Basketball - EuroCup

Enttäuschung: Herner TC bleibt im Europapokal ohne Heimsieg

Immer unter Druck: Laura Westerik sieht auch hier schon eine Gegenspielerin heranstürmen. Hernes Niederländerin hatte gegen Keltern besonders aus der Distanz kein Glück, traf nur einen von sechs Dreier-Versuchen.

Immer unter Druck: Laura Westerik sieht auch hier schon eine Gegenspielerin heranstürmen. Hernes Niederländerin hatte gegen Keltern besonders aus der Distanz kein Glück, traf nur einen von sechs Dreier-Versuchen.

Foto: Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services

Herne.  Gegen Keltern verliert der Herner TC im Eurocup 54:72 und wirkt dabei oft platt und ausrechenbar. Marek Piotrowski hat ein Problem zu lösen.

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Es war Anfang des zweiten Viertels im Basketball-Eurocup-Spiel zwischen dem Herner TC und den Rutronik Stars Keltern: Ivana Brajkovic bekam den Ball unterm Korb, erzielte per Korbleger das 17:17 – zwei bemerkenswerte Punkte. Nicht nur, weil sie für den letzten Gleichstand sorgten und Herne nach dem folgenden 0:12-Lauf nie mehr ernsthaft infrage kam, dieses Spiel zu gewinnen. Es waren auch bis ganz spät im Spiel die einzigen Punkte, die eine Herner Bankspielerin gemacht hatte. Bei der klaren HTC-Niederlage verstärkte sich der problematische Eindruck der vergangenen Wochen.

Dass Matilda Claesson im letzten Viertel noch zwei Dreier traf, hübschte die Ausbeute der Herner Bank zwar etwas auf, hatte aber nur statistischen Wert. Acht Punkte von Spielerinnen, die nicht zur Starting Five gehörten, sind zu wenig, um ein Basketballspiel zu gewinnen. Erst recht auf internationalem Niveau.

Herner Bank ist gegen Keltern erneut kaum eine Hilfe

Zum Vergleich: Die Bank der Rutronik Stars Keltern, die zu acht angetreten waren, machte 37. Das war der Unterschied bei der krachenden 54:72-Niederlage der Hernerinnen, die offensiv über weite Strecken platt und ausrechenbar wirkten.

herne- drittes eurocup-heimspiel soll nicht das letzte sein

Keltern zeigte, wie Herne zu schlagen ist. Wenn Jordan Frericks und Kennedy Leonard ausgeschaltet sind oder einen schlechten Tag haben, kann keine der anderen Spielerinnen das Team dauerhaft tragen.

Katharina Fikiel und Laura Westerik versuchten es, bekamen aber kaum Unterstützung und trafen auch den Korb nicht, genau wie Adelina Abaiburova. Überhaupt traf der HTC nur 29 Prozent der Würfe aus dem Feld. Matilda Claesson, Eva Rupnik und Ivana Brajkovic schaffen es derzeit nicht, das Niveau auf dem Feld hochzuhalten, um den Starterinnen eine Pause zu verschaffen.

Von den Nachwuchsspielerinnen Sarah Polleros und Laura Zolper wäre das wahrlich zu viel verlangt. So entwickelte sich schnell ein Abend zum Vergessen.

Im ersten Viertel spielt Herne noch auf Augenhöhe

Dabei begann Herne das Spiel gut, Fikiel und Abaiburova trafen frühe Dreier zur 8:3-Führung nach dreieinhalb Minuten.

Keltern verteidigte aber schnell aggressiver, ließ besonders Kennedy Leonard kaum Platz, so das Keltern auf 8:8 ausglich und beim 10:13 erstmals in Führung ging. Mit zwei Westerik-Freiwürfen glich Herne zur ersten Viertelpause aber wieder aus – 15:15.

Ab dem zweiten Viertel geht’s dahin für den HTC

Ivana Brajkovic sorgte nach 12 Minuten, wie eingangs beschrieben , beim 17:17 nochmal für den Ausgleich, zum letzten Mal. Ballverluste, Fehlpässe, Schrittfehler und verpasste Korbleger sorgten dafür, dass Keltern auf 17:29 wegziehen konnte.

Laura Zolper hatte Pech, dass ein schöner Dreierversuch beim Stand von 19:32 aus dem Korb heraussprang, Frericks und Abaiburova sorgten in der letzten Minute vor der Pause immerhin für ein erträgliches Halbzeitergebnis von 24:32.

Abaiburova eröffnete die zweite Hälfte mit dem 26:32, für große Hoffnungen in der (diesmal nicht voll besetzten) H2K-Arena sorgte die Mannschaft aber nicht mehr. Herne schaffte es einfach nicht, offensiv konstant zu punkten.

Keltern zog bis zum Ende des Viertels auf 34:53 davon, auch weil Marek Piotrowski die ganz große Rotation anwarf und zeitweise eine Fünf aus Zolper, Polleros, Rupnik, Claesson und auch Drew Sannes auf dem Feld stehen hatte. Aber egal, wer spielte: Während Herne sich jeden Treffer hart erarbeiten musste, musste Keltern nur die Fehler des HTC nutzen und punktete immer wieder leicht.

Für eine Aufholjagd fehlen am Ende die Kräfte

Leonard und Frericks trieben ihre Teamkolleginnen zu Beginn des letzten Abschnitts nochmal an, dann traf Spezialistin Matilda Claesson endlich zwei Dreier zum 47:57 und 52:61 und Herne war knapp fünf Minuten vor Schluss theoretisch in Position für eine Aufholjagd. In der Abwehr fehlten aber jetzt die Kräfte und Keltern blieb gnadenlos, spätestens mit Frericks fünftem Foul war der Abend gelaufen.

Auch der dritte Europapokalabend mit einer Heimniederlage und wettbewerbsübergreifend die dritte Niederlage in Serie für den Herner TC, zum dritten Mal in Folge unter sechzig Punkten.

Ein viertes Eurocup-Heimspiel wird es in dieser Saison wohl nicht geben

Trainer Marek Piotrowski hat nun die Aufgabe, diese Probleme zu lösen. Am besten natürlich schon bis zum Heimspiel gegen Wasserburg am Samstag (18 Uhr). Spätestens aber in Richtung der Bundesliga-Playoffs.

Im Europapokal stehen zwar noch die Auswärtsspiele in Ungarn und Belgien an, die Wahrscheinlichkeit aufs Weiterkommen geht nach Mittwochabend aber gegen Null.

>> SO HABEN SIE GESPIELT

Herner TC - Rutronik Stars Keltern 54:72

Viertel: 15:15, 9:17, 10:21, 20:19.

Herne: Frericks (14/15 Rebounds), Fikiel (9/1 Dreier), Abaiburova (9/1), Westerik (9/1), Claesson (6/2), Leonard (5/1), Brajkovic (2), Zolper, Polleros, Sannes, Rupnik.
Keltern: Jakobzone (25/4 Dreier), Deura (12/2), Joseph (12/1/16 Rebounds), Thomas (11/1), Cvitkovic (7), Mayombo (5/1), Anderson, Brown.

Quote 2pt: 13/41 (32%) - 13/45 (29%)
Quote 3pt: 6/24 (25%) - 9/22 (41%)
Quote FT: 10/10(100%) - 19/23 (83%)
Rebds: 45 (13off./32def.) - 47 (14/33)
Assists: 13 - 13
Turnover: 18 - 10
Fouls: 20 - 16

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