Leichtathletik

Silvesterlauf Herne: LC Westfalia kämpft gegen Müllproblem

Hier ist noch alles sauber – nach dem Lauf war die Strecke in der Vergangenheit aber sehr vermüllt, wogegen der LC Westfalia Herne jetzt vorgeht.

Hier ist noch alles sauber – nach dem Lauf war die Strecke in der Vergangenheit aber sehr vermüllt, wogegen der LC Westfalia Herne jetzt vorgeht.

Foto: Kerstin Buchwieser / FUNKE Foto Services

Herne.  In den vergangenen Jahren war Müll auf der Strecke im Gysenberg ein großes Problem – jetzt setzt der Herner Club auf mehr Nachhaltigkeit.

Ein alter Hund kann sehr wohl noch neue Tricks erlernen. So auch der 42. Herner Silvesterlauf. Denn obwohl vieles gleich bleibt, wird es bei der diesjährigen Ausgabe einige Neuerungen geben. Besonders im Vordergrund steht dabei für Ausrichter LC Westfalia Herne die Nachhaltigkeit.

„Silvesterlauf goes Green“ heißt das Motto, das in diesem Jahr zum ersten Mal im Fokus steht und bei den kommenden Ausgaben noch weiter verfolgt werden soll.

Die Verschmutzung der Strecke und des Zielbereichs wurde von Jahr zu Jahr mehr, berichten die Organisatoren. „Besonders beim vergangenen Lauf ist uns das übel aufgestoßen“, erklärt Pressesprecher Thorsten Jäger. Der 1. Vorsitzende Klaus Ahlhorn ergänzt: „Wenn nachher da 20 Mülltonnen stehen, weiß man, dass etwas zu tun ist.“

LC Westfalia sah Änderungsbedarf

Um in diesem Bereich erste Schritte einzuleiten, wird es in diesem Jahr keine Einweg- oder Plastikbecher mehr geben, sondern Tassen. Darüber hinaus werde es keine Papiertüten für die Startnummern geben, diese werden lose ausgeteilt.

Ferner wird es für die Schüler, die am Lauf teilnehmen, Holzmedaillen geben. „Die glänzen zwar nicht so schön, erfüllen aber den Zweck der Nachhaltigkeit“, erklären die Verantwortlichen. Diese Idee habe man sich beim Köln Marathon abgeschaut. Auch die Urkundenausgabe wurde dahingehend überarbeitet.

Nur noch die drei Erstplatzierten jeder Altersklasse und die generellen Sieger erhalten vor Ort eine Urkunde. Die übrigen Läufer können sich diese nur noch auf expliziten Wunsch ausdrucken lassen oder dies zu Hause tun. Ziel sei es generell, die Müllmenge im Vergleich zum Vorjahr zu halbieren.

Voranmeldungen laufen sehr gut

Daher appelliert der Verein auch an die Läufer selbst sich diesem Vorhaben anzuschließen und darauf zu achten, so wenig Müll wie möglich zu produzieren. Eine weitere, kleine Neuerung betrifft die Strecke.

Aufgrund der Aufforstung am ehemaligen Sportplatz, wird die Strecke auf diesem Teilstück leicht abgeändert. Anstatt Geradeaus, müssen die Läufer nun eine kleine Schlaufe in Kauf nehmen. „Das sind, wenn überhaupt, 100 Meter mehr“, erklärt Jäger. Bisher zeigt sich, trotz der Änderungen, „eine durchweg positive Resonanz“. Ein neuer Voranmeldungsrekord spricht dafür.

200 Anmeldungen habe die LCW zu diesem Zeitpunkt noch nie vorweisen können. Die erwarteten 1.100 Anmeldungen dürften somit erreicht werden.

Neben den vielen Breitensportlern, für die der Silvesterlauf immer schon ausgerichtet war, werden sich auch wieder einige prominente Gesichter über die 10.000 Meter durch den Gysenberg wagen.

Marius Probst ist dabei – aber wohl langsamer als sonst

Einer von ihnen ist Lokalmatador und Mittelstreckenläufer Marius Probst (TV Wattenscheid), der den Lauf im vergangenen Jahr für sich entscheiden konnte. Für den 24-Jährigen wird es in diesem Jahr ein ganz besonderer Lauf.

Im Juli diesen Jahres erlitt Probst einen Ermüdungsbruch, die Saison mitsamt Weltmeisterschaft, war für ihn somit gelaufen. Der Silvesterlauf wird somit sein erstes Rennen seit einem guten halben Jahr.

„Ich trainiere erst seit vier, fünf Wochen. Ich werde dennoch alles geben, auch wenn ich wahrscheinlich nicht so schnell laufen kann, wie in den letzten Jahren“, formuliert Probst seine Ziele. Eine 30er-Zeit ist dann das konkretere Ziel. Abseits der Neuerungen soll der Silvesterlauf auch in diesem Jahr wieder ein Lauf für Jedermann sein. Zwischen Breiten- und Spitzensport dürfte jeder seinen Platz finden.

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