Basketball

Der Youngster ist überall im Fokus

Youngster Marcel Keßen ist aktuell der beste Werfer der Kangaroos.

Youngster Marcel Keßen ist aktuell der beste Werfer der Kangaroos.

Foto: IKZ

Iserlohn.  Basketballer wie er sind begehrt. 2,05 Meter groß, 105 Kilo schwer und gerade einmal 18 Jahre alt, dazu athletisch und dynamisch. Kein Wunder, dass sich Marcel Keßen vor dieser Saison vor Angeboten deutscher Spitzenklubs kaum retten konnte. Doch der Center der Iserlohn Kangaroos entschied sich für einen Verbleib in der Waldstadt und sorgt jetzt in der 2. Bundesliga Pro B für Furore.

Aktuell ist Keßen, der seit 15 Jahren in Nachrodt wohnt, bester Werfer der Waldstädter. Bei seinen fünf Einsätzen hat er 62 Zähler erzielt. Noch beeindruckender sind die 48 Rebounds, die er abgegriffen hat. Für einen jungen Spieler ist das ein Spitzenwert.

Vertraglich ist Marcel Keßen bis Mitte 2017 an Phoenix Hagen gebunden, den Kooperationspartner der Kangaroos, für den er ebenfalls schon zu Einsätzen gekommen ist. So beim erfolgreichen Saisonauftakt in Weißenfels, als ihm in zwölf Minuten zwei Punkte und vier Rebounds gelangen. Die Kehrseite der Medaille: Die zeitgleich gegen Oldenburg spielenden Iserlohner mussten auf ihn verzichten. Das ist eigentlich nicht so vorgesehen, kann aber bei der chronischen Personalknappheit im dünnen Kader des Erstligisten schon einmal vorkommen.

NBA-Star Dirk Nowitzki ist das große Vorbild

Wie wichtig er für seinen Stammverein ist, zu dem er bereits im Alter von sieben Jahren nach einer Probierphase beim Fußball, Tennis und Schwimmen kam, zeigte sich zuletzt wieder in Bochum. Da hielt er seinen erfahreneren, größeren und schwereren Gegenspieler Michael Haucke in Schach. „Ich bin eigentlich nie ängstlich, wenn ich ins Spiel gehe“, sagt Keßen. Sein großes Vorbild ist Dirk Nowitzki, den er gerne einmal treffen würde. Genau da hat ihm sein Trainer Matthias Grothe einiges voraus, denn der hat mit dem Superstar zusammen in mehreren Nationalteams gespielt.

„Er ist seit sechs, sieben Jahren wie ein zweiter Vater für mich“, sagt Keßen über seinen Trainer und ist sich sicher: „Ohne ihn wäre ich nicht da, wo ich heute bin. Ich habe ihm viel zu verdanken.“ Grothes großes Engagement hat sich für den Youngster bislang ausgezahlt. Sowohl bei der U16 als auch bei der U18 spielte er im Nationalteam, wurde von Bayern München zur Teilnahme an einem Euroleague-Turnier eingeladen und durfte im Sommer 2014 mit einigen NBA-Größen in einem Camp in Rom trainieren.

„Das war bislang mein Karriere-Highlight“, so Marcel Keßen. Doch dabei soll es nicht bleiben. Nach erfolgreicher Abiturprüfung setzt er derzeit ganz auf Basketball. Sechs bis sieben Stunden pro Tag trainiert er, schwerpunktmäßig in Hagen, aber auch in Iserlohn. Die deshalb knapp bemessene Freizeit verbringt er mit Freunden oder mit den Eltern.

Sein Ziel ist ein Stammplatz in der ersten Bundesliga

Sportlich hat er sich zunächst einmal zum Ziel gesetzt, sich in der Bundesliga zu etablieren und mit einem Klub auch mal international zu spielen, oder ins Ausland zu gehen. Natürlich ist auch die A-Nationalmannschaft für ihn ein Thema. Im Fokus ist er durch seine Nominierungen beim Nachwuchs ja bereits. Dass es bis dahin allerdings noch ein weiter Weg ist, ist ihm bewusst. „Ich möchte vor allem weiter an meiner Athletik arbeiten“, macht Keßen deutlich. Dafür muss er vor allem die Sommermonate nutzen, weil sonst die „Feinjustierung“ leidet.

Und genau die benötigt er jetzt für die Kangaroos, mit denen er sich gerade nach dem starken Auftritt am Samstag in Bochum auf gutem Weg sieht. „Vor allem wenn wir gut verteidigen, funktioniert unser Spiel. Dennoch glaube ich, dass wir noch mehr können“, sagt der Center, der zwar spielt wie ein „Alter“, aber dennoch häufig der Jüngste ist. Und genau dann muss der Topwerfer bei den Auswärtsspielen auch schon einmal die Tasche mit der mobilen Massageliege tragen - Rookie-Schicksal eben.

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