Iserlohn. Die Mountainbike-Abteilung des TuS Iserlohn hat die Strecken bestens präpariert und freut sich über immer mehr Nutzer.

Die Rahmenbedingungen für ihnen offiziellen Saisonstart hätten sich die Iserlohner Mountainbiker nicht passender aussuchen können. Endlich wärmere Temperaturen und Sonnenschein. Da überraschte es nicht, dass sich der Wanderparkplatz unterhalb des Danzturms am Samstagvormittag zügig füllte. Und die Räder auf den Dächern oder den Heckträgern der Autos wiesen unmissverständlich darauf hin, welche Aktivitäten im Stadtwald geplant waren.

Die beiden Mountainbike-Trails, „Schmelzbahn“ und „Drahtrolle“ genannt, sind von den eifrigen Mitgliedern der Death Pedals Society, wie sich die florierende Abteilung des TuS Iserlohn nennt, bestens präpariert worden und können jetzt wieder unter die Räder genommen werden. Auf seinem E-Mountainbike ist Andreas aus Hemer gekommen. „Ich bin Anfänger und werde es erst einmal ruhig angehen lassen.“ Mehr Erfahrung haben Carsten und Tom, die regelmäßig vom Schmelzplatz aus auf die jeweils rund 900 Meter langen Trails starten. „Wenn man gut drauf ist, bekommt man acht Fahrten hin“, sagt Tom und betont, wie wichtig es ist, immer voll bei der Sache zu sein.

„Bergab diesen Kurs zu fahren, ist anstrengender als anschließend auf dem normalen Waldweg wieder bergauf zum Start. Wenn man müde und unkonzentriert wird, macht man Fehler, und das kann problematisch sein.“ Echte Neulinge auf den Trails in Iserlohn sind die Buddes aus Dortmund. Die vierköpfige Familie ist regelmäßig auf der Suche nach interessanten Strecken. „Bei uns in Dortmund gibt es nichts Gescheites. Wir waren schon in Hagen und haben dann gehört, dass es in Iserlohn richtig gut sein soll. Das wollen wir jetzt ausprobieren.“

Dass die Mountainbike-Enthusiasten auch weitere Anreisen in Kauf nehmen, um auf den Eisenwald-Trails ihr Können zu beweisen, freut natürlich die Macher vom TuS. Denn dank ihres Einsatzes sind die Strecken jetzt in tadellosem Zustand. Normalerweise werden die Ketten zwischen November und März dauerhaft vor die Einfahrten gehängt, dann ist Winterpause. Die dauerte diesmal wegen einiger Rodungsarbeiten etwas länger. Die Zeit haben die Mitglieder der Abteilung für Ausbesserungsarbeiten, einige Umbaumaßnahmen in den Kurven und an den Wellen genutzt. „In den vier Monaten haben wir hier praktisch jeden Samstag vier Stunden gearbeitet“, berichtet Gudrun Geißler, die Co-Chefin der Death Pedals. Natürlich handelt es sich um ehrenamtliche Tätigkeit, und die kommt der Allgemeinheit zugute. Denn fahren darf hier jeder. Allerdings sollte man das passende Rad haben und seine Fähigkeiten nicht überschätzen.

Einige langsame Durchgänge zum Einstieg und Kennenlernen der Strecke sind unbedingt empfehlenswert. „Im letzten Herbst kamen zwei Rentner mit Trekking-Bikes und wollten hier runterfahren. Das war keine gute Idee“, sagt die stellvertretende Abteilungsleiterin. Ihr geht es immer auch um das Thema Sicherheit. Und die steht nicht nur auf den Trails selbst, wo Notrufpunkte eingerichtet sind, im Vordergrund. Auch rund um den Schmelzplatz wurden Schilder angebracht, auf denen zum langsamen Fahren beim Verlassen des Waldes aufgefordert wird. Die Radfahrer sollen auf Spaziergänger Rücksicht nehmen.

Man sieht im Areal der Biker auf den ersten Blick, dass in den letzten Monaten viel Aufwand betrieben wurde. Und daher freut es die TuS-Mitglieder besonders, dass ihre verhaltene Bitte um Spenden durchaus Widerhall fand. An der Infotafel am Parkplatz kann ein QR-Code gescannt werden, und dann kann man sich von seinem Pay-Pal-Konto einen Betrag abbuchen lassen. „Wir sind dankbar, dass uns auf diese Weise schon einige Leute unterstützt haben“, sagt Gudrun Geißler.

Geschicklichkeitskurs steht auf der Wunschliste

Sie ist gemeinsam mit ihren Mitstreitern in der von Thilo Koesling geleiteten Abteilung darum bemüht, kontinuierliche Verbesserungen an den Trails zu realisieren, und sie erinnert ganz vorsichtig auch an den Grundgedanken dieses vom Leaderprojekt Lenneschiene geförderte Mountain-Biker-Eldorado. „Es war mal von einem Trailpark mit insgesamt sieben Strecken die Rede.“ Die schnelle Umsetzung zu fordern, liegt den Iserlohnern fern, aber ein etwas breiteres Angebot wünschen sie sich schon. So steht ein Geschicklichkeitskurs speziell für Kinder auf der Wunschliste, möglichst ganz in der Nähe des Parkplatzes. Aber bis zur Realisierung einer jeden Ergänzung sind einige (Genehmigungs-)Hürden zu nehmen. Doch beantragen will die Death-Pedals-Crew ihren dritten Trail auf jeden Fall.

Und noch ein Projekt hat sie im Auge: Ein wöchentliches Trainingsangebot mit festen Zeiten. Dann könnten die geübten Biker des Vereins ebenso in den Sattel steigen wie Anfänger, die unter Anleitung ihre Fähigkeiten verbessern wollen. Aber der Wald ist nun einmal für Jedermann zugänglich, und daher ist es schwierig, die Allgemeinheit zu bestimmten Zeiten auszuklammern. Aber die Mountainbiker des TuS werden geduldig an weiteren Verbesserungen arbeiten. So wie sie es in den letzten Monaten an den Trails getan haben.