Eishockey

Die Überraschung liegt wieder in der Luft

Die Iserlohn Roosters verloren trotz guter Leistung mit 2:4 gegen RB München

Die Iserlohn Roosters verloren trotz guter Leistung mit 2:4 gegen RB München

Foto: Michael May

Iserlohn.  Kämpferisch absolut überzeugende Roosters müssen sich München erst im Finish knapp geschlagen geben.

Gegen das Starensemble von der Isar sind die Roosters in dieser Saison wirklich zu besonderen Leistungen fähig. Auch wenn diesmal kein Überraschungserfolg gelang, so durfte sich die Mannschaft bei der Schlusssirene doch den Beifall der zufriedenen Fans abholen. Denn sie hatte alles gegeben und dem Favoriten das Leben bis zuletzt überaus schwer gemacht. Aber der war unter dem Strich besser und gewann somit verdient.


Iserlohn Roosters - Red Bull München 2:4 (1:2, 0:0, 1:2). Wenn es in der Endphase einer Saison keine echten Ziele mehr gibt, wird ja gern betont, dass man selbstverständlich um die bestmögliche Platzierung kämpfen werde. So verlautete es auch aus dem Roosters-Lager, und man durfte gespannt sein, ob nach der Länderspielpause den Worten Taten folgen würden. Fakt ist: Jason O’Learys Cracks haben geliefert. Sie wirkten engagiert und waren jederzeit bemüht, den Tabellenführer in Bedrängnis zu bringen. Aber der hatte keinerlei Interesse an ähnlichem Ungemach wie beim letzten Auftritt am Seilersee (0:1) und machte sofort Druck. Münchens individuelle Klasse war offenkundig, das Team besaß das Gros der guten Möglichkeiten und führte nach dem ersten Abschnitt folgerichtig.

Starker Andi Jenike hält seine Mannschaft im Spiel

Es bedurfte allerdings einer doppelten Überzahl, um die Roosters erstmals entscheidend zu treffen. Bei der besten Powerplaymannschaft der Liga überraschte der erfolgreiche Abschluss nicht, aber auch die Sauerländer wissen mittlerweile, dass sich eine Überzahl lohnen kann. Sehenswert herausgespielt war Mike Halmos Ausgleichstreffer (12.). Ehe die Hausherren daraus wirklich neue Stärke beziehen konnten, lagen sie aber wieder zurück. Seidenberg hatte erneut Maß genommen, Andi Jenike sah die Scheibe sehr spät und musste sie passieren lassen.

Natürlich richteten sich zu Beginn die Blicke auch auf den Debütanten Alex Blank, der gleich in der Starting Six das Spiel beginnen durfte. Aber er blieb nicht in der ersten Reihe, diesen Part übernahm Julian Lautenschlager. Der Youngster wechselte in die vierte Reihe zu Dmitriev und Weiß, wo er noch keine Akzente setzen konnte. Aber es geht ja auch ums Reinschnuppern.

Der Mittelabschnitt bescherte den Hausherren gleich zu Beginn eine Ausgleichschance durch Brody Sutter. Ob der Puck hinter der Linie war oder nichts, analysierten die Referees in einem arg langen Videostudium und entschieden: Kein Tor. Ansonsten passierte erheblich mehr auf der anderen Seite. München dominierte, spielte zuweilen aber über Gebühr für die Galerie und versäumte den konsequenten Abschluss. Die Roosters blieben jedoch ein hartnäckiger Widersacher.

Sie attackierten, gingen keinem Zweikampf aus dem Weg und stemmten sich gegen einen höheren Rückstand. Dass der nicht Realität wurde, war jedoch in erster Linie Andi Jenike zu verdanken, der gegen Bourque und Gogulla tolle Paraden zeigte. Da mag sich mancher Münchner an den letzten Auftritt am Seilersee erinnert haben, als der Keeper Jonas Neffin hieß und die Scheibe überhaupt nicht über die Linie ging.

Diesmal startete der Favorit zumindest mit einer Führung in den Schlussabschnitt, aber die war in Sekundenschnelle dahin. Die Roosters waren sofort präsent, und Jake Weidner gab dem verdutzten EHC-Keeper Fießinger das Nachsehen. Die Hausherren wollen sich eben nicht nur Fleißpunkte verdienen, sondern Punkte, die sich auf dem Konto bemerkbar machen. Sie zwangen München in einen offenen Schlagabtausch mit einem Höhepunkt in der 46. Minute, als zunächst Parkes und direkt im Anschluss Tim Fleischer erstklassige Chancen besaßen.

Die Iserlohner verhinderten, dass die Gäste noch einmal Druck aufbauen konnten, aber zum entscheidenden Schlag, um das Spiel zu drehen, reichte es doch nicht. Auch nicht in der letzten Überzahl, die wirkungslos verpuffte. Als sich die Overtime bereits deutlich abzeichnete, schlug München zu. In Person von Parkes per Bauerntrick, doch dem glänzenden Jenike konnte man in dieser Szene absolut keinen Vorwurf machen. Schließlich hatte er wesentlich dazu beigetragen, dass dieses Spiel so lange spannend blieb. Und dafür gab es nach der Sirene eine Extraportion Applaus.

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