Basketball

Die Devise lautet Zurückhaltung

Neuzugang Chris Frazier, Cheftrainer Milos Stankovic, Manager Michael Dahmen und Mannschaftskapitän Joshua Damen (von links) sprachen mit IKZ-Sportredakteur Markus Wassmuth über die neue Saison.

Neuzugang Chris Frazier, Cheftrainer Milos Stankovic, Manager Michael Dahmen und Mannschaftskapitän Joshua Damen (von links) sprachen mit IKZ-Sportredakteur Markus Wassmuth über die neue Saison.

Foto: Dennis Echtermann

Iserlohn.  Iserlohn Kangaroos setzen vor dem Start in die Saison 2019/20 auf Understatement.

Bei den ProB-Basketballern der Iserlohn Kangaroos herrscht große Vorfreude - auf die neue Saison, die mit einem zum Teil neuformierten Team die Gelegenheit bietet, sportliche Akzente zu setzen und sich weiter in Richtung ProA-Klub zu entwickeln.

Mit dem Start des neuen Drei-Jahres-Plans ist der Schritt nach oben erst für das Frühjahr 2022 vorgesehen, doch wie Kangaroos-Manager Michael Dahmen betonte, würde man sich auch nicht dagegen wehren, wenn dies früher geschieht. „Wir wollen nur nicht dem Beispiel anderer Klubs folgen, die nicht reif für die Klasse waren, sofort wieder abgestiegen sind und dann in die Regionalliga durchgereicht wurden“, stellt er klar. Als Mindestziel für die am Samstag mit einem Auswärtsspiel in Schwelm startende Serie 2019/20 wurde ganz bescheiden das Erreichen der Play-offs festgelegt.

„In dieser Liga sind viele Teams gut aufgestellt, und es ist stets so, dass der Letzte den Ersten schlagen kann“, weiß Dahmen aus Erfahrung. Nicht zuletzt deshalb hat man sich bei den Iserlohnern in diesem Jahr Zurückhaltung bei der Formulierung des Saisonziels auferlegt.

Großes Kompliment vonStankovic an das neue Team

Trainer Milos Stankovic, der in seine erste komplette Saison als Chefcoach geht, kommt dieses Understatement gelegen. „Für mich sind die 13 Spieler, die ich hier habe, die besten Spieler der Welt, aber es braucht Zeit, bis alle die neue Philosophie verinnerlicht haben,“ macht er deutlich. Für ihn sind die Elemente Verteidigungsarbeit und Engagement entscheidend. „Alles andere wird dann von alleine kommen“, sagt Stankovic, und weiter: „Basketball ist 80 Prozent Defensive.“

Auch Neuzugang Chris Frazier, der in Rostock und bei den Artland Dragons bereits größere ProB/ProA-Standorte kennengelernt hat, kann sich mit der gewählten Zurückhaltung gut anfreunden. „Bei den Dragons haben wir 2017 den Aufstieg als Ziel ausgegeben, und dann sind wir in der ersten Play-off-Runde rausgeflogen. Das war sehr bitter. So wie es jetzt ist, gefällt er mir viel besser“, ist sich der gebürtige Mannheimer sicher, der sich sehr auf die Saison in Iserlohn freut.

Der familiäre Charakter in der Waldstadt hat ihm sofort gefallen. Außerdem war es für ihn nun an der Zeit, mit zwei Kämpfern wie Joshua und Ruben Dahmen, mit denen er sich in der jüngeren Vergangenheit in den Zweikämpfen nichts geschenkt hat, nun gemeinsam gegen andere zu kämpfen.

Kapitän Joshua Dahmen stimmt da wohlwollend zu und streicht heraus, dass die neu formierte Mannschaft gegenüber dem letztjährigen Kader den Vorteil haben wird, dass man mit den aktuellen Spielertypen viel in Bewegung sein wird. „Da stellt sich keiner irgendwo hin und wartet auf den Ball. Wir sind stets bereit für den Extra-Pass und die bessere Wurfposition“, verdeutlicht er.

Solche Aussagen hören Milos Stankovic und Michael Dahmen natürlich gerne. Der Manager ist sich sicher, dass die aktuelle Mannschaft besser aufgestellt ist als jene der letzten Saison. „Das zeigen mir die Eindrücke aus der Vorbereitung. Und das obwohl wir unsere drei Topwerfer mit Lamar Mallory, Nikita Khartchenkov und Gabriel de Oliveira verloren haben.“

Spätverpflichtung Elijah Allenwar der fehlende Baustein

Dahmen ist davon überzeugt, dass auch die Teamchemie besser ist als vor einem Jahr. „Mit Elijah Allen haben wir jetzt noch den fehlenden Baustein gefunden. Seine späte Verpflichtung war sogar echtes Glück. Auch er benötigt nicht viel Eingewöhnungszeit, denn einige Spieler kannten ihn schon“, so Dahmen. Was ihn aber besonders freute war die Tatsache, dass die anderen drei Neuzugänge bereits vier Wochen vor dem Trainingsauftakt in Iserlohn waren, um sich mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut zu machen. „So etwas hat es hier noch nie gegeben“, berichtet er.

Dennoch warnt Trainer Milos Stankovic davor, zu hohe Erwartungen an die Mannschaft zu haben. „Ich habe viel vor mit den Jungs, aber vielleicht waren die sieben Wochen Vorbereitung zu wenig, um alles zu vermitteln“, äußert er sich. Besonders wichtig ist es für ihn, dass sich die Mannschaft von Training zu Training und von Spiel zu Spiel steigert. Startrekorde wären zwar schön, doch wichtiger sei es, dass sich die Mannschaft in den Play-offs in Topform befindet.

Chris Frazier bittet die Iserlohner Fans nicht zuletzt deshalb in der Anfangsphase um Verständnis, wenn es vielleicht mal zwei Niederlagen in Folge gibt. „Wir haben Spaß daran, in der Defensive zu ackern, und uns fehlen aktuell nur noch ein paar Schritte, bis wir da sind, wo wir hin wollen“, macht er deutlich. Und dann wären die Kangaroos definitiv bereit, den von Michael Dahmen noch einmal ins Spiel gebrachten Status als erfolgreichstes ProB-Team der letzten fünf Jahre weiter auszubauen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben