Handball

Bjelanovic und Isenberg sollen HTV retten

Auf Bosko Bjelanovic ruhen jetzt die Hoffnungen beim HTV. 

Auf Bosko Bjelanovic ruhen jetzt die Hoffnungen beim HTV. 

Foto: Max Winkler

Hemer.  Handball-Oberligist hat sich von Trainer Tihomir Knez getrennt, und auch dessen „Co“ Martin Centini steigt aus.

Was sich in den letzten Tagen immer deutlicher abzeichnete, wurde am Dienstagabend in die Tat umgesetzt. Handball-Oberligist HTV Hemer hat sich von seinem Trainer Tihomir Knez getrennt. „Der Erfolg war nicht da, der Druck wurde größer und wir mussten ein Zeichen setzen“, sagte Vereinschef Olaf Klein und ergänzte: „Ob es der richtige Schritt war, wird man am Ende der Saison sehen.

Weil auch Co-Trainer Martin Centini beim Oberliga-Team aussteigt und nur noch die HTV-Damenmannschaft betreut, wird ein Duo die Nachfolge in Angriff nehmen. Bosko Bjelanovic fungiert künftig als Spielertrainer und ist für die Gestaltung des Trainings zuständig. Ihm zur Seite steht Volker Isenberg, der Trainer der zweiten Mannschaft, der zudem bei den Spielen als Coach auf der Bank sitzt.

Tihomir Knez traf die Entlassung nicht unvorbereitet. „Ich kann es aus sportlicher Sicht nachvollziehen, dass man diesen Schritt tut und wünsche der Mannschaft alles Gute.“ Und weiter: „Ich brauche jetzt etwas Abstand, um das alles richtig einordnen zu können.“ Seinem bisheriger „Co“ Martin Centini wurde die Aufgabe angeboten, im Duett mit Bjelanovic zu arbeiten, doch er sagte nach kurzer Bedenkzeit ab. „Mehr Aufwand kann ich nicht leisten, und es ist ja auch ein Himmelfahrtskommando.“ Zudem bezweifelt er, ob zwischen dem neuen Spielertrainer und ihm wirklich die notwendige Harmonie geherrscht hätte. Auch Bosko Bjelanovic selbst tat sich zunächst schwer, die neue Rolle zu akzeptieren. Der 34-jährige gebürtige Kroate hatte einen guten Draht zu Knez und wollte keinesfalls den Eindruck erwecken, als habe er den Trainer aus dem Amt gedrängt. Letztlich entschied er aber, sich für die Mannschaft zu engagieren und die Aufgabe zu übernehmen.

Verein gibt die Suche nach Verstärkung noch nicht auf

Hilfestellung leistet Volker Isenberg, der Trainer der Kreisliga-Vertretung des HTV. Diese Arbeit führt er weiter, aber bei Terminüberschneidungen wird ihn Björn Rosier bei der Reserve vertreten. „Zusammen mit Bosko werde ich versuchen, Stabilität herein zu bekommen. Die Abwehrarbeit wird ein Schwerpunkt sein, und wir müssen mehr auf Tempo setzen.“ Isenberg räumt jedoch ein, vor einer Herkulesaufgabe zu stehen und sehnt ein schnelles Erfolgserlebnis herbei. „Das würde enorm viel bewirken.“ Der neue Coach verweist darauf, dass die Mannschaft zu oft Oberligaqualitäten vermissen lasse und dass man sich daher bemühen müsse, den Kader noch zu verstärken. Auch Olaf Klein versichert, dass daran gearbeitet werde - mit ungewissem Ausgang. „Man muss sich ja fragen, weshalb bestimmte Leute jetzt auf dem Markt sind. Und wenn die nur die Hand aufhalten wollen, sind sie für uns sowieso kein Thema.“

Dass die derzeit missliche Lage auch mit der Kaderplanung zu tun hat, ist ein häufig formulierter Vorwurf. Klein verweist auf unglückliche Umstände, wie Karol Zechmeisters Kreuzbandriss (der Vertrag mit dem Slowaken wurde mittlerweile aufgelöst) sowie die Nationalmannschaftsreisen von Juraj Briatka und Matias Paya, die das Team schwächten. Weil aber vor der Saison verletzte Spieler verpflichtet wurden, kündigt der Vorsitzende künftig einen Medizincheck an.

Mit Blick auf die Zukunft versichert er, dass es keine Kraftakte mehr geben und man sich auf Spieler aus der Region konzentrieren werde. „Wir haben auch schon einige Zusagen vorliegen.“ Dem Kader der kommenden Saison soll Bosko Bjelanovic auf jeden Fall. angehören, und wer darüber hinaus bleibt, dürfte in Kürze absehbar sein. Die Torhüter Patrick Spiller und Max Müller werden gehen, und auch Mannschaftskapitän Lars Henkels denkt über eine Veränderung nach. Angesprochen auf den Trainerwechsel drückt er sein Bedauern über diese Entwicklung aus. „Wir hätten die Saison gern mit Tihomir Knez beendet. Aber ich verstehe auch, dass der Verein handeln musste.“ Henkels verweist auf Probleme, für die man den Trainer nicht verantwortlich machen könne: Die Verletzungen oder die oft unzureichende Trainingsbeteiligung. „Aber jetzt müssen wir alle Kräfte bündeln und irgendwie versuchen, die Oberliga zu halten.“

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