Eishockey

Die Roosters entdecken das Toreschießen

Soeben hat Daniel Weiß das 4:0 erzielt, Freude und Erleichterung sind ihm anzusehen.

Soeben hat Daniel Weiß das 4:0 erzielt, Freude und Erleichterung sind ihm anzusehen.

Foto: Dennis Echtermann

Iserlohn.  Eisbären Berlin kommen am Seilersee unter die Räder. Iserlohn trifft viermal in den ersten sieben Minuten.

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Dank einer kämpferisch starken Leistung feierten die Iserlohn Roosters gegen die Eisbären Berlin ihren zehnten Saisonsieg. Und erstmals seit dem 1:0 gegen München am 13. Dezember gelang auch endlich wieder ein Heimerfolg. Drei Powerplaytore in einer Partie hat man auch lange nicht mehr gesehen. Trotzdem bleibt die rote Laterne am Seilersee.


Iserlohn Roosters - Eisbären Berlin 5:2 (4:0, 0:1, 1:1). Frohes Neues Jahr! Diesen Gruß hörte man im Vorfeld des ersten Heimspiels des Jahres im weiten Rund der Eissporthalle gestern Nachmittag sehr häufig. Und dieses frohe neue Jahr legten die Roosters auch auf dem Eis hin. Im Duell zweier dezimierter Mannschaften gelang den Hausherren einen furioser Start. Zunächst profitierte das Team von Trainer Jason O`Leary von einer frühen Hinausstellung gegen die Gäste. Von Alex Petan in Szene gesetzt, nahm Jamie MacQueen Maß und zirkelte die Scheibe genau zwischen Torwart und Pfosten ins Netz.

Zwei Tore: Powerplay-Jobs zunächst vorbildlich erledigt

Der Torjubel war kaum verhallt, schlug es erneut auf Eisbärenseite ein. Nach dem Wiederanspiel zog Bobby Raymond kurz hinter der roten Linie einfach auf das Berliner Gehäuse, in dem Neuzugang Pogge keine Reaktion zeigte und die Scheibe verdutzt passieren ließ. Für ihn war der Arbeitstag damit beendet, Dahm rückte zwischen die Pfosten. Doch auch der letztjährige Roosters-Goalie wurde kalt erwischt. Konnte er noch den ersten Schlagschuss von Raymond parieren, war er beim zweiten Mal geschlagen. Michael Clarke hatte Iserlohns Kapitän per Rückhand mustergültig bedient. Damit wurde auch die zweite Powerplayphase genutzt.

Aber der Torreigen sollte weitergehen. Alex Dmitriev brachte die Scheibe vors Tor, Neal Samanski scheiterte im ersten Versuch an Dahm, Daniel Weiß stocherte im Nachsetzen den Puck über die Linie. Nach sieben Minuten führten die Roosters mit 4:0! Im neuen Jahr schien auch das Schussglück an den Seilersee zurückgekehrt zu sein. Dazu machte auch der bis dahin wenig beschäftigte Andreas Jenike zwischen den Pfosten einen Klassejob. Einen scharfen Streu-Schuss entschärfte er sicher und hatte auch das Glück, dass Tobias Schmitz vor Dietz zur Stelle war (7.). Später sicherte Jenike mit guten Paraden gegen Pföderl, Sheppard (13.) und Ortega (14.) den Vier-Tore-Vorsprung ab. Ebenso gut funktionierte das Unterzahlspiel. Eng gestaffelt vor Jenike, ließ die Roosters-Box wenig zu und verhinderte, dass die Eisbären nach Abprallern zu Nachschüssen kamen.

Mit einer doppelten Unterzahl starteten die Roosters in den Mittelabschnitt. Erik Buschmann und Dieter Orendorz hatten sich unnötige Strafzeiten eingefangen, was prompt bestraft wurde. Hördler platzierte die Scheibe unhaltbar in den rechten Winkel. Sollte Berlin wie zuletzt gegen Bremerhaven wieder eine Aufholjagd beginnen? Bestimmt hatte auch das Spiel zur Vorbereitung von Jason O’Leary gehört, denn die Sauerländer machten es besser als das Liganordlicht. Zudem nahm sich Berlin mit Strafzeiten immer wieder selbst aus dem Spiel. Andreas Jenike behielt derweilen die Übersicht und brauchte bis Drittelende nicht mehr hinter sich greifen.

Bedenken gab nur das nun schwache Powerplay der Roosters. Eine erneute Vier-Tore-Führung hätte sicherlich für mehr Ruhe gesorgt. Die beste Chance besaß Mike Halmo bei angezeigter Strafe gegen die Gäste. Sein Bauerntrick-Schuss rutschte entlang der Torlinie und wurde von einem Berliner weggekratzt. Die Schiedsrichter sicherten sich per Videobeweis ab. Zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt handelte sich Jake Weidner zwei Minuten vor Drittelende noch eine Strafe ein. Berlin setzte im Powerplay Jenike durch Rankel, Noebels und Labrie unter Dauerbeschuss.

Auf Bobby Raymonds Worte folgen Taten

„Wir müssen dem Druck standhalten und das Spiel wieder mehr in die Hand nehmen“, forderte Doppeltorschütze Raymond für den letzten Abschnitt bei Magenta-Sport. Das Vorhaben schien zunächst nicht aufzugehen. Denn Noebels brachte Berlin im zweiten Nachsetzen auf 2:4 heran. Sollte es in der letzten Viertelstunde nun doch eng werden? Die Roosters kontrollierten die Partie und ließen nicht mehr viel zu. Stattdessen sorgte MacQueen mit dem dritten Powerplaytreffer für die Entscheidung.

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