Hallenfußball

Kein Bier bei der Hallenstadtmeisterschaft 2020 in Hattingen

Begeisterung auf den Rängen (hier 2015 beim Triumph der SFN) – daran soll auch nichts ändern, dass es 2020 in der Halle kein Bier gibt.

Begeisterung auf den Rängen (hier 2015 beim Triumph der SFN) – daran soll auch nichts ändern, dass es 2020 in der Halle kein Bier gibt.

Foto: fischer / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Hedefspor Hattingen hat sich zu diesem Schritt entschieden. Die Organisatoren rechnen mit Kritik – ein Fachschaftsmitglied wird aber deutlich.

Veli Kutlu zögerte etwas und wirkte unsicher, als er den Vereinsvertretern am Rande der Auslosung zur Hattinger Hallenstadtmeisterschaft eine Nachricht überbringen wollte. „Ich weiß nicht, ob es nun gut oder schlecht ist“, setzte der Sportliche Leiter des Ausrichters Hedefspor an und kam dann direkt zum Punkt: „Wir werden bei den Turnieren kein Bier ausschenken.“

Das gab es noch nie. Bereits vor zwei Jahren, als Hedefspor die Feldstadtmeisterschaft im Sommer ausrichtete, gab es laut Kutlu die Überlegungen, kein Alkohol beim Turnier zu verkaufen. Dann wurde aber noch einmal eine Bar aufgebaut.

„Sport und Alkohol gehören nicht zusammen“

„Wir sind einfach der Meinung, dass Sport und Alkohol nicht zusammengehören und ziehen diesen Schritt durch“, betonte Kutlu. Dies sei bei den Heimspielen in der Liga bereits der Fall. Bei der letzten Hallenstadtmeisterschaft, die Hedefspor für die Senioren ausrichtete, wurde noch Bier verkauft – das ist aber mittlerweile zwölf Jahre her.

Der Verein aus dem Rauendahl möchte sich durch diesen Schritt an der bundesweiten Aktion „Alkoholfrei Sport genießen“, beteiligen.

Sie wurde 2011 ins Leben gerufen und wird von einem Aktionsbündnis aus vielen Verbänden unterstützt, darunter sind unter anderem der Deutsche Olympische Sportbund, der Deutsche Fußball-Bund sowie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Es ist also nichts neues, was von uns nun vorgeschlagen wird“, sagte Kutlu, der klar stellte: „Es hat nichts damit zu tun, dass wir ein islamischer Verein sind.“

Die Mitteilung nahmen die anwesenden Vereinsvertreter erstmal auf, direkt abgelehnt hat sie keiner. Dennoch diskutierten sie darüber.

Clubs sollen die Entscheidung vermitteln

„Die Entscheidung wird wahrscheinlich nicht leicht von den Zuschauern aufgenommen, da wird es Meinungsverschiedenheiten geben“, merkte Georg Tietz, Vorsitzender der vor kurzem 50 Jahre alt gewordenen SG Hill, an.

Bei der Jugend sind sich alle einig: kein Alkohol. Doch bei den Seniorenturnieren komme eine andere Zielgruppe.

Innerhalb des Vereins seien die Meinungen zum Entschluss ebenfalls auseinandergegangen, verrät Kutlu. „Einige haben dabei den Profitgedanken angebracht. Der soll aber beim Turnier nicht im Vordergrund stehen, es geht um den Sport“, so der Sportliche Leiter, der von der Fachschaft Fußball des Stadtsportverbandes unterstützt wird.

Fachschaft steht hinter der Entscheidung – Fischer mit klarer Ansage

„Man kann viel darüber diskutieren, aber wir stehen hinter der Entscheidung“, sagte Fachschaftsleiter Dino Carrafiello.

Uwe Fischer, Verantwortlicher für die Jugend in der Fachschaft, begrüßt die Entscheidung von Hedefspor ebenfalls. „Entweder schauen sich die Zuschauer die Spiele in der Halle an, wo auf der Tribüne ja ohnehin keine Getränke mitgenommen werden dürfen. Oder sie gehen woanders hin und trinken Bier, wenn sie darauf nicht für ein paar Stunden verzichten können.“

Die Vereinsvertreter mussten die Mitteilung dann auch erst einmal sacken lassen und sollen sie an ihre Vereine weitertragen. Manfred Lümmer, Fußball-Abteilungsleiter der Sportfreunde Niederwenigern, bat darum, den Flyer der bundesweiten Aktion den Vereinen zukommen zu lassen. „Dann können wir es kommunizieren“, sagte er.

Sonst würden die Zuschauer plötzlich am Turniertag überrascht werden.

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