Fußball

„Besser, nur eine B-Liga zu haben“

Horst Reimann ist der Vorsitzende des Fußball-Kreises und mit der abgelaufenen Spielzeit nicht unzufrieden.

Horst Reimann ist der Vorsitzende des Fußball-Kreises und mit der abgelaufenen Spielzeit nicht unzufrieden.

Foto: Dennis Echtermann

Iserlohn.   Der Fußball-Kreisvorsitzende Horst Reimann zieht im Interview Saisonbilanz.

Am Pfingstmontag ist die Fußballsaison 2019/20 auf Kreisebene endgültig zu Ende gegangen. Wir haben mit dem Kreisvorsitzenden Horst Reimann auf die abgelaufene Serie zurückgeblickt, Bilanz gezogen und den Ausblick in die Zukunft vorgenommen.

Wie fällt Ihre Saisonbilanz aus?

Es gibt schon einige Kleinigkeiten, die stören. Dazu gehört das Nichtantreten von Mannschaften im unteren Bereich. Das wird sich hoffentlich in der nächsten Saison ändern, wenn es Punktabzüge dafür gibt. In meiner Rolle als A-Liga-Staffelleiter war es eine Saison ohne große Probleme, die im Aufstiegsrennen spannend wie lange nicht mehr war. Nicht glücklich war, dass es sich von Anfang an um eine 17er Staffel handelte und durch den Rückzug von Erciyes in der Rückrunde immer zwei Teams spielfrei waren.

Was war aus Ihrer Sicht der Höhepunkt, was der Tiefpunkt?

Höhepunkt war sicher die äußerst positive Entwicklung von Sinopspor von einer – ich gebrauche das Wort ganz bewusst – Prügeltruppe zu einem Verein mit vorbildlichem Charakter, der verdient aufgestiegen ist. Ich wünsche dem Klub, dass er die Bezirksliga hält. Negativ ist der Rückzug von Hemer Erciyes zu sehen, denen schon viele im Vorfeld prophezeit hatten, dass sie die Saison nicht überstehen werden.

Sind Sie mit der Zahl der gemeldeten Teams für die kommende Saison zufrieden?

Es werden wohl einige wegfallen. Der FC Schwerte hat sich zurückgezogen, da fehlen schon mal zwei Mannschaften. Ich glaube auch nicht, dass Erciyes zwei Teams meldet, und zudem hat Vatanspor unlängst die vierte Mannschaft zurückgezogen.

Was ist aus Ihren Plänen zur Einführung einer Hobbyliga geworden?

Die Resonanz in der abgelaufenen Saison lässt darauf schließen, dass das wohl nichts werden wird. Drei Teams haben außer Konkurrenz in den C-Ligen mitgespielt und zum Teil nur sehr wenige Spiel gemacht. Die Sache wird offenbar nicht angenommen.

Sie haben eine Zusammenlegung der B-Ligen für die Saison 2020/21 angekündigt. Was versprechen Sie sich davon?

Grund dafür ist vor allem der offenkundige Leistungsunterschied innerhalb der Ligen. Man muss sich nur die enorme Zahl der Gegentore bei den unteren Mannschaften anschauen. Außerdem spielen viele Teams von Anfang an in Unterzahl. Es ist daher besser, unterhalb der A-Liga nur eine B-Liga zu haben und darunter zwei C-Ligen, also vier volle 16er Staffeln. Was dann noch dazu kommt, könnte in eine D-Liga kommen.

Wie steht es um die Fairness?

Ich bin eigentlich ganz zufrieden. Die Roten Karten sind oft die Folgen verbaler Auseinandersetzungen. Es gibt aber grundsätzlich, ohne es schon genau ausgewertet zu haben, keine signifikante Steigerung.

Seit einigen Wochen sind Sie nun auch offiziell der Kreisvorsitzende. Für negative Schlagzeilen hat derweil Ihr Vorgänger gesorgt. Sind da jetzt eigentlich alle finanziellen Dinge geregelt, die die Kreiskasse betreffen?

Die finanziellen Unregelmäßigkeiten sind voll umfänglich bereinigt worden, der finanzielle Schaden wurde ausgeglichen. Grundsätzlich hatte ich mit schlimmeren Folgen gerechnet, auch der Imageschaden hält sich nach meiner Beurteilung in Grenzen. Wir sind sehr offen damit umgegangen, haben sogar eine Infoveranstaltung durchgeführt. Meinem persönlich in Not geratenen Vorgänger schlägt eine Welle der Hilfsbereitschaft entgegen, aber er muss diese Hilfe auch annehmen.

Welche Termine stehen in den kommenden Wochen an?

Mit einer Arbeitssitzung, vermutlich Ende des Monats, wollen wir die Saison endgültig abschließen. Dort wird es auch die Rahmen-Terminpläne geben. Sicher ist, dass es am 25. August, das ist das letzte Ferienwochenende, in der Kreisliga A losgehen wird.

Was wünschen Sie sich für die kommenden Spielzeit und darüber hi­n­aus?

Das wir mit einer neuen Struktur in den Ligen den richtigen Weg einschlagen, und dass diese auch von den Vereinen angenommen wird. Wichtig ist auch, dass die Zahl der Mannschaften einigermaßen konstant bleibt, um den Direktaufsteiger in die Bezirksliga zu behalten.

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