Hemer. In einer Partie mit zwei verschiedenen Halbzeiten überrollte Verbandsligist HTV Hemer den RSV Altenbögge erst in der zweiten Hälfte.

Trotz des am Ende ungefährdeten Sieges war die Freude bei den Verbandsliga-Handballern des HTV Hemer nach der Schlusssirene nicht ungetrübt. Nach einem üblen Foul von Altenbögges Gregor Stefek, der dafür von den Unparteiischen zurecht „Rot“ sah, musste Kreisläufer Tim Luzyna mit Verdacht auf Jochbeinbruch zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus.

Handball-Verbandsliga: HTV Hemer - RSV Altenbögge-Bönen 36:24 (16:15). In der Anfangsphase der Partie gelang zwar David Wizy per Siebenmeter schnell die erste Führung der Gastgeber, doch in der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem die Führung mehrfach wechselte und wo sich keine Mannschaft deutlich absetzen konnte.

Wael Ben Youssef trifft per Kempa-Trick

Für das erste echte Highlight sorgte in der 16. Minute Wael Ben Youssef, der eine perfekte Vorarbeit von Elias Lübbering per Kempa-Trick zur 9:7-Führung des HTV verwandelte. Doch die Gäste kamen prompt zurück und hatten sich durch drei Treffer in Folge nur drei Minuten später ihrerseits die Führung zurückerobert. Ein Auszeit von Bosko Bjelanovic stoppte zwar Altenbögges Lauf, aber bis zur Pause blieb es eine Partie auf Augenhöhe.

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Nach Wiederanpfiff folgte dann eine Szene, die die Partie kippen ließ. RSV-Abwehrrecke Weigel griff Hemers Wael BenYoussef bei dessen Wurfversuch heftig in den Wurfarm, was vom Unparteiischen-Gespann berechtigterweise mit der roten Karte geahndet wurde. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Nils Brückner zur erneuten HTV-Führung.

Frühe rote Karte in zweiter Halbzeit beeindruckt Altenbögge

Von dem frühen Ausschluss zeigten sich die Gäste in der Folge durchaus beeindruckt. Gegen eine jetzt auch deutlich aggressivere Hemeraner Deckung gab es für die RSV-Angreifer kaum noch ein Durchkommen. Und da sich auch noch HTV-Keeper Dominik Bock zunehmend steigerte und gleich mehrere Würfe entschärfte, vergrößerte sich der Vorsprung der Gastgeber Tor um Tor. Insbesondere Yannik Spiekermann war kaum noch zu stoppen, und auch Hemers flinker Linksaußen Elias Lübbering setzte bei Tempogegenstößen immer wieder Ausrufezeichen.

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Als in der 49. Minute auch noch Altenbögges bis dato erfolgreichster Torschütze Gregor Stefek nach besagter Aktion gegen Tim Luzyna ebenfalls Rot sah, war die Entscheidung endgültig gefallen. Gegen zunehmend resignierende Gäste schraubte der HTV den Vorsprung schließlich noch in zweistellige Höhe.

Die Statistik

HTV: A. Wizy, Bock; Luzyna, Brückner (4/4 Siebenmeter), Hötger (1), Brieden (3), Ostermann, Ben Youssef (6), Schroth (2), Stracke (4), Lübbering (7), Spiekermann (8), D. Wizy (1/1), Selle; Zwei-Minuten-Strafen: HTV 2 - RSV 2; Disqualifikation: RSV: Weigel (31.), Stefek (49.); Spielverlauf: 4:3 (8.), 9:10 (19.), 13:12 (23.), 16:14 (29.), 19:18 (39.), 23:18 (41.), 26:19 (46.), 30:22 (53.), 36:23 (58.); Bosko Bjelannovic (Trainer HTV Hemer): „Das Endergebnis spiegelt nicht wirklich den Spielverlauf wider. In der ersten Halbzeit sind uns zu viele technische Fehler unterlaufen und haben wir zu viele Treffer über die zweite Welle kassiert. In der zweiten Halbzeit hat meine Mannschaft dann ein anderes Gesicht gezeigt. Da haben wir die richtigen Lösungen gefunden, und auch unsere Abwehr, insbesondere der Mittelblock stand deutlich besser. Ich habe den Jungs gesagt, das ist ein Heimspiel und da müssen wir dem Gegner zeigen, dass er nicht nur in einer schönen Halle spielen darf, sondern dass da auf ihn ein starker HTV mit viel Mentalität wartet.“