Jubiläumsfeier

Die besondere Kraft einer Freundschaft

Dachverband-Präsident Burkhard Kowitz (li.) und die PSV-Vorsitzenden Markus Müller und Erich Bönisch (re.) flankieren Freddy Klahold (Mitte) und Bernd Quasnewski (2. v. li.) nach den Ehrungen.

Dachverband-Präsident Burkhard Kowitz (li.) und die PSV-Vorsitzenden Markus Müller und Erich Bönisch (re.) flankieren Freddy Klahold (Mitte) und Bernd Quasnewski (2. v. li.) nach den Ehrungen.

Foto: Helmut Muschiol

Iserlohn.  PSV Iserlohn feiert im rappelvollen Silbersaal das 50-jährige Vereinsjubiläum. Bemühungen für die Zukunft.

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Sportler sind nicht bekannt dafür, als Morgenmuffel zu gelten. So verwunderte es kaum, dass am Sonntagvormittag schon nach wenigen Minuten im rappelvollen Silbersaal der Schauburg bei der Jubiläumsfeier zum 50. Geburtstag des PSV Iserlohn prächtige Stimmung herrschte. Mit russischen Volksliedern heizte der Iserlohner Kosakenchor „Razdolje“ den Gästen ein, schwang sogar Iserlohns stellvertretender Bürgermeister Michael Scheffler das Tanzbein, ehe er in offizieller Funktion für die Stadt ans Rednerpult trat. Der Wunsch des PSV, mit seinen Gästen frohe Stunden in beschwingter und heiterer Atmosphäre zu verbringen, ging also frühzeitig in Erfüllung.

Michael Scheffler gratuliertefür die Stadt Iserlohn

„Am Anfang stand eine Freundschaft.“ So beginnt das Jubiläumsheft und mit diesen Worten eröffnete Markus Müller als PSV-Vorsitzender seine kurze Begrüßungsrede. „Dieser Satz besitzt ein beachtliches Potenzial und viel Kraft. Denn dadurch, dass sich eine Handvoll Freunde vor genau 50 Jahren zusammengetan haben, ist diese Kraft entstanden, die es ermöglicht, dass wir heute unser 50-jähriges Bestehen feiern.“ Und diese Kraft werde in Zukunft erneut benötigt, um rückläufigen Mitgliederzahlen zu begegnen und den Verein für junge Menschen sowie nachfolgende Generationen interessant zu machen.

Im Namen von Rat und Verwaltung der Stadt Iserlohn gratulierte Michael Scheffler zum „stolzen Jubiläum“. Iserlohns stellvertretender Bürgermeister wies auf die wichtige Rolle des Vereins als Bindeglied zwischen der Polizei und der Bevölkerung hin. Dies sei wichtiger als je zuvor angesichts massiv zunehmender gewalttätiger Übergriffe gegen Polizisten, Rettungssanitäter und Feuerwehr. „Die Bedeutung des Vereinssports für ein soziales Miteinander ist groß.“ Scheffler hob auch das immense Maß an freiwilliger, ehrenamtlicher Arbeit im PSV hervor. „Ohne den Einsatz von Vorstand und Helfern hätte der PSV die sportlichen und gesellschaftlichen Erfolge nicht erzielen können.“ Der stellvertretende Landrat des Märkischen Kreises, Detlef Seidel, zeigte derweil noch einmal die Bedeutung der Sportvereine auf. „Sie bieten Menschen vielfältige sowie nachhaltige Möglichkeiten einer gemeinsamen sinnvollen Freizeitgestaltung und fördern das Sozialverhalten.“

Als launiger Hauptredner präsentierte sich Burkhard Kowitz. Der Präsident des Dachverbandes der Polizei-Sportvereine in NRW weilte nicht zum ersten Mal in der Waldstadt, hat die Menschen hier längst kennen und schätzen gelernt. „Ich empfinde hier so viel ehrliche Herzlichkeit, wie kaum bei einem anderen Verein.“ Der Rheinländer war dennoch zunächst erschrocken, weil es Sekt statt Bier beim Empfang gab. Schließlich verbindet er mit Iserlohn auch ein süffiges Pilsner. Das bekam er schnell nachgereicht, feierte er am Sonntag doch gleichzeitig sein 50. Dienstjubiläum.

An jenem Tag, als Kowitz seine Ausbildung als Polizeiwachtmeister begann, trafen sich in der Waldstadt elf Gründungsmitglieder, um den PSV Iserlohn aus der Taufe zu heben. Von denen ist bis heute Bernd Quasnewski ununterbrochen als Kassierer im Vorstand aktiv. „Das“, so Kowitz, „habe ich noch nie erlebt. Mit den Finanzen muss dann ja alles in Ordnung sein.“ Die Gründungsmitglieder seien sich damals bewusst gewesen, mit dem Vereinsnamen Werte wie Zuverlässigkeit, Toleranz, Gewaltfreiheit und Bekämpfung von Rassismus vorzuleben. „Nicht messbar ist, wie viele kriminelle Delikte der Verein verhindert hat, in dem das Landesmotto Sport statt Gewalt umgesetzt und mit jungen Menschen gelebt wurde.“

Bernd Quasnewski undFreddy Klahold geehrt

Der PSV habe geholfen, über den Sport Aggressionen abzubauen und auch Flüchtlinge zu integrieren, die in ihrer Heimat schreckliches Leid erlebten. Sein Dank gelte deshalb allen, die in diesen 50 Jahren ehrenamtlich im PSV Iserlohn gearbeitet haben, wobei das Wort Ehrenamt bei Kowitz keine Priorität genießt. Aber keineswegs, weil er es nicht schätze. Er habe jedoch mitunter den Eindruck, dass die Politik vergisst, dass das Ehrenamt nicht der Ersatz für Aufgaben der Kommunen sei und oft nur unzureichend gewürdigt werde.

Vor Eröffnung des Buffets wurden noch Bernd Quasnewski und der Ehrenvorsitzende Freddy Klahold geehrt, ehe „Änne aus Dröpplingsen“ den offiziellen Teil der Feier beendete. Die Iserlohner Kultfigur überlegt, trotz fehlender „Geh-Wägelein-Abteilung“ dem PSV beizutreten, derweil könnte im Rathaus die Gerüchteküche brodeln. Denn „Änne“ sprach die neben dem stellvertretenden Bürgermeister sitzende Sportausschussvorsitzende Sylvia Patscher stets als Frau Scheffler an. Scheffler errötete nicht und zeigte keine Anzeichen von Nervosität. „Das bin ich von Änne gewohnt, letztes Mal war Dagmar Freitag meine Frau“, nahm er es humorvoll.

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