Handball

Der HTV Hemer ist ohne Führung

Die Jahreshauptversammlung des HTV

Die Jahreshauptversammlung des HTV

Foto: Michael May

Hemer.  Nach Vorhoffs gescheiterter Wiederwahl tritt der Vorstand geschlossen zurück

Der HTV Hemer ist massiv in seiner Existenz bedroht, denn er ist seit Dienstagabend führungslos! Bei der Jahreshauptversammlung erklärte der geschäftsführende Vorstand geschlossen seinen Rücktritt, nachdem der ohne Gegenkandidat antretende 2. Vorsitzende Rüdiger Vorhoff nicht wiedergewählt wurde. Als die knapp 60 Mitglieder zur Abstimmung gebeten wurden, gab es zunächst 17 Ja-Stimmen und im Anschluss dann 18 Mal Nein. Danach zog sich der Vorstand für einige Minuten zur Beratung zurück und erklärte den Anwesenden dann, dass man geschlossen die Ämter niederlegen wolle.

„Ich kann jetzt noch nicht sagen, was das für den Verein bedeutet“, sagte der fassungslos wirkende Vorsitzende Olaf Klein. Er kündigte an, dass man sich im Kreis des bisherigen Vorstandes zusammensetzen werde, um das weitere Vorgehen abzustimmen. „Und ich werde mich umgehend beim Amtsgericht erkundigen, wie wir mit dieser Situation umzugehen haben.“ Und weiter: „Ich kann ja damit leben, dass man einzelne Leute nicht mehr haben will. Aber dann muss man auch eine Alternative präsentieren können. Einfach nur nein zu sagen, ist unverantwortlich.“

Klein selbst stand ebenfalls zur Wahl und hatte bei nur 22 Ja-Stimmen auch nicht die Mehrheit der Anwesenden auf seiner Seite. Er nahm die Wahl an, betonte aber, dass er einige Tage nachdenken müsse. „Ich kann jederzeit zurücktreten.“ Und das passierte dann schon wenige Minuten später.

Nein-Stimmen von denFrauen und der A-Jugend

Mit dem geschlossenen Rückzug der HTV-Führungscrew, zu der auch Lars Rosier, Dietmar Tuschen, Gordon Brehl und Lars Heierhoff zählen, endete ganz abrupt die Versammlung, und im Foyer des Grohe-Forums griff die Ratlosigkeit um sich. „Die wissen gar nicht, was sie da gerade angerichtet haben“, meinte Lutz Tieck, der Ehrenvorsitzende des Vereins.

Und er meinte damit speziell Mitglieder der Damenmannschaft und der männlichen A-Jugend, aus deren Reihen die Ablehnung der zur Wahl stehenden Vorstandsmitglieder kam.Dabei wird der Nachwuchsabteilung des HTV allgemein bescheinigt, harmonisch und erfolgreich zu arbeiten, so dass viele Anwesende nicht nachvollziehen konnten, dass ausgerechnet aus diesem Kreis gegen den Vorstand geschossen wurde.

Zwischen der ersten Damenmannschaft und der Führungscrew gilt das Verhältnis als angespannt. „Unsere Mannschaft wollte Alfred Klein als Trainer, nachdem Julia Wiemann nicht mehr weitermacht. Aber das hat der Vorstand abgelehnt und mit uns nicht vernünftig kommuniziert“, erläuterte Nadine Klapper, Spielerin des Landesligateams und selbst früher im Vorstand.

„Wie sollen wir in diesem Vorstand konstruktiv weitermachen, wenn man den für Sponsoring und Marketing verantwortlichen zweiten Vorsitzenden einfach so abserviert“, fragte Gordon Brehl. Und er fand niemanden, der darauf eine Antwort wusste. Olaf Klein malte ein düsteres Bild an die Wand. „Das Erste, was morgen passiert, ist, dass die Spieler der ersten Mannschaft weg sind.“

Geschockt reagierte deren Trainer Tihomir Knez, als er vom Verlauf der Versammlung erfuhr. „Das ist unverantwortlich, hier alles gegen die Wand zu fahren. Spieler haben Verträge, die man einhalten muss. Wir holen Bozko Bjelanovic aus Lissabon, der sich in Hemer eine neue Existenz aufbauen will. Was sollen wir dem denn jetzt sagen?“ (Weiterer Bericht folgt)

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