Basketball

Die Einstellung als Kernproblem?

Malte Schwarz und die Iserlohn Kangaroos enttäuschten gegen Lok Bernau auf ganzer Linie und müssen nun Ursachenforschung betreiben.

Malte Schwarz und die Iserlohn Kangaroos enttäuschten gegen Lok Bernau auf ganzer Linie und müssen nun Ursachenforschung betreiben.

Foto: Max Winkler

Iserlohn.   Mit Einzelgesprächen und Videoanalysen arbeiten die Kangaroos die Heimschlappe gegen Bernau auf.

Diese Partie war der Tiefpunkt einer Saison für die ProB-Basketballer der Iserlohn Kangaroos, die nach tollem Start sportlich in den letzten Wochen zunehmend aus dem Ruder gelaufen ist. Nach dem tristen 70:92 gegen Bernau herrschte in der Matthias-Grothe-Halle Ratlosigkeit.

Eine schlüssige Erklärung fand Mannschaftskapitän Joshua Dahmen auch zwei Tage später nicht, dennoch waren seine Äußerungen von klarer Selbstkritik gekennzeichnet. So stellte er die Frage: „Wie kann es sein, dass es bei uns in einem Heimspiel an der Einstellung hapert?“ Vor allem das dritte Viertel sei hier exemplarisch gewesen. „Da haben wir defensiv katastrophal agiert. Das zeigen schon die 31 kassierten Punkte. Fehler passieren, aber nicht in Serie. Früher hat es uns ausgezeichnet, dass wir im vierten Viertel noch zwei Gänge höher geschaltet haben und so manche Partie herumgerissen haben. Diesmal war da nichts“, macht der Spielführer deutlich.

Statt einer Trainingseinheit stand am Montagabend eine Besprechung mit einer intensiven Videoanalyse auf dem Programm „Es ist gut, wenn man die eigenen Fehler noch einmal klar vor Augen geführt bekommt“, so Dahmen. Doch wie soll es weitergehen? Am Samstag muss das Team wieder auswärts ran und zwar beim Farmteam des Mitteldeutschen BC in Sandersdorf im Großraum Halle.

„Ich denke wir sollten jetzt nicht mehr nach Heim- und Auswärtsspiel unterscheiden. Viel wichtiger ist, dass wir uns als Team wiederfinden“, fordert Joshua Dahmen. Er räumt ein, dass man bislang noch in keiner vergleichbaren Situation gewesen ist. Und er sagt auch: „Wenn wir in die Play-downs müssten, würde das dem jahrelangen Aufwärtstrend des Vereins schaden. Wir sollten mit aller Macht die Play-offs schaffen.“

Derzeit sind vier Mannschaften auf den Plätzen sechs bis neun mit je 20 Zählern punktgleich, und auch Dresden als Zehnter kann Platz acht noch aus eigener Kraft erreichen. Die Tabelle wird stets nach dem direkten Vergleich berechnet. Da die hier platzierten Teams aus Bochum, Itzehoe, Iserlohn und Schwelm bereits alle relevanten Partien untereinander absolviert haben, ist Bochum Sechster, weil das Team vier Siege erzielt hat. Itzehoe und Iserlohn folgen mit je drei Siegen, Schwelm weist zwei auf. Für die Reihenfolge zwischen Itzehoe und Iserlohn ist der direkte Vergleich zwischen beiden Kontrahenten maßgeblich, und hier haben die Norddeutschen die besseren Karten.

Milos Stankovic beklagt fatale Abwärtsspirale

Natürlich kann es an den letzten beiden Spieltagen noch Veränderungen geben, aber nur mit Erfolgen lässt sich einer Millimeter-Entscheidung entgehen.

Niedergeschlagen wirkte auch Trainer Milos Stankovic. Er stellte aber auch fest: „Wir haben 25 Minuten gut gespielt. In den folgenden zehn Minuten ist dann alles den Bach runtergegangen.“ Das größte Problem sei derzeit, dass sich die Mannschaft zu sehr mit ihren Fehlern beschäftige und dann in eine fatale Abwärtsspirale gerät. „Und natürlich müssen wir in aller erster Linie in der Defensive Leistung bringen“, so der Coach, der mit Einzelgesprächen mit den Spielern wieder auf Kurs kommen will – auch mit Nikita Khartchenkov. „Wir hatten eine kleine Meinungsverschiedenheit. Das kommt vor und wird geklärt“, kündigt Milos Stankovic an.

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