Badminton

Die Lage ist ernst, aber hoffnungsvoll

Nina Brenzel und Stuart Whittington beim Training mit den LTV-Jugendspielern.

Nina Brenzel und Stuart Whittington beim Training mit den LTV-Jugendspielern.

Foto: Oliver Bergmann

Iserlohn.   In drei heimischen Vereinen wird Badminton gespielt. Niemand ist ohne Sorgen.

Diese Mitteilung ließ aufhorchen: „Die Jugend befindet sich derzeit in einer personellen Notlage, die nicht einmal mehr einen geregelten Spielbetrieb zulässt. Hier sieht es für die künftige Saison derzeit wirklich düster aus. Sehr schade für die Leistungsträger, die, um bei den Senioren mitspielen zu können, leider noch zu jung sind.“ Nein, das waren tatsächlich keine guten Neuigkeiten, die Undine Rodermund, Pressesprecherin der Badminton-Abteilung des Letmather TV, kurz nach der Jahreshauptversammlung mitteilte.

Inzwischen wird beim LTV die Lage grundsätzlich optimistischer beurteilt, obwohl das Problem weiterhin besteht „Wir planen, eine verkleinerte Mini-Jugend-Mannschaft zu melden“, erklärt Juniortrainer Tobias Schulz. Das Team würde pro Spieltag zwei Doppel und vier Einzel bestreiten und dadurch denen, die in diesem Jahr der Schülermannschaft entwachsen, eine Perspektive bieten. Damit gehört der Verein zu den Ausnahmen in der heimischen Badminton-Landschaft. Mit der Iserlohner Turnerschaft und dem TB Leckingsen nehmen nur noch drei Vereine am Spielbetrieb teil, für Leckingsen spielen sogar hauptsächlich Jugendliche. Dieser Bereich ist es, der David Klein, Trainer und Jugendwart, derzeit am wenigsten Sorgen bereitet.

Spielgemeinschaft als Antwort auf die Probleme

Der Turnerbund steht in engem Kontakt zu den Grundschulen. „Wir sprechen mit den Lehrern. Das gibt uns hin und wieder einen Schub, aber das Interesse flacht nach einer Weile wieder ab. Bei uns fehlt es im Erwachsenenbereich vorne und hinten an aktiven Mitgliedern. Das macht es für die Jugend schwieriger.“ Um überhaupt ein Team stellen zu können, wird mit dem TuS Lendringsen eine Spielgemeinschaft gebildet, die in der abgelaufenen Saison als SG Lendringsen/Leckingsen auch recht ordentliche Ergebnisse erzielt hat und in der Bezirksliga Nord Dritter wurde. An den Trainingstagen ist die Turnhalle der Grundschule Hennen, die zugleich auch Heimspielstätte ist, ausgelastet. „Wir haben auch eine Hobbygruppe, da ist die Beteiligung relativ hoch“, fügt David Klein hinzu.

Wo eine Schule in der Nähe ist, geht es der Badminton-Jugend gut – das lässt sich durchaus sagen. Von der Nähe zum Gymnasium, dessen Turnhalle genutzt wird, profitiert auch der LTV. Abteilungsleiter Jens Rodermund: „Wir generieren viele Spieler vom Gymnasium. Aber die beginnen nach dem Abitur häufig ein Studium oder gehen anderswo hin. Dadurch verlieren wir immer wieder gute Spieler.“ Groß ist die Freude, wenn es die Ehemaligen wieder in die alte Heimat zieht. Der Schritt zurück zum LTV ist dann nur noch ein ganz kleiner. Rodermund, der die 1984 gegründete und 118 Mitglieder starke Abteilung seit einem Vierteljahrhundert führt, beobachtet aber noch etwas anderes: „Im LTV gibt es eine hohe Durchlässigkeit zwischen den Abteilungen. Wir haben zum Beispiel Handballer und Mitglieder der früheren Basketball-Abteilung bei uns.“ Auch dadurch behauptet sich der Klub als lokale Nummer eins im Badminton. Die erste Seniorenmannschaft spielte 2018/19 zum dritten Mal in der Landesliga, konnte die Klasse aber erneut nicht halten. Die zweite Mannschaft trat in der Kreisliga an. In der Überlegung ist laut Rodermund, eine dritte Mannschaft zu melden.

ITS hat die Jugendlichen,aber keine Mannschaft

Am Nußberg ist mit der Iserlohner TS der dritte Verein heimisch, der über eine Badminton-Abteilung verfügt. Geleitet wird sie von Christian Dettmer – und das recht erfolgreich. Zwei Seniorenteams starteten zuletzt in der Meisterschaft, eines in der Bezirksliga, das zweite in der Kreisliga. Auch 15 Jugendliche kommen regelmäßig. „Aber die sind altersmäßig zu weit ausein­ander, deswegen haben wir keine Jugendmannschaften im Spielbetrieb.“ Zudem registrierte Dettmer zuletzt einen sprunghaften Anstieg an Hobbyspielern, deren Gruppe aus bis zu 20 Mitgliedern besteht. „Wenn von denen jemand mehr möchte, reicht ein Satz.“ Müsste er die Situation der Abteilung nach Schulnoten beurteilen, würde er eine zwei minus oder eine drei plus vergeben. „Es gibt Vereine in der Umgebung, die wesentlich schlechter dran sind als wir“, begründet er. Dem Badminton-Sport bescheinigt er grundsätzlich eine hohe Attraktivität. Aber bis er auf dem Radar der Jugendlichen auftaucht, ist es meistens schon zu spät. „In den Schulen wird häufig erst angefangen, wenn die Schüler 13 oder 14 Jahre alt sind. In diesem Alter haben die meisten ihre Sportart bereits gefunden.“

Auch abseits des Meisterschafts- und Trainingsbetriebs tut der Verein eine Menge. So richtet er am Samstag, 25. Mai zum dritten Mal die „Iserlohner Summer Classics“ aus. An dem Mixed- und Doppelturnier für Jedermann können auf vier Feldern neben Hobbyspielern auch ambitionierte Aktive teilnehmen, die sich niveaumäßig zwischen Kreisklasse und Verbandsliga bewegen. Anmeldungen werden per E-Mail unter anmeldung-iserlohnerts@gmx.de angenommen. Anmeldeschluss ist am Samstag, 11. Mai.

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