3. Liga

VfL Eintracht Hagen blamiert sich böse gegen das Schlusslicht

Mit fünf Toren in Folge lässt Tim Brand den VfL Eintracht Hagen gegen die SG Menden Sauerland Wölfe zwischenzeitlich zum 24:24 ausgleichen. Doch am Ende siegt das Schlusslicht beim Tabellenzweiten mit 29:26.

Mit fünf Toren in Folge lässt Tim Brand den VfL Eintracht Hagen gegen die SG Menden Sauerland Wölfe zwischenzeitlich zum 24:24 ausgleichen. Doch am Ende siegt das Schlusslicht beim Tabellenzweiten mit 29:26.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen.  Die Aufstiegschancen verspielt der VfL Eintracht Hagen daheim gegen Keller-Teams. Gegen Schlusslicht Menden blamierte sich der VfL beim 26:29.

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Gegen die Abstiegskandidaten verspielt der VfL Eintracht Hagen daheim die Chance auf die Rückkehr in die 2. Handball-Bundesliga. Nach dem Patzer gegen Leichlingen am Ischeland unterlag das Team von Trainer Ulli Kriebel auch gegen Schlusslicht SG Menden Sauerland Wölfe mit 26:29 (13:16). „Wir haben jetzt neun Minuspunkte, das ist indiskutabel“, nahm Kriebel die erneute unerwartete Heimschlappe auf seine Kappe: „Ich muss mich wieder mal entschuldigen und hinterfragen, welche Arbeit ich abliefere. Da muss ich erst einmal eine Nacht drüber schlafen.“

Zwei Derbys hatte der VfL Eintracht klar gewonnen, das dritte dominierte vom Anpfiff weg der Gast. Wie das Häuflein lautstarker Mendener Trommler auf der Tribüne gaben auch auf dem Feld die „Wölfe“ den Ton an. Moritz Eigenbrodt und Jonas Schulte brachten die SG in Führung, es dauerte bis zur fünften Minute bis zum ersten Hagener Treffer durch Kim Voss-Fels (1:2). Doch die ohne die verletzten Tim Stefan, Jan-Lars Gaubatz und Daniel Metsrum angetretenen Gastgeber agierten auch in der Folge zu fehlerhaft, fanden offensiv keinen Rhythmus und packten defensiv nachlässig zu.

So lief der Favorit über die gesamte erste Hälfte beständig einem Rückstand hinterher, beim 5:9 durch einen Tempogegenstoß von Felix Thier (15. Minute) hatte Kriebel genug gesehen und bat zur Auszeit. Nun sollte Valentin Schmidt anstelle von Tim Brand das Eintracht-Spiel organisieren, mehr Struktur bekam es aber nicht. Zwar verkürzten Theo Bürgin und Voss-Fels auf 7:9 (18,), doch wenig später hieß es durch Eigenbrodts Siebenmeter wieder 7:11. Und erst jetzt kam Hagens Topschütze Maximilian Lux zu seinem ersten Wurfversuch, nach seinem 8:11 setzten sich aber erneut die mit mehr Tempo agierenden Mendener durch Joshua Krechel zum 8:13 ab (22.).

Brand verkürzt mit fünf Toren

Kriebel hatte bis zu diesem Zeitpunkt schon zahlreiche Alternativen versucht, mit Damian Toromanovic kam der zehnte Feldspieler, während die Gäste weitgehend mit ihrer Stammformation durchspielten. Dass sie bis zur Pause nicht noch weiter enteilten, lag vornehmlich an Lukas Kister, der etwas verkürzen konnte. „Der VfL ist nicht aggressiv genug in der Deckung, kommt nicht ins Tempospiel“, hatte Ex-Bundesligaspieler Sebastian Schneider indes einiges an der Vorstellung des Tabellenzweiten auszusetzen.

Der VfL Eintracht reagierte in der Pause, nur vier Minuten brauchte man nach dem Wechsel - nun energischer verteidigend - zum 16:16-Ausgleich durch Voss-Fels. Und als Toromanovic kurz darauf einen Tempogegenstoß zur ersten Führung nutzte (18:17), schien alles doch den erwarteten Gang zu nehmen. Doch Menden konterte, wenig später hieß es erneut 18:21. Tim Brand, der fünfmal in Folge traf, hielt die Gastgeber im Spiel und glich zum 24:24 aus (52.). Dann aber zog das Schlusslicht, mit Torhüter Kevin Peichert als überragendem Rückhalt, endgültig davon. Erst nach dem 24:27 durch Eigenbodt 100 Sekunden vor dem Ende stoppte Kriebel den Mendener Lauf per Auszeit, viel zu spät. Wenig später tanzten die Gästespieler ausgelassen im Kreis und feierten ihren Sieg im ersten Derby am Ischeland mit etwa 80 mitgereisten Fans.

„Normalerweise ist hier ein Sieg nicht möglich“, sagte SG-Trainer Micky Reiners, „aber heute haben wir ausgenutzt, dass Hagen arg dezimiert war.“ Was Kriebel nicht als Entschuldigung gelten ließ: „Ich habe immer noch einen Top-Kader, der Menden schlagen muss.“

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