2. Bundesliga

Phoenix Hagen wird von Chase Griffin und Co. böse vorgeführt

Ratlos in Quakenbrück: Niklas Geske, Dominik Spohr und Adam Pechacek (von links).

Ratlos in Quakenbrück: Niklas Geske, Dominik Spohr und Adam Pechacek (von links).

Foto: Jörg Laube

Quakenbrück.  Das war eine peinliche Vorstellung: Bei Kellerteam Artland Dragons kassierte Phoenix Hagen mit 68:104 die höchste Saisonniederlage.

Es bleibt dabei, die Artland Dragons und Chase Griffin liegen Phoenix Hagen überhaupt nicht. In Quakenbrück lieferte der Basketball-Zweitligist seine schwächste Saisonleistung ab, kassierte mit 68:104 (36:50) die höchste Niederlage seit zwei Jahren. Und ging im vierten Duell mit den Dragons zum vierten Mal als Verlierer vom Feld. „Das war von Anfang bis Ende gar nichts quer durch alle Mannschaftsteile“, ärgerte sich Phoenix-Geschäftsführer Patrick Seidel, „nach unserer guten Serie hätte ich nicht gedacht, dass wir noch zu so einer schwachen Leistung imstande sind.“ Und Coach Chris Harris ergänzte: „Das war eine absolut peinliche Vorstellung, die wir unseren Fans geboten haben. Es geht gar nicht, was wir da abgeliefert haben.“

Nur die ersten sechs Minuten dominierten die Hagener in der Artland-Arena. Nach dem Auftakt-Dreier von Jannes Hundt sorgten Javon Baumann, Joel Aminu und Dominik Spohr für die 6:3-Führung der Gäste (4. Minute) in einer Partie, in der beide Teams nur schwer in ihren Offensiv-Rhythmus fanden. Phoenix profitierte vom hohen Tempo, das man zunächst anschlug, der Fastbreak von Kyle Leufroy bedeutete das 12:8 (6.), Dragons-Coach Tuna Isler bat zur Auszeit. Und ergriff offensichtlich die richtigen Maßnahmen. Den Gästen unterliefen jetzt immer mehr, oft unnötige Ballverluste, die Artland Dragons nutzten es zur 12:0-Serie. Auch weil nun Malik Dunbar, beim Hinspiel in Hagen mit 34 Punkten herausragend, aufdrehte und aus allen Lagen traf. Erst Adam Pechacek verkürzte nach dem 12:20 per Dreipunktspiel, dann stellte aber Dunbar aus der Distanz den alten Abstand wieder her (15:23).

Octeus schwach, Griffin dreht auf

Und es lief nicht besser im zweiten Viertel für die Hagener, die defensiv nun überhaupt keinen Zugriff mehr fanden. Mit zwei Dreiern - den ersten Distanztreffern der Gäste - verkürzte Dominik Spohr zwar auf 21:25 und erzwang eine weiter Auszeit. Aus der startete Chase Griffin - bis dahin unauffällig - mit einem Vierpunktspiel, da er beim erfolgreichen Dreier noch ungeschickt von Jonas Grof gefoult wurde (21:29, 13.). Es war die Initialzündung für die Gastgeber, die sich nun sukzessive durch Dunbar und Center Robert Oehle absetzten. Lediglich durch gelegentlich eingestreute Dreier blieb Phoenix einigermaßen dran, den Weg zum Korb fand man überhaupt nicht mehr. Bei den Ballverlusten blieb es, vor allem Jon Octeus agierte sehr unglücklich. Das Offensivspiel der Gäste bekam der US-Spielmacher nicht in den Griff, als Scorer war er ein Ausfall. „Das war das erste richtig schlechte Spiel von Octeus“, räumte Seidel ein, „aber da hat er sich in die allgemeine Mannschafts-Leistung eingereiht.“

Denn wer ein Aufbäumen und eine andere Einstellung der Hagener nach dem Wechsel erwartet hatte, sah sich schnell getäuscht. Jetzt war es der Ex-Hagener Griffin, der gegen seinen früheren Klub fast wie gewohnt aufdrehte. Mit zwei Dreiern von weit draußen - am Ende hatte er von seinen fünf Versuchen alle getroffen - ließ er die Gastgeber wegziehen, beim 42:60 (23.) nahm Harris entnervt die Auszeit. Am desolaten Auftritt seines Teams änderte das nichts, egal ob Octeus oder der erstmals wieder länger spielende Niklas Geske das Spiel zu lenken versuchte. Als der Phoenix-Coach das nächste Mal Gesprächsbedarf anmeldete, war beim 46:73 (27.) nur noch die Höhe des Artland-Sieges fraglich.

Bei Oehles 46:77 (28.) betrug die Differenz erstmals mehr als 30 Punkte, sogar 40 waren es beim 64:104 durch den erstmals eingesetzten Nachwuchsmann Marvin Möller (39.). Die mitgereisten Phoenix-Fans hatten die Arena hier schon verlassen, gerieten auf dem Weg hinaus mit Anhängern der Dragons aneinander, was zum Einsatz von Security-Kräften führte. „Das Ende passte ins unschöne Bild, was Phoenix heute abgegeben hat“, bedauerte Seidel, „das einzige Positive heute ist, dass wir schon Sonntag wieder antreten können. Da muss die Mannschaft eine Reaktion zeigen und die richtige Einstellung und Aggression zeigen.“ In Quakenbrück, das betonte auch Harris, habe dies völlig gefehlt: „Das war eine böse Überraschung.“

Am Sonntag in Ehingen

Bereits am heutigen Samstag macht sich Phoenix Hagen auf den Weg Richtung Baden-Württemberg, wo am Sonntag um 17 Uhr das Duell beim Team Ehingen Urspring ansteht. Die Ehinger um Trainer Domenik Reinboth traten am Freitag Abend bei den Römerstrom Gladiators Trier an, unterlagen deutlich mit 66:90 (37:44) mit. Beste Werfer waren Cullen Jacob Neal ( 13 Punkte), Gianni Otto und Erik Scheive (jeweils 11).

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