IKZ-Sportlerwahl

Die Ehrung der IKZ-Sportler des Jahres 2018

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Joanna Spieckermann

Joanna Spieckermann

Foto: Michael May

Iserlohn:   Basketball-Krimi wurde in der ersten Verlängerung entschieden, in der zweiten standen die Favoriten der Leser im Mittelpunkt.

„Da haben wir doch ein schönes Spektakel zur Einstimmung geboten“, meinte Michael Dahmen, der Manager der Iserlohn Kangaroos, beim gemütlichen Plausch nach der IKZ-Sportlerehrung. Die war am Samstag eigentlich als Verlängerung des Pro-B-Showdowns zwischen dem Team von Milos Stankovic und dem Gast aus Oldenburg gedacht, doch dann sorgten die Basketballer selbst für die Overtime und mit dem Sieg für absolute Hochstimmung in der Matthias-Grothe-Halle.

IKZ-Sportlerwahl 2018: Die Preisverleihung
IKZ-Sportlerwahl 2018: Die Preisverleihung

„Crazy!“ So lautete Justin Floreks Kommentar zu diesem Spiel. Der Kapitän der Iserlohn Roosters sah zum ersten Mal überhaupt Basketball live und war begeistert von der Atmosphäre. Bei seinen Spielbesuchen abseits des Eishockeys hat er derzeit offenbar Hochspannung gebucht. Denn vor zwei Wochen war er erstmals in Dortmund beim BVB und sah das 3:3 gegen Hoffenheim – nach 3:0-Führung der Borussen.

Sein Teamkollege Lean Bergmann ist, anders als seine Freundin Carina, nicht unbedingt der leidenschaftliche Basketball-Zuschauer, aber die Partie am Samstag gefiel ihm. Am Ende seines außergewöhnlich erfolgreich verlaufenen ersten DEL-Jahres räumt er die zunehmende Müdigkeit ein. Dass die Roosters die Play-offs verpassen, beschert ihm aber mehr Regenerationszeit vor der WM-Vorbereitung mit der deutschen Nationalmannschaft. „Wir haben ein tolles Team, ich freue mich schon auf das Turnier.“

In der kommenden Saison spielt Bergmann in Mannheim und ist froh, dass die Zahl der langen Busfahrten zu Auswärtsspielen reduziert wird. „Das ist echt stressig.“ Am Samstag waren kurzfristig seine Großeltern zur Begleitung mit zum Basketball gekommen. „Er wohnt bei uns in Rheinen, seit er wieder in Deutschland ist“, berichtete Prof. Heinrich Schnatmann, der die steile Karriere des Enkels sehr intensiv verfolgt. Und nicht nur für ihn wäre es logisch, wenn Lean zum „Rookie des Jahres“ gewählt würde. „Doch diesmal stimmen Fans ab und kein Expertengremium. Da weiß man nie, wie so etwas ausgeht.“

Weitspringerin Joanna Spieckermann und ihr Trainer Tobias Ernst, die beide für den dritten Platz bei der Sportlerwahl ausgezeichnet wurden, hatten kompetente Begleitung aus dem TVD-Vorstand dabei. Denn Vereinschef Andre Mörschler und der sportliche Leiter Christian Ritter sind Stammgäste bei den Kangaroos. Mörschler hatte zur Pause kein gutes Gefühl („ich fürchte, wir verlieren das“), und er zeigte sich irritiert über die Schiedsrichterleistung. „Auf diesem Niveau muss man eigentlich bessere Leute erwarten.“ Auch für Joanna Spieckermann sind Besuche beim Basketball kein Neuland. „Mein Bruder hat mal gespielt, und ich sehe das wirklich gern.“

Auch Taekwondo-Trainer Carlos Esteves hat über die Familie Bezug zu den Kangaroos, denn seine Söhne Joey und Mike spielen in der fünften Mannschaft. Das Spiel gegen Oldenburg verfolgte er mit dem Trainerblick. „Strategie, Schnelligkeit und Spannung machen den Reiz dieser Sportart aus.“ Ebenso wie sein Schützling Laura Goebel hatte er Platz zwei belegt, und beide freuten sich mächtig, dass eine Randsportart in der Lesergunst so weit oben stand. Dabei hatten sie die Teilnahme an der Ehrung schon abgesagt, weil am Wochenende ein Turnier in Ägypten auf dem Programm stand. Doch die Reise fand dann doch nicht statt.

Ein Serienmeister bekommt den lang ersehnten Pokal

Die größte Pokalsammlung gibt es mittlerweile bei Verena Walter, die bereits zum siebten Mal Sportlerin des Jahres wurde. „Und die Pokale sind alle noch da.“ Die Triathletin startet in der nächsten Woche zum ersten Frühjahrs-Trainingslager nach Mallorca und will den Grundstein für eine gute Saison legen.

Die geht bei Handballern allmählich in die Endphase, und HTV-Ass Moritz Frenzel machte sich am Samstag schon einmal Gedanken, ob er bei seinem künftigen Verein SG Schalksmühle wohl auch in den Genuss kommen kann, in eine Sportlerwahl-Kandidatenliste aufgenommen zu werden. Derzeit denkt er jedoch primär an einen bestmöglichen Abschluss mit den Hemeraner Oberliga-Handballern und an den 27. April. „Dann bestreite ich mein letztes Spiel für den HTV, und das wird ein sehr emotionaler Tag.“

So wie Frenzel mussten sich auch die Rollhockey-Spielerinnen der ERG Iserlohn beeilen, um rechtzeitig zur Ehrung am Hemberg zu sein. Denn auch sie hatten zuvor ein Meisterschaftsspiel zu bestreiten – das natürlich gewonnen wurde. „Ehrlich gesagt hatte ich die Hoffnung schon aufgegeben, dass wir bei dieser Wahl einmal einen Pokal bekommen würden,“ meinte Maren Wichardt, die Spielertrainerin des Serienmeisters. Umso mehr freute sich das ERGI-Team, dass es diesmal klappte. Der Pokal für den dritten Platz wird einen Ehrenplatz bekommen, auch wenn er derzeit noch einen kleinen Schönheitsfehler hat. Das Sportart-Emblem zeigt Inliner und keine Rollschuhe. Aber das wird noch korrigiert – versprochen!

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