Eishockey

Die Youngster treffen, und Andi Jenike hält

Endlich wieder Jubel bei den Roosters. Gegen Bremerhaven hab es einen 5:1-Erfolg.

Endlich wieder Jubel bei den Roosters. Gegen Bremerhaven hab es einen 5:1-Erfolg.

Foto: STEFAN ARENd

Iserlohn.  Engagierte Roosters lassen gegen glücklose Bremerhavener den Worten Taten folgen und beenden die Talfahrt.

Alle Welt redete vom „Black Friday“, und angesichts der jüngsten Roosters-Schwächen hätte ein „schwarzer Freitag“ am Seilersee ja ins Bild gepasst. Doch der stand nie zur Debatte, die Iserlohner beendeten ihre Krise! Mit einer engagierten Leistung schafften sie die Wende, ließen vielen Worten Taten folgen, erwischten die personell gebeutelten Fischtown Pinguins aber wohl auch im richtigen Moment.


Iserlohn Roosters - Fischtown Pinguins Bremerhaven 5:1 (2:0, 2:1, 1:0). Stichwort Personal: Nur die lädierten Marko Friedrich und Daine Todd sahen bei den Hausherren zu, der Rest der Crew erhielt die Bewährungschance - und nutzte sie. Nach der Talfahrt der letzten Wochen war es für die Sauerländer natürlich das erste Ziel, die beispiellose Torflaute zu beenden. Mit trostlosen 212 Minuten waren sie ins Spiel gegangen, aber sie ließen nur noch 3:41 Minuten folgen. Der Torschütze: Tim Fleischer. Bezeichnenderweise durfte sich also einer der Youngster feiern lassen, die angesichts der enttäuschenden Vorstellungen mancher Leistungsträger mehr Eiszeit bekamen. Er drehte eine Runde um das Bremerhavener Tor, schoss im richtigen Moment und gab Ersatzkeeper Cerveny das Nachsehen.

Nach 3:41 Minuten beendetTim Fleischer die Durststrecke

Das war Erleichterung pur für die Roosters, die bis dahin von einer Torannäherung abgesehen hatten. In einem ersten Drittel, in dem beide Seiten nicht verhehlen konnten, dass sie gerade nicht in einem Leistungshoch unterwegs sind, setzten die Norddeutschen zwar mehr Offensivakzente, doch Andreas Jenike ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Auf der Gegenseite wurde aber endlich die Schussquote auf ein akzeptables Maß geschraubt. Einige Rückgaben waren zwar darunter, aber bis zum zweiten Tor ließen sich die Roosters nur elf Minuten Zeit. Alex Grenier war der umjubelte Torschütze, und diesen Vorsprung ließen sich die Hausherren auch in zwei Unterzahlsituationen nicht nehmen. Ein Anfang war gemacht.

Dass diese Führung im zweiten Abschnitt sogar ausgebaut werden konnte, bedurfte einer besonderen Energieleistung der Gastgeber, denn sie spielten fast die Hälfte dieses Drittels in Unterzahl. Zweimal besuchten auch Bremerhavener Akteure die Strafbank, so dass das Fünf gegen Fünf die Ausnahme blieb. Deutlich wurde, dass das Powerplay hüben wie drüben nicht zu den bevorzugten Übungen gehört. Ein Tor fiel allerdings, und das schossen die Pinguins. Sogar schön herausgespielt durch Verlic in doppelter Überzahl. Es war die härteste Prüfung für die aufopferungsvoll kämpfende Roosters-Defensive, denn Jake Weidner hatte sich nach einem Check gegen Mauermann fünf Minute plus Spieldauer eingehandelt. Und als dann eine Bankstrafe hinzu kam, gab es für den glänzenden Jenike und seine Vorderleute kaum eine Verschnaufpause.

Aber es blieb bei diesem einen Gegentreffer in Unterzahl, und endlich einmal vollzählig gaben die Roosters die passende Antwort. Alex Petan zog auf der rechten Seite ab und donnerte die Scheibe unter die Latte. Das Tor war nach der Stressphase wie eine Befreiung, und es kam noch besser. Eine Minute vor Drittelende war Julian Lautenschlager mit seinem Premierentor an der Reihe. Effizienz bewiesen die Iserlohner in diesem Abschnitt ohne Frage, während Bremerhaven über mangelndes Glück und Jenikes Paraden lamentieren konnte.

Was würde von den Pinguins im Schlussabschnitt noch kommen? Ein Aufbäumen gegen die drohende Niederlage gab es auf jeden Fall, aber die Mannschaft fand keine Lösung, um die Iserlohner Defensive entscheidend auszuhebeln. Weil die Hausherren nun der Strafbank fernblieben, gelang es auch, den gegnerischen Ansturm zu kontrollieren.

Ein Tor hätte allerdings schlagartig für Spannung gesorgt, so dass ein fünfter Iserlohner Treffer erstrebenswert gewesen wäre. Doch mehr als eine gute Möglichkeit für Findlay (49.) gab es zunächst nicht, bis die Pinguins zweieinhalb Minuten vor Schluss ihren Keeper vom Eis nahmen und jener Brett Findlay mit einem Schuss ins leere Tor den Schlusspunkt setze. Danach durfte der Siegesjubel auf den Rängen intensiviert werden, mit einem „Oh, wie ist das schön“ wurde die Mannschaft verabschiedet und Andreas Jenike mit Sprechchören gefeiert. Denn ohne ihn wäre der Turnaround wohl nicht so glatt gegangen.

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