Basketball

Die Zeit für die neuen Körbe drängt

Schon im Sommer hatten sich Funktionäre, Lehrer und Trainer zu einem runden Tisch zum Thema Mini-Basketball getroffen.

Schon im Sommer hatten sich Funktionäre, Lehrer und Trainer zu einem runden Tisch zum Thema Mini-Basketball getroffen.

Foto: Privat

Iserlohn.  Mehr als 18.000 Euro sind nötig, um in Iserlohn künftige Verbandsvorgaben zu erfüllen.

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Für die jüngsten Nachwuchsspieler gibt es in den meisten Teamsportarten „Marscherleichterung“. Fußballer und Handballer spielen auf kleinere Tore, beim Volleyball stehen weniger Akteure als bei den Erwachsenen auf dem Feld. Die Basketballer bildeten da jahrzehntelang eine Ausnahme. Lediglich die Bälle sind etwas kleiner und leichter als das bei den Älteren der Fall ist.

International hat man das Problem schon lange erkannt. So wurden in vielen Ländern die Körbe abgesenkt. Von den üblichen 3,05 Metern ging es hinunter auf 2,60 m. Deutschland war beim Blick auf die Landkarte das letzte Land in Europa, das zumindest flächendeckend noch nichts unternommen hatte. Dementsprechend wurde 2019 eine Offensive gestartet, um auch diese Sportart kindgerechter zu gestalten.

Ohne absenkbare Körbe keine Top-Nachwuchsarbeit

Als sich im Sommer bei den Iserlohn Kangaroos unter dem Motto „Wir holen die Körbe runter“ Funktionäre, Trainer und Lehrer zu einem runden Tisch trafen, war auch für Deutschland eine Neuregelung längst beschlossene Sache. Bis zur Altersstufe U12 sollen künftig auf 2,60 Meter absenkbare Körbe Standard sein. Mehr noch: Wer ab der Saison 2020/21 diese Neuerungen nicht anbietet, mischt nicht mehr in den höchsten Spielklassen mit.

Somit stehen die Iserlohn Kangaroos, die mit ihrem großen Mini- und Grundschulbereich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Standort auch über den Westdeutschen Basketballverband hinaus geworden sind, unter Druck. Seit Frühjahr diesen Jahres befindet man sich mit der Stadt Iserlohn über diese kostspieligen Veränderungen, die zudem in vielen Hallen individueller Lösungen bedürfen, im intensiven Dialog. Mehr als 18.000 Euro sind erforderlich, um in allen in dieser Form genutzten Sporthallen absenkbare Körbe einzubauen oder zumindest vorzuhalten.

10.500 Euro entfallen davon auf den Bereich der Grundschul-Sporthallen. In dieser Schulform sind die Kangaroos seit Jahren sehr erfolgreich unterwegs. 5500 Euro müssten in der Matthias-Grothe-Halle investiert werden, 2600 in der Almelohalle. Erfolgt sind derartige Investitionen bereits am Bömberg, wo das Geld aus dem Schuletat kam sowie im Wiesengrund, wo der Förderverein die Initiative übernommen hat.

Sportdezernent Martin Stolte, Schulamtsleiter Wolfgang Kolbe und das Sportbüro mit seinem Leiter Ralf Horstmann werden sich deshalb auch in Kürze zusammensetzen, um Lösungen zu finden und auszuloten, welche Töpfe sich für die Investitionen anzapfen lassen. Ob sich gleich alle Projekte verwirklichen lassen, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass die Zeit drängt. In Hagen, einer Stadt mit extrem eingeschränkten Möglichkeiten im Haushalt, befand man die Umsetzung für so wichtig, dass die benötigten fast 50.000 Euro bewilligt wurden.

Das oberste Ziel lautet: Kinder in Bewegung bringen

„Wir dürfen in Iserlohn nicht abgehängt werden“, macht Zlata Dahmen, Nachwuchskoordinatorin bei den Iserlohn Kangaroos, deutlich und verweist auf die zahlreichen Aktivitäten des Vereins, Kinder in Bewegung zu bringen. Neben den Schul-AGs und dem Training in den Altersklassen U6 und U8 sowie den Kreismeisterschaften der Grundschulen, ist auch die Grundschulliga ein fester Bestandteil dieses Konzepts, das in der Region einzigartig ist. „Und das machen wir nicht nur aus Eigennutz, sondern, um Kindern generell den Spaß an der Bewegung zu vermitteln.“

Damit das gelingt, werden auch schon einmal die Regeln angepasst. So spielt die Grundschulliga in den Pausen der ProB-Spiele zwar weiter auf die 3,05 m hohen Körbe, um Punkte zu erzielen, muss der Ball aber nicht mehr zwingend durch Korb und Reuse. Pro Volltreffer gibt es zwar weiter drei Punkte, doch wenn der Ball das Brett berührt ist das künftig auch einen Punkt wert.

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