Sportplätze

Abschreckung oder nur Aktionismus?

Am Ernst-Loewen-Sportplatz machen Siegel und Hinweisschild das Zutrittsverbot deutlich. An anderen Plätzen sollen diese Maßnahmen noch folgen.

Am Ernst-Loewen-Sportplatz machen Siegel und Hinweisschild das Zutrittsverbot deutlich. An anderen Plätzen sollen diese Maßnahmen noch folgen.

Foto: Willy Schweer

Hemer.  Die Stadt Hemer versiegelt alle Eingangstore der Sportplätze, in Iserlohn sieht man keinen Handlungsbedarf.

Die Ansage war schon in der letzten Woche klar. Sporthallen und Sportplätze bleiben verschlossen, Training in Gruppen ist untersagt. Das hinderte mancherorts Jugendliche jedoch nicht daran, über Sportplatzzäune zu klettern und auf dem Kunstrasen ein wenig zu kicken. In Iserlohn wie in Hemer wurde derart unbefugtes Betreten beobachtet, und die Städte haben höchst unterschiedlich darauf regiert.

In Iserlohn sollen die Sportplatztore, wo es möglich ist, unbedingt abgeschlossen bleiben. Allerdings sind Vereinsvertreter, die die einzelnen Anlagen betreuen, vom Kommunalen Immobilienmanagement aufgefordert worden, regelmäßig die Duschen zu laufen zu lassen, um damit einer Legionellenbildung vorzubeugen. Auch Platzwarte versehen weiterhin ihre Aufgaben, schließlich kann in Zeiten des ruhenden Trainings- und Spielbetriebes ungehindert gearbeitet werden.

In Hemer dagegen ist man bei den Sportplätzen rigoros vorgegangen und hat die Eingangstore sukzessive versiegelt. Begründet wird die Maßnahme mit den Vorfällen der letzten Woche, als die Anlagen von Jugendlichen betreten wurden. Weil diese Personen jedoch nicht durch das Tor marschierten, sondern über Zäune kletterten, erschließt sich den Betroffenen der Sinn solcher Siegel nicht.

Frank Schulte, Vorstandsmitglied beim SV Deilinghofen/Sundwig, kann jedenfalls den Ernst-Loewen-Sportplatz nicht betreten. „Eigentlich wollte ich im Vereinsheim den Kühlschrank abstellen, damit wir nicht unnötig Strom verbrauchen. Aber ich komme ja nicht rein.“

Aus dem Rathaus heißt es dazu, dass man jederzeit Rücksprache mit der Schul- und Sportverwaltung nehmen könne (über die Nummer 02372-551700), um einen Termin zu vereinbaren, zu dem dann Einlass gewährt wird.

Begründet wird diese Restriktion auch mit der Hoffnung auf Abschreckung. „Wer trotz des Siegels und der Hinweisschilder die Anlage betritt, begeht Hausfriedensbruch, was entsprechend geahndet wird“, erläutert Marc Giebels, Pressesprecher der Stadt Hemer. Er versichert, dass Polizei und Ordnungsamt regelmäßig an den Sportstätten kontrollieren werden.

Vereinsvertreter werten die Versiegelung aber auch als Zeichen des Misstrauens gegenüber jenen, die im Besitz eines Stadionschlüssels sind. So sieht es nicht nur Andre Mörschler, der Vorsitzende des TV Deilinghofen. „Uns wurde diese Maßnahme für das Felsenmeerstadion am letzten Freitag angekündigt, und am Wochenende hatten wir noch Gelegenheit, etwas aus dem Gebäude zu holen, was wir dringend brauchten.“

Im Stadion ruht der Betrieb, und jetzt wäre nach Ansicht des TVD-Chefs die passende Zeit, um Pflegemaßnahmen durchzuführen. Mörschler: „Ich bin gespannt, wie der Rasen aussieht, wenn wir dort wieder trainieren können.“ Aus dem Rathaus heißt es dazu: Weshalb jetzt mähen, wenn die Anlage wochenlang nicht genutzt wird? Und Marc Giebels stellt klar: „Mehrtägige Renovierungsarbeiten wird es in dieser Zeit nirgendwo geben.“

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