Basketball-Regionalliga

Dahmens Verdienst: Schwierige Mannschaft zur Einheit geformt

Foto: IKZ

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Iserlohn. Nach dieser Aufgabe hat er sich nicht gedrängt, aber er erledigt sie mit großem Erfolg. Michael Dahmen, sportlicher Leiter bei den Regionalliga-Basketballern von NOMA Iserlohn, stellt als Trainer bei den Kangaroos bislang weniger bekannte Qualitäten unter Beweis.

Seit Jahren ist der 48-jährige Familienvater der Macher bei den heimischen Korbjägern, sorgt mit seinen Vorstandskollegen für die finanzielle Basis, stellt die Mannschaft zusammen, verpflichtet die Trainer. Gerade im Hinblick auf die Personalpolitik bringt ihm das, je nach Erfolg, Lob oder Kritik ein. Von Letzterer gab es in dieser Saison reichlich. Mit Ljubisa Anicic und Andreas Klippert wurden zwei Trainer verschlissen, Martinis Woody erwies sich vor allem außerhalb des Spielfeldes als Fehlbesetzung.

Was lag also nach Klipperts Demission zum Jahresbeginn (zwei Tage vor dem Spiel gegen BBV Hagen) näher, als selbst die Verantwortung für die letzten neun Partien einer bis dato verkorksten Saison zu übernehmen? „Es wäre ja quatsch gewesen, noch einmal Geld auszugeben”, nennt Michael Dahmen, der diese wie alle anderen Tätigkeiten im Verein ehrenamtlich ausführt, den Hauptgrund. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich zudem nach den personellen Fehlgriffen bereits selbst gründlich hinterfragt.

Schon beim ersten Auftritt ging durch die als schwierig geltende Mannschaft ein sichtbarer Ruck. Es folgte die (erwartete) Niederlage in Schwelm, bei der man allerdings lange Zeit gut aussah. Danach gab es nur noch Siege, so dass sich die aktuelle Bilanz mit fünf Erfolgen aus sechs Spielen fast schon wie ein Bewerbungsschreiben für weitere Großtaten liest und die Frage nahe legt, was gewesen wäre, hätte Dahmen von Anfang an die Mannschaft trainiert.

„Am Ende der Saison ist definitiv Schluss. Ich möchte die Sache auch nicht überbewerten, dennoch fühle ich mich mit der Auswahl der Spieler bestätigt”, betont er und ergänzt, dass die Erfolge unter dem Aspekt regelmäßiger Einsatzzeiten der Jugendspieler erreicht wurden. „Viele Trainer fragen ja, ob du Erfolg haben möchtest oder die Jugendlichen spielen lassen willst. Jetzt hat man gesehen, dass beides geht”, so Dahmen nicht ohne Stolz. Bald wird aber wieder seine Manager-Tätigkeit im Fokus stehen. Pläne für eine Trainerkarriere gibt es nicht. Zudem soll der künftige Coach die neue Mannschaft selbst zusammenstellen.

Weil derzeit alle Aufgaben parallel laufen und Dahmen in Arbeitsteilung mit Sebastian Kontny, der auch zwei Einheiten bei der ersten Mannschaft leitet auch die Reserve betreut, kommt er pro Woche auf 25 Stunden für den Verein - und das neben seinem Beruf als Prokurist in einem Iserlohner Verpackungsunternehmen.

Seine Frau Zlata, die den Nachwuchsbereich der Kangaroos leitet, sowie seine beiden Söhne Ruben und Joshua, die beide als Spieler bei den Kangaroos aktiv sind, trifft er oftmals nur in der Halle. „So etwas geht nur mit positiv Bekloppten”, beschreibt Dahmen die eigene Rolle etwas drastisch, hebt aber hervor, dass soziales Engagement immer auf echte Idealisten angewiesen ist.

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