Iserlohn. Das Interesse der Verbände, zur Fußball-EM in Iserlohn Quartier zu beziehen, ist riesig. Sportbüro-Leiter Christian Kißmer begründet.

Auslosungen elektrisieren die Fußballfans – egal, ob es sich um den DFB-Pokal, einen der inzwischen drei Europacup-Wettbewerbe oder um die ganz großen Turniere auf Nationenebene handelt. Am Samstag werden nun die Kugeln gezogen, nach denen im nächsten Sommer die Europameisterschaft in Deutschland gespielt wird.

Iserlohn der gefragteste aller potenziellen Standorte

Mit der größtmöglichen Aufmerksamkeit wird auch die Iserlohner Stadtverwaltung ab 18 Uhr vor dem Fernseher sitzen und die Zeremonie verfolgen, die von RTL aus der Hamburger Elbphilharmonie übertragen wird. Sportbüro-Leiter Christian Kißmer erklärt: „Die Spielorte sind ja längst bekannt. Es gibt auch schon den Turnierplan, und der ist für Iserlohn sehr interessant.“ Bekanntlich hat sich die Waldstadt darum beworben, dass eine Nationalmannschaft vor Ort ihr Quartier aufschlägt, im Hembergstadion trainiert und im Hotel „VierJahreszeiten“ wohnt. „15 der 20 Mannschaften, die sich qualifizieren mussten, sind bei uns gewesen“, führt Kißmer weiter aus, und treibt die Spannung auf die Spitze: „Vom DFB haben wir gesagt bekommen, dass wir der gefragteste aller Standorte sind.“

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Beim Studium des Turnierplans ist Kißmer vor allem der mögliche EM-Verlauf des Kopfes der Vorrundengruppe F aufgefallen: „Es steht bereits fest, dass dieses Team in der Vorrunde zweimal in Dortmund spielen wird, im Falle des Gruppensieges sein Achtelfinalspiel in Frankfurt und das eventuelle Viertelfinale in Düsseldorf austragen wird. Ein Vorrundenspiel wird diese Mannschaft zwar in Hamburg bestreiten, aber das wäre durch unsere Nähe zum Flughafen Dortmund auch kein großes Problem.“ Das alles sind Indizien, wer sich eventuell für Iserlohn entscheiden könnte – Klarheit wird es aber am Samstagabend noch nicht geben. Kißmer weiß, dass die Verbände ihre Quartier-Experten von Sonntag bis Dienstag nochmals durch die Bundesrepublik schicken werden. „Wenn es gut läuft, könnte die Entscheidung noch vor Weihnachten fallen. Die Verträge müssen aber erst bis zum 15. Januar unterschrieben werden.“

Das Hotel VierJahreszeiten ist ein echtes Faustpfand für die Iserlohner Bewerbung.
Das Hotel VierJahreszeiten ist ein echtes Faustpfand für die Iserlohner Bewerbung. © IKZ | Michael May

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Bislang besteht der Iserlohn-Kosmos der potenziellen Gastmannschaft nur aus Hotel und Stadion. Die Balver-Zinn-Arena wurde zwar immer wieder als mögliches Medienzentrum genannt, Bestandteil der Iserlohner Bewerbung ist sie aber nicht. „Sie könnte ins Spiel kommen, wir stehen deswegen mit der Bädergesellschaft in Kontakt. Aber ob sie wirklich genutzt wird, hängt auch von der Größe des Verbandes ab. Es kann genauso sein, dass für Pressekonferenzen ein Zelt aufgebaut wird, oder dass sie im „VierJahreszeiten“, mit dem wir uns wirklich vor niemandem verstecken müssen, abgehalten werden. Der Vorteil ist, dass die Balver-Zinn-Arena während der EM sowieso nicht benötigt wird.“

Einschränkungen für den FC Iserlohn möglich

Einschränkungen drohen dagegen dem FC Iserlohn. Das von ihm genutzte Hembergstadion würde laut Kißmer ab 1. Mai gesperrt werden. Nach diesem Stichtag sieht der Westfalenliga-Spielplan noch zwei Heimspiele für die Mannschaft von Trainer Max Borchmann vor. Kißmer will den Teufel aus Sicht des FCI zwar nicht an die Wand malen, er erinnert aber daran, dass der Rasenplatz in diesem Jahr erst am 29. April freigegeben wurde. „Es muss noch genau abgestimmt werden, welche Maßnahme die beste Rasenpflege verspricht und natürlich auch, was sich der infrage kommende Verband vorstellt.“