Infrastruktur

Der Parkplatz-Härtetest steht noch aus

Das Parken am Seilersee ist stark reglementiert worden, was viele Autofahrer verunsichert. Im Zweifelsfall wird dieser Bereich angesteuert.

Das Parken am Seilersee ist stark reglementiert worden, was viele Autofahrer verunsichert. Im Zweifelsfall wird dieser Bereich angesteuert.

Foto: Oliver Bergmann

Iserlohn.  Am Sonntag sah das Ordnungsamt rund um die Eissporthalle keine größeren Probleme. Diese Einschätzung wird jedoch nicht uneingeschränkt geteilt.

Der umgebaute Seilersee-Parkplatz hat seine Feuertaufe bestanden – zumindest aus Sicht des Ordnungsamtes. Zum ersten Mal nach dem Umbau des Parkareals traten am Sonntag die Iserlohn Roosters, zu einem Heimspiel in der DEL vor 4054 Zuschauern an.

„Es verlief völlig unspektakulär. Andernfalls hätte es schon am Sonntagabend einen Bericht gegeben“, sagte Jens Rinke, Leiter der Ordnungsamts-Abteilung „Ordnungs- und Gewerbeangelegenheiten“, auf Nachfrage der Heimatzeitung. Lediglich ein paar Verwarnungen habe es laut Rinke gegeben, abgeschleppt worden sei kein einziges Fahrzeug.

Zwei Beschwerden sind allerdings eingegangen. Ein Anlieger beklagte sich über das Parkaufkommen auf der Görrestraße, und auf dem Kirmesplatz am See verlor ein Fahrer den Überblick – er parkte jemand anderen zu. „Auch wir haben mit Spannung verfolgt, was rund um das Roosters-Spiel auf den Parkplätzen passiert“, sagt Rinke. „Letztendlich deutete nichts darauf hin, dass 100 Plätze fehlten. Im Gegenteil: Vereinzelt wurden während des Spiels sogar leere Parkbuchten entdeckt.“ Eine amtliche Empfehlung, wo künftig geparkt werden soll, gibt es daher nicht.

Etwas Verwirrung herrschte in dem völlig neu gestalteten Bereich mit den Bushaltebuchten und den schräg angelegten Parkplätzen. Dort dürfen während der Großveranstaltungen in der Eissporthalle nur jene parken, die vom Veranstalter einen entsprechenden Ausweis erhalten haben. Doch was nützt der Ausweis, wenn die Zufahrt gesperrt ist und niemand in der Nähe ist, der die Barriere beiseite räumt? Licht ins Dunkel bringt Bernd Schutzeigel, Leiter der Roosters-Geschäftsstelle. Er sagt, dass Berechtigte von der anderen Seite heranfahren sollen – und dürfen. Denn auf den letzten Metern wird entgegen der Einbahnstraße gefahren. „Diese Regelung ist mit dem Ordnungsamt so abgesprochen worden“, erklärt Schutzeigel. Diese Erlaubnis gelte bis auf Widerruf. Die Roosters entscheiden auch darüber, ob sich ein Ordner an die Absperrung stellt. Aus Kostengründen wurde zunächst davon abgesehen. „Wenn wir feststellen, dass diese Regelung überhaupt nicht funktioniert, werden wir jemanden an die Zufahrt stellen“, sagt Schutzeigel, der den guten Gesamteindruck des Ordnungsamtes nicht ganz teilen kann.

Was passiert, wenn die Eissporthalle ausverkauft ist?

„Von Zufriedenheit habe ich rund ums Spiel nichts gehört, aber ich könnte jetzt erzählen, wie die Fans geflucht haben.“ Schutzeigel ist auch deshalb noch skeptisch, weil die Eissporthalle mit 4054 Besuchern längst nicht ausverkauft war. Trotzdem hätten sich die eigenen Mitarbeiter einen Parkplatz suchen müssen. „Auf die Dauer ist das alles keine Lösung“ mutmaßt Schutzeigel, der nicht nur mitbekommt, dass viele Besucher auf Parkplatzsuche sind – er registriert auch die Verkehrssituation, wenn alle gleichzeitig wieder nach Hause wollen. „Meiner Meinung nach hilft im Bereich Seilerseestraße/Seeuferstraße/Ziegelstraße nur ein Kreisverkehr.“

Jörg Sprenger, Geschäftsführer der gleichnamigen Unternehmensgruppe aus Sümmern, die Eigentümerin des Nahversorgungszentrums „Baedecker Platz“ ist, teilt viele Bedenken Schutzeigels. Sprenger, selbst Roosters-Fan und Augenzeuge des Spiels am Sonntag gegen Straubing, kommt direkt zur Sache: „Für uns als Eigentümerin des Platzes ist die Situation absolut unbefriedigend.“ Er verließ die Eissporthalle extra einige Minuten vor Spielende, um zu schauen, wie viele Fahrzeuge verbotenerweise auf dem Parkplatz stehen. Er zählte 85. „Das Sonntagsparkverbot besteht aus Rücksicht auf die Anwohner, die von montags bis freitags schon Trouble genug haben. Aus demselben Grund dürfen die Geschäfte auch nicht mehr vor sechs Uhr beliefert werden.“

Ein Auge zuzudrücken fällt ihm schwer, da es häufig noch zu weiteren Unannehmlichkeiten kommt. Bevor die Fans den Parkplatz wieder verlassen, werde auf dem Weg dorthin gegrölt und vor Ort noch schnell die Blase entleert. „Wir werden uns erstmal mit unseren Mietern zusammensetzen, denn um eine Bewirtschaftung des Parkplatzes kommen wir nicht herum.“

Eine besonders heikle Situation befürchtet Sprenger, wenn freitagabends gespielt wird, da zu Spielbeginn um 19.30 Uhr längst noch nicht alle am Baedeker Platz angesiedelten Geschäfte geschlossen haben. Und für den Fall, dass die Roosters dann Düsseldorf, Köln oder Krefeld zu Gast haben, sieht Sprenger schwarz – sowohl im Sinne der Einkaufenden, als auch der Eishockey-Fans. „Dass auch unter der Woche, wenn keine Spiele sind, der Fahrbahnrand der Seilerseestraße zugeparkt ist, zeigt doch die Not, die hier herrscht.“

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