Parahockey

Blick bleibt nach vorne gerichtet

Nationaltrainer Andreas Pokorny holte seine Spieler nach Iserlohn, um in der Eissporthalle am Seilersee das erste Trainingslager im WM-Jahr aufzuschlagen.

Nationaltrainer Andreas Pokorny holte seine Spieler nach Iserlohn, um in der Eissporthalle am Seilersee das erste Trainingslager im WM-Jahr aufzuschlagen.

Foto: Oliver Bergmann

Iserlohn.  Die Parahockey-Nationalmannschaft hat bei der Heim-WM den Aufstieg verpasst.

Hoffnungsvoll startete die deutsche Parahockey-Nationalmannschaft im August am Seilersee in die Vorbereitung auf die B-Weltmeisterschaft in der Charlottenburger Eissporthalle. In Berlin sollte in der vergangenen Woche die Rückkehr in die A-Gruppe gelingen, doch letztlich wurde dieses Ziel verpasst.

Zwei Siegen gegen Polen (13:0) und Großbritannien (16:0) stehen drei Niederlagen gegenüber: Ein 1:4 gegen die hoch gehandelten Chinesen, ein unglückliches 1:2 nach Verlängerung gegen die Slowakei, und ein 0:10 gegen Gruppensieger Russland bedeuteten am Ende Platz vier von sechs für das deutsche Team. Für den Aufstieg hätten Platz eins oder zwei her gemusst, doch dort landeten Russland und die Slowakei.

„Der ganz große sportliche Erfolg ist ausgeblieben, aber der Sport hat gewonnen“, sagt Nationaltrainer Andreas Pokorny. Außer ihm ist mit dem früheren Torwart Ian Wood ein weiterer Ex-Iserlohner als Generalmanager für die Nationalmannschaft verantwortlich. Auch er macht dem im Umbruch steckenden Team keinen Vorwurf. „Die Spieler haben abgerufen was sie können. Sie waren mit dem Herzen dabei.“ Pokorny kam noch einmal auf die russische Mannschaft zu sprechen, die ja nicht aus sportlichen Gründen ihre „Ehrenrunde“ bei der B-WM drehen musste, sondern aufgrund des Doping-Skandals dorthin zwangsversetzt wurde. „Dadurch wurde der Aufstieg noch schwieriger.“

Wood und Pokorny haben eine deutsche Mannschaft im Aufbruch gesehen, der die beste Zeit möglicherweise erst noch bevorsteht. „400 bis 600 Zuschauer haben jedes unserer Spiele vor Ort verfolgt, und über die sozialen Medien hat Luca Pokorny etliche weitere erreicht“, freut sich Wood. Andreas Pokorny erkannte auf den Rängen prominente Gesichter. „Spieler der Eisbären Berlin oder Kathi Witt waren dabei. Viele wissen jetzt, was für ein geiler Sport das ist.“

In der DPEL dürfen auch Spieler ohne Behinderung aktiv sein

Die Hoffnung ist groß, dass sich auch potenzielle Parahockey-Spieler angesprochen fühlten. Um auf nationaler Ebene aktiv zu werden, muss bei ihnen noch nicht einmal eine Behinderung festgestellt sein. Und eine starke Liga ist wichtig, damit der Nationalmannschaft gute Spieler zugeführt werden können. Bis vor wenigen Jahren bestand die Deutsche Para-Eishockey-Liga (DPEL) aus vier Klubs, mittlerweile sind es sieben. „Wenn wir auf acht bis zehn Vereine kommen, die an einem regelmäßigen Spielbetrieb teilnehmen, wäre es schon wichtig. Zurzeit werden nur Turniere ausgerichtet“, berichtet Pokorny.

Eine weitere Baustelle spricht Ian Wood an: die Finanzierung. Durch den verpassten Aufstieg entgehen der Sportart höhere Fördergelder des Bundesinnenministeriums, der Spielraum bleibt eng. „Um Spieler zu sichten, müssen wir Camps ausrichten und dafür so gut wie möglich werben. So ein Camp kostet dann schnell mal 10.000 Euro.“

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