Eishockey

Die Leidenschaft ist zurückgekehrt

Schon wieder ein Tor: Gegen Berlin gab es das vielbeschworene Roosters-Hockey zu sehen.

Schon wieder ein Tor: Gegen Berlin gab es das vielbeschworene Roosters-Hockey zu sehen.

Foto: Dennis Echtermann

Iserlohn.  Bei den Iserlohn Roosters ist in den jüngsten drei Spielen ein Aufwärtstrend unverkennbar.

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Erst der Sieg bei Angstgegner Nürnberg, dann der leidenschaftliche Auftritt in Mannheim, auf den am Sonntag der spektakuläre Triumph gegen die Eisbären Berlin folgte: Die Iserlohn Roosters haben nach der Krise rund um die Weihnachtsfeiertage Schwung geholt und sind vielversprechend ins neue Jahr gestartet. Nur der Blick auf die Tabelle ist kein angenehmer, die Mannschaft steht weiterhin auf dem letzten Platz. Doch der Aufwärtstrend ist unverkennbar, das findet auch der Manager, der mit einem unverwechselbaren Christian-Hommel-Statement zustimmt. „Das waren tatsächlich mal drei Spiele, in denen keiner böse sein musste, dass er für uns Geld ausgegeben hat.“

Gleichzeitig warnt Hommel vor zu hohen Erwartungen. Er verweist darauf, dass man weiterhin in einem Prozess stecke, in dem es auch zu Rückschlägen kommen kann. „Für uns ist jedes Spiel wie ein Play-off-Spiel. Wir haben keine Zeit uns auszuruhen, sondern müssen stets eine hohe mentale Qualität abrufen. Die Mannschaft hat was, sie ist auf einem guten Weg, das haben auch die meisten Zuschauer verstanden.“ Hommel hofft vor allem, dass jetzt die Diskussion um den angeblich schwachen Charakter des Teams verstummt. „Wir haben so viele Ausfälle, spielen mit Tobias Schmitz aus Herne und hauen Berlin weg. Und dieses Team soll keinen Charakter haben?“

Mit den Verteidigern Daine Todd, Chris Rumble Jens Baxmann sowie den Stürmern Mike Hoeffel und Marko Friedrich mussten fünf Akteure verletzungsbedingt ersetzt werden, und noch bis Freitag rechnete man ja damit, dass Janik Möser auflaufen darf. Dann hielt die DEL ein Stoppschild hoch. Der 24-Jährige musste Hals über Kopf seine Zelte in Iserlohn abbrechen und zurück zu den Adlern Mannheim, weil beiden Vereinen irrtümlich eine falsche Wechselfrist mitgeteilt wurde.

Hommels Ärger hält sich jedoch in Grenzen. „Es ist ein Fehler gemacht worden, aber das kann jedem mal passieren. Es war für uns alle eine emotionale Situation. Auch Janik war natürlich geknickt, er wollte unbedingt gegen Mannheim spielen, aber er ist mit der Situation wie ein Profi umgegangen.“

Mit Tim Fleischer war ein weiterer Spieler in aller Munde, obwohl er gar nicht mit den Roosters auf dem Eis stand. Er erkämpfte stattdessen mit der U20-Nationalmannschaft den Klassenerhalt bei der Weltmeisterschaft in Tschechien.

Stürmer Tim Fleischer spielte eine starke U20-WM

In den Relegationsspielen gegen Weißrussland glänzte er als Torschütze und Vorbereiter. Hommel, der ihn vor Ort beobachtet hat, schwärmt: „Es ist geil, was der Junge für einen Prozess durchmacht. Das hat er sich zu 80 Prozent selbst erarbeitet.“ 20 Prozent dürfe aber auch der Verein für sich in Anspruch nehmen. „Wir haben ihn schließlich mitentwickelt. Das Beispiel Fleischer zeigt doch jedem jungen Deutschen, dass es nicht verkehrt ist, nach Iserlohn zu gehen.“ Jetzt ist die Hoffnung groß, dass Fleischer den WM-Schwung mit nach Iserlohn bringt.

Hommel denkt dabei aber nicht nur an seinen aktuellen Stürmer, den er heute zurück in Iserlohn erwartet, sondern auch an dessen Nationalmannschafts-Sturmpartner Louis Brune oder an Nikita Alexandrov, der mit der russischen U20-Auswahl nach einem dramatischen Schlussdrittel 3:4 gegen Kanada verlor (er erzielte das 1:0) und letztendlich Vizeweltmeister wurde. Alle drei, also Fleischer, Alexandrov und Brune feierten 2016 mit dem IEC die Deutsche Schülermeisterschaft. „Auch Brooks Macek oder Lean Bergmann gehören zu den jungen Leuten, die bei uns gereift sind“, ergänzt Christian Hommel.

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