Eishockey

Adler Mannheim kennen kein Erbarmen

Drei gegen Zwei: Diese Szene zeigt, dass Mannheim die Roosters stets im Griff hatte.

Drei gegen Zwei: Diese Szene zeigt, dass Mannheim die Roosters stets im Griff hatte.

Foto: Max Winkler

Iserlohn.  Der Meister nutzt die Verunsicherung der Roosters gnadenlos aus und schenkt ihnen die nächsten fünf Tore ein.

Das Drama nimmt kein Ende: Trotz einer erkennbaren Leistungssteigerung gegenüber den Auftritten in Berlin und Straubing versetzten die Adler Mannheim den Iserlohn Roosters den nächsten Nackenschlag. Erneut kassierte das Team von Trainer Jason O’Leary fünf Gegentreffer und die vierte Niederlage in Folge. Was fast noch schlimmer ist: Seit nunmehr 211 Minuten und 21 Sekunden hat es keinen eigenen Treffer mehr gegeben.


Iserlohn Roosters – Adler Mannheim 0:5 (0:2, 0:3, 0:0). Den Willen, der Sieg- und Torlosserie ein Ende zu bereiten, war den Roosters keineswegs abzusprechen, aber dazu gastierte einfach nicht der richtige Gegner am Seilersee. Mannheim trat ganz im Stile einer Spitzenmannschaft auf, die letztendlich leichtes Spiel mit den mental am Boden liegenden Gastgebern hatte.

0:2 aus heimischer Sicht hieß es nach dem ersten Drittel, weil altbekannte Fehler nicht abgestellt wurden. Thomas Lakin nutzte zunächst eines der vielen Missverständnisse bei den Roosters. Er nahm Alex Grenier die Scheibe ab, marschierte Richtung Tony Peters und bediente den im Hinterhalt lauernden Mark Katic, dessen Schuss rechts neben Iserlohns Torwart einschlug. War dieser Treffer noch vergleichsweise unglücklich zustande gekommen, so muss das zweite Gegentor als haarsträubend bezeichnet werden. Schließlich waren die Roosters seit 42 Sekunden in Überzahl.

Roosters suchen in Überzahl zu selten den Abschluss

In solchen Phasen brachten sie unverändert wenig zustande. Bestes Beispiel kurz nach Spielbeginn: Die Partie lief seit knapp zwei Minuten, als Borna Rendulic für insgesamt vier Minuten raus musste. Doch es dauerte 2:11 Minuten bis zum ersten Torschuss durch Brody Sutter. Dagegen wurden sieben Torschüsse der Adler gezählt, als wenig später mit Jake Weidner der erste Iserlohner für zwei Minuten raus musste.

Die Fans feierten ihren IEC trotzdem, Pfiffe blieben weitgehend aus, nur nach Spielende waren vereinzelt welche zu hören. Der Mehrheit der rund 4000 Zuschauer schien das Team einfach nur Leid zu tun, weil es momentan nicht so kann wie es eigentlich will. Dass es nach einem wilden Ritt im Mittelabschnitt schon 0:5 stand, nahmen die Fans ihrer Mannschaft also nicht krumm.

Denn der Zug zum Tor war unverkennbar. 23 Minuten waren gespielt, als Alex Grenier alleine aufs Tor zulief, im letzten Augenblick aber doch noch gestört wurde – Chance vertan. Kurz darauf erlebte Mike Halmo eine ähnliche Szene. So hätte es weitergehen können, doch eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Mannheim-Leihgabe Janik Moser unterbrach den aufkommenden Sturmlauf. Und eigentlich brachten die Roosters das Unterzahlspiel gut über die Runden, doch just in dem Augenblick, als sie sich vervollständigten, traf Smith zum 0:3, was erst durch den Videobeweis offensichtlich wurde. Es kam noch dicker: Als Erik Buschmann und Marko Friedrich auf die Strafbank geschickt wurden, hatten die Adler leichtes Spiel. Nach 18 Sekunden Fünf gegen Drei traf erneut Smith.

Friedrich bleibt nach hartem Check benommen liegen

Sollte es etwa trotz einer klaren Steigerung gegenüber dem Straubing-Spiel zu einer ähnlichen Abfuhr kommen? Marko Friedrich wollte genau das verhindern. Mit einem brandgefährlichen Schuss sorgte er dafür, dass ein Raunen durch die Eissporthalle ging. Friedrich war noch dabei, mit gesenktem Kopf die Enttäuschung über die vergebene Chance zu verdauen, weswegen seinen Gegenspieler nicht sah. Der rauschte unabsichtlich, aber doch übel in ihn hinein. Benommen ging Friedrich zu Boden und erst nach einer Weile mit Unterstützung vom Eis. Wenige Minuten später fiel das 0:5, das bei allen Missverständnissen und Fehlpässen fast schon nicht mehr dem Spielverlauf entsprach.

Im Schlussabschnitt war die Luft weitgehend raus. Zwei nennenswerte Chancen durch den kämpferisch vorbildlichen Alex Petan und Ryan O’Connor gab es zu Beginn, ansonsten gingen die letzten 20 Minuten ohne Unterbrechung zu Ende – einzig der unvermittelte Faustkampf, den Larkin gegen Daniel Weiß anzettelte und ein ein weiteres Überzahlspiel für die Roosters zur Folge hatte, stach hervor.

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