie viertelpausen-übergreifend allerdings sieben Minuten bis zum nächsten Feldkorb. Zudem musste Marco Hollersbacher nur kurz nach seiner Einwechslung mit einer Fingerverletzung wieder auf die Bank, spielte bis zum Ende nicht mehr.

Nach dem 14:12 durch den unglücklich agierenden James Reid (12.), der nur einen von zehn Würfen aus dem Feld traf, setzten sich so Gastgeber ab. Jeramie Woods traf den ersten Dreier zum 15:21 (14.), bis zum 15:25 zog Karlsruhe (16.) davon. Erst zum 23:30 (17.) traf Derreck Brooks, am Ende bester Werfer, auch den ersten Hagener Distanzwurf, davon abgesehen blieb die Wurfquote aber schwach.

20 Hagener Ballverluste

Auch nach dem Wechsel fand Phoenix keinen Offensiv-Rhythmus, produzierte gegen die Karlsruher Defensive insgesamt 20 Ballverluste. „Die haben unsere Abstimmungsprobleme ohne Dominik schamlos ausgenutzt“, räumte Magdowski ein, die Lions hätten sich defensiv auf die sonstigen Phoenix-Topwerfer Reid, Jonas Grof und Alex Herrera fokussiert: „So kannst du nicht verteidigen, wenn der Gegner noch einen wie Spohr hat, der seine Dreier trifft.“ Die vom Ex-Hagener Richie Williams erneut umsichtig angeführten Gastgeber setzten sich so bis zum 34:52 (27.) durch Craig Brad-shaw ab, ehe Phoenix nun mit zwei Centern - Herrera und Javon Baumann - auf dem Parkett auf 42:52 verkürzte. Die Hoffnung auf eine Wende währte aber nicht lange, beim 42:60 (34.) durch Woods zweiten Dreier war die Vorentscheidung gefallen. Erst jetzt konnten die Gäste ihre schwache Wurfquote noch etwas aufhübschen, weil Aminu, Lodders und Brooks die letzten vier Dreier trafen. „Wir haben die Brechstange wohl etwas zu früh ausgepackt“, räumte Magdowski ein, „das geht nicht immer gut, da wirkte es bisweilen vogelwild.“ Am nächsten Freitag gegen den Tabellenzweiten Crailsheim Merlins müsse man andere Wege finden.

PS Karlsruhe Lions: Williams (13, 1/6 Dreier, 10 Assists), Bradshaw (5, 1/8 Dreier), Kreis (2), Woods (6, 2/2 Dreier), Parker (10), Pluskota (16, 10 Rebounds), Nyama (4), Reischel (17, 8 Rebounds), Tate (4).

Phoenix Hagen: Günther (1, 0/3 Dreier), Reid (4, 0/4 Dreier), Hollersbacher, Aminu (14, 2/6 Dreier), Lodders (9, 2/4 Dreier, 9 Rebounds), Grof (5, 0/3 Dreier), Brooks (18, 3/6 Dreier, 7 Rebounds, 5 Ballverluste), Baumann (6), Herrera (6, 12 Rebounds, 3 Blocks).

Spielviertel: 10:12, 24:13, 18:17, 25:21.

Teamstatistik: 42:35% Wurfquote, 6/27:7/29 Dreier, 7/18:19/15 Freiwürfe, 19:13 Assists, 46:44 Rebounds, 10:6 Steals, 13:20 Ballverluste, 2:5 Blocks. Zuschauer: 1200

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik