Iserlohn. Nach der Niederlage gegen Wolmirstedt wartet mit Leverkusen der nächste schwere Gegner. Trainer Dennis Shirvan muss aber nicht motivieren.

Motivieren muss ich die Jungs gerade gegen Leverkusen mit Sicherheit nicht“, freut sich Dennis Shirvan darüber, dass seine Spieler gegen die Giganten vom Rhein besonders heiß sein dürften. Dennoch weiß Iserlohns Headcoach natürlich nur zu genau, dass da am Sonntag ein ganz dicker Brocken auf seine Mannschaft wartet. „Leverkusen hat sich ja selbst vor der Saison schon unter Druck gesetzt, als man sagte, dass für das neuformierte Team einzig und allein der sofortige Wiederaufstieg zählt.“

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Die Rheinländer stiegen am Ende der vergangenen Saison bekanntlich aus der ProA ab und haben im letzten Sommer einen deutlichen Umbruch vollzogen. Nur wenige Spieler des letztjährigen Teams sind noch im Kader, erneuert haben die Giants diesen daraufhin mit vielen erfahrenen Zweitliga-Akteuren. Unter anderem kamen Point Guard Walter McBride aus Itzehoe, Forward Calvin Oldham Jr. aus Schwelm und US-Amerikaner Quadre Lollis aus Speyer an den Rhein. „Viele der Neuen waren Leistungsträger in ihren bisherigen Vereinen, die sich aber in ihren neuen Rollen bei den Giants erst finden mussten“, vermutet Shirvan.

Und dann wären da ja auch noch zwei alte Bekannte. Denn von den Iserlohn Kangaroos verpflichtete der Rekordmeister mit Joshua Dahmen und Marko Boskic ebenfalls zwei entscheidende Akteure. Vor allem das Bruderduell der Dahmen-Brüder wird von den heimischen Basketballfans mit Hochspannung erwartet. Im vergangenen Sommer verließ Joshua Dahmen bekanntermaßen seinen Heimatverein aufgrund seines Umzugs nach Düsseldorf und fand bei den Giants seine nächste Herausforderung.

Giants vom Namen her die stärkste Mannschaft mit großer Tiefe

„Insgesamt hat Leverkusen zumindest von den Namen her sicherlich eine starke Mannschaft mit großer Tiefe, die sich allerdings wahrscheinlich die Dominanz in der Liga etwas leichter vorgestellt haben dürfte“, vermutet Iserlohns Coach. Für diese These sprechen vor allem die beiden Niederlagen gegen die EN Baskets Schwelm und zuletzt das überraschende 71:83 beim Aufsteiger Berlin Braves. „Die Leverkusener sind da natürlich auf Wiedergutmachung aus, was unsere Aufgabe nicht einfacher machen wird“, vermutet Dennis Shirvan, „aber Bange machen gilt nicht. Wir wollen da schon was Zählbares mitnehmen, und dass wir mit den Top-Teams der Liga mithalten können, haben wir gegen Wolmirstedt trotz der knappen Niederlage ja bewiesen.“

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Mit dem Zustandekommen des 81:87 hadert Shirvan immer noch etwas. „Wir haben die Partie selbst verloren.“ Insbesondere die fehlende Reboundstärke und die hohe Foulbelastung seiner Kangaroos waren ihm dabei ein Dorn im Auge, wobei gerade letztere eine komplexe Aufgabe für das Trainerteam sei. „Wenn wir in der Defense keine Intensität zeigen, passiert genau das wie gegen Stahnsdorf.“

14 unterschiedliche Typen im Kader

Außerdem habe er 14 völlig unterschiedliche Typen im Kader, auf die er in dieser Hinsicht nur individuell eingehen könne. „Da gibt es eben die guten Verteidiger, die genau wissen, wie sie auch nach Erreichen der Mannschaftsfoul-Grenze weiter aggressiv verteidigen können, ohne unnötige Pfiffe zu bekommen. Und dann gibt es jene, die sich in dieser Situation eben etwas zurückhalten müssen.“ Das Ganze sei ein komplexer Prozess. Hinzu komme dann noch, dass mit Sam Mpacko ausgerechnet einer der besten Verteidiger mit einer Schulterverletzung noch länger ausfalle.

Bayer Giants Leverkusen - Iserlohn Kangaroos, Sonntag, 18 Uhr, Ostermann-Arena; Kader: Henson, Ziring, Kordel, Ladine, Konradt, Marei, Groh, Almstedt, R. Dahmen, Uzoma, nicht dabei: Mpacko, Pavljak, Treichel, Delgado. Letzte Resultate: Leverkusen: 71:83 Berlin (A), 73:59 Ibbenbüren (A) - 81:87 Wolmirstedt (H), 103:89 Herford (A).