Mitgliedertagung

Stadtsportbund Hagen kann die Beiträge erhöhen

Anke Tauer vom Stadtsportbund  stellt die Planungen für das Sport-Bildungswerk vor.

Anke Tauer vom Stadtsportbund stellt die Planungen für das Sport-Bildungswerk vor.

Foto: Axel Gaiser

Hagen.  Diesmal folgten Hagens Sportler dem SSB-Vorstand: Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde die Beitragserhöhung ab 2020 beschlossen.

Es ging ums Geld – wie vor knapp fünf Monaten. Doch bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Stadtsportbunds Hagen verlief alles nach Plan für den SSB-Vorstand, anders als noch bei der regulären Jahrestagung Ende April. Mit deutlicher Mehrheit stimmten die Hagener Sportvereine einer Erhöhung der jährlichen Beiträge ab 2020 ebenso zu wie dem Etatplan für das laufende Jahr. Angesichts des aktuellen Defizits - im laufenden Jahr geht man von einem Minus von 8825 Euro aus - stellte SSB-Chef Reinhard Flormann die Beitragserhöhung als unabdingbar dar: „Wenn wir nicht erhöhen, müssen wir die Geschäftsstelle verkleinern.“ Gleichzeitig soll die Initiierung eines Sport-Bildungswerkes absehbar die Einnahmen erhöhen.

Die Erleichterung auf dem Vorstands-Podium im Sinfonium der Stadthalle machte sich nach einer Stunde breit, als die Abstimmungs-Ergebnisse - diesmal mit vorbereiteten Stimmzetteln abgefragt - vorlagen. Natürlich wurde die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge, die die Klubs an den SSB leisten, unter den 108 Vertretern von 41 der insgesamt 195 Hagener Sportvereine kontrovers diskutiert. Die Notwendigkeit des Schritts schien der Mehrheit aber einzuleuchten, 70 Ja- und 30 Neinstimmen waren ein deutliches Votum für die Erhöhung. „Wir versprechen euch, wir werden das Geld bestmöglich verwenden“, versprach Flormann. Sein Vorstand hatte nach dem Gegenwind von mehreren Abstimmungs-Niederlagen bei der Mitgliederversammlung im April nachgebessert, die Beitragserhöhung fällt moderater als zunächst vorgesehen aus. 45 Euro statt bisher 34,99 pauschal pro Jahr zahlen künftig kleine Vereine, 90 Cent pro Mitglied (bisher 70) die größeren. Der erste Vorschlag hatte sich auf 50 Euro pro Klub bzw. ein Euro pro Mitglied belaufen.

SSB muss an die Rücklagen gehen

Einen Mehrerlös von 6000 Euro bei konstanten Mitgliederzahlen erwartet der SSB mit diesem Schritt, mit dem man im Vergleich der NRW-Sportbünde im „gesunden Mittelfeld“ liege. Zum Vergleich: Nur 30 Cent pro Mitglied nimmt der Märkische Kreis, 2,50 Euro dagegen sind es in Bonn. Die absehbaren Verluste, seit dem damals abgelehnten Etatplan im April ist das Minus angesichts zurückgehender Mitgliedszahlen in den Vereinen noch etwa größer geworden, können mit den zusätzlichen Beiträgen nicht ausgeglichen werden, so muss der SSB vorerst an die aktuell gut 28.000 Euro betragenden Rücklagen gehen.

Gleichzeitig erhofft man sich auf Dauer mehr Einnahmen durch eine andere Maßnahme. „Hagen bekommt ein Sport-Bildungswerk“, warb die in der SSB-Geschäftsstelle für Lehrgänge und Qualifizierung zuständige Anke Tauer für die zum 1. Januar 2020 vorgesehene Neugründung. 33 der 54 nordrhein-westfälischen Sportbünde verfügen bereits über solche Außenstellen des Landes-Sportbildungswerks (SBW), , erzielen damit in der Aus- und Fortbildung von Trainern und Vereinsmanagern, Kurs-Angeboten oder anderen Projekten als „kleines Wirtschaftsunternehmen“ (Tauer) deutlich bessere Einnahmen als Hagen. So kann man beim neuen Hagener SBW etwa schon im ersten Jahr mit 10.500 Euro Personalkostenzuschuss planen. Dabei betonte Anke Tauer: „Wir machen kein Konkurrenz-Angebot zu den Vereinen, sondern wollen diese unterstützen.“

Die Auswirkungen dieses Sportbildungs-Werks zunächst abzuwarten und die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge um ein Jahr zu verschieben, darum warb Klubchef Detlef Spruth vom VfL Eintracht Hagen. Die Mehrheit indes folgte dann der Meinung von Michael Gothen von den Boeler Basketballern: „Die Arbeit im SSB muss finanziert werden, sie ist für uns alle wichtig“, sagte er - und ergänzte mit Blick auf die letzte Beitragserhöhung im Jahr 2001: „In meinem Vereinen ist in diesem Zeitraum der Beitrag fünf- oder sechsmal erhöht worden.“

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