Eishockey

David Spina bei den Iserlohn Roosters im Aufwind

David Spina ist derzeit ein Aktivposten der Roosters.

David Spina ist derzeit ein Aktivposten der Roosters.

Foto: Michael May/IKZ

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Iserlohn. Stürmer David Spina scheint nun richtig bei den Roosters angekommen zu sein. Seit einigen Spielen gehört der siebenfache Torschütze (13 Beihilfen) zu den Aktivposten. Offenbar hat ihm auch der Wechsel innerhalb der Reihen den Kick gegeben.

„Dave ist ein ganz anderer Spieler geworden“, attestierte ihm Trainer Doug Mason deutliche Fortschritte. Der 28-Jährige sieht das genauso. „Ich habe bislang immer in Nordamerika gespielt. Die Umstellung hat einige Zeit gedauert.“ Vor allem werde hier viel mehr Wert auf die Defensive gelegt. Zudem sei das System anders, ebenso die individuelle Spielweise, zählt der US-Boy auf.

Aber auch der Wechsel innerhalb der Sturmreihen an die Seite von Robert Hock und Jeff Giuliano habe dazu beigetragen. „Robert macht natürlich viel aus. Und mit Jeff habe ich schon zusammen im College gespielt. Dort war es sein letztes und mein erstes Jahr. So wie Jeff, sollte man arbeiten“, lobt er seinen ehemaligen Kapitän, der ihm sehr geholfen hat. Doch sein derzeitiges Hoch führt Spina auch auf die gesamte Entwicklung der Mannschaft zurück: „Das Team spielt wieder besser.“

Trainer Mason bemühte sich

Jeff Giuliano war auch ein Aspekt für Spinas Wechsel an den Seilersee. Aber es gab weitere Gründe, Offerten aus Finnland, der Slowakei, von den Nürnberg Tigers und aus Riga auszuschlagen. So haben sich Trainer Doug Mason sehr bemüht: „Er hat mich praktisch jeden Tag angerufen. Und außerdem hatte ich gehört, dass Iserlohn ein guter Platz ist. Und das ist doch wichtiger als Geld.“

Seine Entscheidung zum Wechsel nach Iserlohn bewertet er als „sehr gut.“ Dazu tragen auch die Fans bei. „Die Stimmung ist unglaublich und aufregend. So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Dass die Zuschauer sauer sind, wenn es nicht gut läuft, versteht er: „Dafür zahlen sie Geld.“ Aber er mag nicht die vielfach gehörten Vorwürfe, das Team würde nicht kämpfen. „Die Zuschauer sehen ja nur das, was auf dem Eis geschieht.“ Er beschreibt die eigenen Unzufriedenheiten und das große Engagement der Cracks in der Kabine, sich stets zu verbessern. „Verlieren macht schließlich niemandem Spaß. Daher wird jeder Wechsel so gespielt, als wäre es der letzte.“

Die Spinas fühlen sich in der Waldstadt richtig wohl. Faszinierend waren u. a. der Besuch eines Heimspiels von Borussia Dortmund sowie die diversen Weihnachtsmärkte. Und Ehefrau Megan ist ebenfalls total begeistert und lernt, wie Dave, bereits die deutsche Sprache, um möglicherweise hier auch beruflich Fuß zu fassen. „Wir könnten uns vorstellen, in Iserlohn zu bleiben.“

Spina sieht sich als Familienmensch

Angesprochen auf seine Hobbys nennt Spina, der auch im Sommer viel trainiert, Wasserski und Golf. Vor allem aber beschreibt er sich als Familienmensch. Wen wundert dies angesichts seiner Eishockeygeschichte. Die begann kurios. Denn als seine Eltern mit dem zweijährigen Dave nach Seattle zogen, sorgte bei seiner Mutter im tristen Dauerregen eine weiße Eisfläche für eine der wenigen Aufhellungen. Das war der Einstieg in den Eishockeysport.

Und als Familie Spina ins sehr heiße Arizona umsiedelte (häufig 40 Grad), wurde der Wohnort nach dem Vorhandensein einer Eissporthalle im engeren Umkreis ausgesucht. Als Achtjähriger wurde Spina dort in einem Team von 14 Spielern groß, zehn schafften den Sprung ins College-Hockey. „Ich habe großartige Eltern“, schwärmt der Junioren-Auswahlspieler und freut sich, dass sie ihn am Freitag in Hannover erstmals unterstützen werden. Besuch hatte er auch schon von seiner Schwester und seinem Schwager.

Spinas Ziel sind natürlich die Play-offs. Fokussiert ist er aber immer nur auf das nächste Spiel: „Und in Hannover wollen wir gewinnen.“ Mit seinem Ehrgeiz („natürlich würde ich auch gerne der beste Spieler der Liga werden“) will er dazu beitragen. Wichtig sei, dass das Team funktioniert. Und da sieht er die Roosters nun auf gutem Weg. Das sei gerade in dieser Phase wichtig: „Wir befinden uns jetzt im Aufwind und haben es verdient, in die Play-offs zu kommen.“ Wie stark er die Mannschaft einstuft, fügt er an: „Ich möchte nicht gegen uns spielen.“

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