Volleyball

Dauerbrennerin in idealem Umfeld

Natascha Marks ist die Spielführerin der erfolgreichen Hennener Volleyballerinnen.

Natascha Marks ist die Spielführerin der erfolgreichen Hennener Volleyballerinnen.

Foto: Max Winkler

Iserlohn.  Bei den Volleyballerinnen des SC Hennen ist Natascha Marks seit Jahren eine Leitfigur.

Sie gehört fraglos zu den besten heimischen Volleyballerinnen, und das seit vielen Jahren. Natascha Marks spielt als Außenangreiferin beim Oberligisten SC Hennen, dem Marktführer vor Ort. Und auch wenn es nach der 1:3-Niederlage am Samstag im Spitzenspiel gegen den RC Borken-Hoxfeld II in dieser Saison mit dem Aufstieg wohl nichts mehr wird, so haben die Damen aus dem Iserlohner Norden doch allen Grund, stolz auf ihre Leistungen zu sein.

„Wir haben gezeigt, dass wir Volleyball spielen können, aber Borken steht verdient auf dem ersten Platz“, sagt Natascha Marks. Gibt es somit im nächsten Jahr einen neuen Anlauf in Richtung Regionalliga? „Dort haben wir ja schon eine Saison gespielt“, erinnert die Spielführerin des SC. Natürlich sei man an die Grenzen gestoßen, aber aus ihrer Sicht hat das Team genug Potenzial, um den Sprung in absehbarer Zeit zu schaffen.

Das Zeitmanagement hat bisher gut funktioniert

Seit 20 Jahren ist die 33-Jährige, die durch ihre präzisen und dynamischen Schmetterschläge heraussticht, nun beim SC Hennen. Das verwundert, wohnt sie doch in der einstigen Volleyball-Hochburg Schwerte nur drei Minuten von der dortigen Sporthalle entfernt. „Ich war damals als Schülerin beim Jazzdance in der Sporthalle der Grundschule Hennen, und dort hing ein Werbeplakat der Volleyballerinnen des SC. Da habe ich dann mal vorbeigeschaut, und es hat mir gefallen“, erinnert sich Natascha Marks an die Anfänge.

Vor allem bei Herbert Müller hat sie lange trainiert, mit einer kleinen Ausnahme folgte dann schon Christoph Schulte, ihr heutiger Coach und Trainer-Dauerbrenner bei den „Zebras“. „Er ist Kumpel und Respektperson gleichzeitig. Wir entwickeln uns zusammen weiter, und es macht mir immer noch viel Spaß“, sagt Marks, die aus einer sportlichen Familie stammt. Ihre Brüder Kevin und Yannik sind beide als Fußballer beim SC aktiv gewesen, Letzterer schaffte es bis zum Westfalenligisten FC Iserlohn, arbeitet aber aktuell ausschließlich an seinem beruflichen Einstieg. Den hat Natascha Marks schon lange hinter sich. Zehn Jahre hat sie als Fachfrau in der Systemgastronomie gearbeitet und in Hemer ein Schnellrestaurant geleitet. Seit zwei Jahren ist sie jetzt stellvertretende Filialleiterin eines großen Discounters. Der Job lässt nicht übermäßig Zeit für regelmäßiges Volleyballtraining, dennoch ist die Mannschaftskapitänin beim SC gut getaktet und organisiert, so dass die geforderten zwei Einheiten pro Woche ebenso drin sind wie das Spiel am Wochenende.

„Das Konditions- und Krafttraining läuft bei uns individuell, das ist praktisch. Wenn wir die Halle betreten, machen wir auch etwas mit dem Ball“, gewährt Marks Einblicke in die Trainingsinhalte und ihr Zeitmanagement. Eine Zeitersparnis könnte sich für sie ergeben, wenn die geplante neue Sporthalle in Hennen fertiggestellt wäre. Bislang spielt und trainiert die Mannschaft in der Ortlohnhalle, weil hier die vom Verband geforderte Deckenhöhe geboten ist, die in der Halle der Hauptschule in Hennen fehlt. „Wir sind der Stadt Iserlohn dankbar für die Unterstützung am Nußberg, doch in Hennen zu spielen, wäre noch einmal ein ganz anderes Kaliber“, ist Natascha Marks überzeugt. Und man braucht kein Prophet zu sein, um zu erahnen, dass das Wort Heimspiel mit dem Publikum im Rücken „im eigenen Dorf“ eine andere Bedeutung bekäme.

Auch wenn aktuell nur zwei Spielerinnen in Hennen wohnen und der Rest von außerhalb kommt, hat der SC stets personelle Kontinuität bewiesen. Die Spielerinnen identifizieren sich mit dem Verein im hohen Maße. Zusammen mit Trainer Schulte stellt man eine eingeschworene, auch von der Altersstruktur her homogene Einheit dar. Wenn künftig auch noch die Trumpfkarte einer Halle im Ort gespielt wird, dann könnte für Natascha Marks und ihr Team die Regionalliga erneut Realität werden.

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