Leichtathletik

Die Geselligkeit genießt besondere Priorität

ürgen Mesling mit dem Megafon, das er beim Hennener Silvesterlauf zur Begrüßung der Läufer vor dem Start nutzt.

ürgen Mesling mit dem Megafon, das er beim Hennener Silvesterlauf zur Begrüßung der Läufer vor dem Start nutzt.

Foto: Privat

Hennen.  Jürgen Mesling leitet seit zehn Jahren den Lauftreff des SC Hennen. Er wurde vom Fußballer zum Marathon-Absolventen.

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Die wichtigste Veranstaltung ist noch in bester Erinnerung. Am letzten Tag des vergangenen Jahres freute sich Jürgen Mesling, Lauftreffleiter beim SC Hennen, über den tollen Zuspruch beim sportlichen Jahresausklang. 241 Aktive kamen zum 38. Silvesterlauf seines Vereins ans Naturstadion. Von dort aus ging es ganz entspannt ins Ruhrtal.

Mit ihrem Konzept, ohne Zeitmessung, gemeinschaftlich das alte Jahr laufend oder „walkend“ zu beenden, liegen die Hennener offenbar voll im Trend und liefern den Gegenentwurf zu jenen Veranstaltungen, bei denen es vor allem um Sekunden, Pokale und Preise geht.

Vor rund zehn Jahren hat Jürgen Mesling die Federführung beim Lauftreff und schließlich auch bei diesem sportlichen Event übernommen. „Ich bin über meine Frau Susanne vor bald 20 Jahren mit dem Lauftreff in Berührung gekommen“, erzählt der 57-Jährige. Im Herzen sei er ein Ballsportler. In der Jugend und in den ersten Seniorenjahren spielte er für den SSV Kalthof Fußball. „Es waren die goldenen Jahre beim Kalthofer Nachwuchs, als dort alle Talente der Umgebung eingesammelt wurden“, denkt er gerne an jene Zeit zurück, in der er unter anderem mit dem späteren Bundesliga- und Nationalspieler Uli Borowka kickte.

Schwerere Knieverletzungen beendeten Fußballkarriere

Zwei schwere Knieverletzungen und die berufliche Ausbildung bei der Polizei ließen die Karriere dann aber früh ausklingen. Der Kontakt zu vielen Mitspielern von damals ist allerdings bis heute geblieben und wird hin und wieder auch bei Treffen der Alten Herren mit Leben erfüllt.

Entsprechend kritisch beäugt wurde Jürgen Mesling dann auch, als er Anfang der 90er Jahre nach Hennen zog. Die Rivalität zwischen Kalthofern und Hennenern bekam er in den ersten Jahren schon mal zu spüren, doch heute gilt er als „eingemeindet“. „Meine Frau kam aus Dortmund, und so haben wir uns irgendwo in der Mitte getroffen“, so Mesling, der betont, wie gerne er im Iserlohner Norden, und besonders in Hennen lebt.

Da war es auch naheliegend, dass er vor Ort am Vereinsleben teilnahm. Irgendwann war er auch vom Laufsportvirus infiziert und begann für den ersten Halbmarathon zu trainieren. „Das ging relativ unkompliziert, und dann habe ich zusammen mit einem Nachbarn und späteren Freund die Vorbereitung auf einen Marathon absolviert“, erinnert er sich. In Essen, Duisburg oder Hamburg lief er schließlich mehrfach die 42,195 Kilometer, einmal sogar unter drei Stunden und 30 Minuten.

Zu jener Zeit wurde er auch vom damaligen Lauftreffleiter Manfred Felsmann angesprochen, ob er nicht dessen Nachfolge übernehmen wolle. „Ich habe mir das zunächst gut überlegt, denn wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig“, sagt Jürgen Mesling. Schließlich sagte er zu, besuchte einige Lehrgänge des Kreissportbundes und heute trifft er sich zweimal pro Woche mit zehn bis 15 Gleichgesinnten an der ehemaligen Hauptschule in Hennen. Von dort aus geht es auf die wechselnden Strecken. „Wir haben auch noch rund zehn Walker, aber die organisieren sich selbst“, verrät der Lauftreffleiter, der sich über Zuwachs jeweils montags und donnerstags um 18 Uhr freuen würde.

„Voraussetzung ist allerdings, dass man 30 Minuten ohne Pause laufen kann“, macht er deutlich, dass eine Teilnahme für jene Interessenten wenig sinnvoll ist, die bei null beginnen. Dennoch betont Jürgen Mesling, dass es vor allem um Geselligkeit und bisweilen auch lockere Gespräche bei der sportlichen Betätigung geht – ein Schwerpunkt, der sich ja auch immer wieder beim Silvesterlauf zeigt.

Darüber hinaus ist die Abschlussfeier immer wieder ein Fixpunkt im Kalenderjahr der Lauftreffler des SC Hennen, die ihre weiteren sportlichen Aktivitäten wie Teilnahmen an Veranstaltungen anderer Vereine eher individuell regeln.

Dies lässt Jürgen Mesling, der als Hauptkommissar bei der Kriminalpolizei arbeitet, Raum für andere Freizeitbeschäftigungen. Der Vater einer 27-jährigen Tochter und eines 24-jährigen Sohnes, die ebenfalls beide beim SC Hennen aktiv waren, fährt gerne mit dem Rad, pflegt die Kontakte zu seinen alten Weggefährten nach Kalthof und ist seit 35 Jahren überzeugter Dauerkarteninhaber bei Borussia Dortmund.

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