Verbandsbeitritt vor 50 Jahren

Basketball-Pioniere feierten Jubiläum

Foto: IKZ

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Iserlohn. Sie haben sich alle ein bis zwei Jahre getroffen, doch mit der Jahrtausendwende war der Rhythmus durcheinandergeraten. Dass man nach siebenjähriger Pause Versäumtes nachholte, hatte einen guten Grund: Vor 50 Jahren trat ein Iserlohner Verein dem Westdeutschen Basketballverband bei.

Und das war der Skiklub am 1. August 1958. Schon zwei Jahre zuvor hatten einige Aktive aus anderen Sportarten dem artverwandten Korbball gefröhnt. An Hochsprungständern wurden in der Turnhalle Brüderstraße Körbe aufgehängt, die es zu treffen galt. Vor allem einige Leichtathleten des TuS hatten diesen Sport entdeckt - als Ausgleich. Den betrieben auch ein paar Mitglieder des CVJM unter der Regie von Jürgen Westebbe. Schließlich war es der damalige Skiklub-Chef Bruno Hallmann, der die Aktivitäten beider Gruppen unter dem Dach seines Vereins bündelte.

Damit ging auch der Umzug in die Bömberghalle einher, wo die erste stationäre Korbanlage in der Waldstadt installiert wurde - die Voraussetzung zur Anmeldung des Vereins im Verband. Der im letzten Jahr verstorbene Westebbe, Jürgen und Günther Reinecke, Artur Dorr, Max und Peter Anschütz, Peter und Udo Sülberg waren es dann, die die erste Mannschaft der Iserlohner bildeten, die auf Kreisebene den Spielbetrieb aufnahm.

„Wir waren vor allem schnell und kraftvoll. Taktisch war das wohl weniger überzeugend. Zudem hatten wir gute Distanzschützen, Dreier gab es damals allerdings noch nicht”, erinnert sich Günther Reinecke, der auch das aktuelle Treffen organisiert hat, an die Anfänge. Diese Fähigkeiten reichten jedenfalls aus, um mit der Mannschaft bis zum Jahr 1964 in die Landesliga aufzusteigen, zwei Jahre später gelang sogar der Sprung in die Oberliga - seinerzeit die zweithöchste deutsche Spielklasse.

Fehlendes Personal unterhalb der ersten Mannschaft und ein Schiedsrichtermangel ließen dann jedoch den Skiklub wegen erheblicher Kosten den Rückzug antreten. Vereinslos waren die Korbjäger deshalb aber nicht, denn Werner Ettemeyer holte die Mannschaft als Unterabteilung der Turner zum TuS Iserlohn. Die musste dann zwar wieder in der Bezirksliga anfangen, doch ein Grund für die zum Teil umworbenen Protagonisten, den Verein zu verlassen, war das damals nicht. 1971 gelang auch dem TuS der Oberligaaufstieg, zu diesem Zeitpunkt immer noch die dritthöchste Spielklasse.

Dass mit Udo und Peter Sülberg, Peter Hesse, Helmut Schmadel, Peter Schulte, Klaus Poerschke, Gerd Badtke sowie Jürgen und Günther Reinecke bis auf den erkrankten Helmut Carl alle noch lebenden Mitglieder dieser Mannschaft den Weg in die „Gaststätte Windscheif” zum Gründertreffen fanden, spricht für den noch vorhandenen Zusammenhalt dieser Truppe. Dorthin wurde auch Ronald Feisel eingeladen, der die zweite Generation der Iserlohner Basketballer vertrat. „Wir sind sehr zufrieden, was unsere Nachfolger beim TuS aus unserem Erbe gemacht haben. Zur richtigen Verbreitung dieser Sportart in Iserlohn hat aber auch Paris Konstantinidis ganz wesentlich beigetragen”, sagt Günther Reinecke, der das Geschehen noch intensiv verfolgt, allerdings nur noch selten in der Halle zu finden ist.

Anhängsel der Turnabteilung sind die Basketballer derweil nicht mehr, denn Anfang der 90er machte der beachtliche Kostenapparat der Korbjäger eine erneute Umstrukturierung erforderlich. Seither gibt es im TuS eine eigenständige Abteilung, die aktuell unter dem Namen NOMA Iserlohn firmiert.

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