Eishockey

Dylan Yeo erlöst die Iserlohn Roosters nach Zitterpartie

Lean Bergmann (hier im Hinspiel) erzielte gestern in Straubing sein 19. Saisontor.

Lean Bergmann (hier im Hinspiel) erzielte gestern in Straubing sein 19. Saisontor.

Foto: Michael May

Straubing.   Die Iserlohn Roosters gingen mit einer 4:1-Führung in Straubing in das Schlussdrittel, kassierten dann den Ausgleich und siegten dennoch.

Nach einem kuriosen Match mit einer 4:1-Führung und dem zwischenzeitlichen 4:4 setzten sich die Iserlohn Roosters gestern bei den heimstarken Straubing Tigers knapp durch. Allerdings: Boden konnten sie im Kampf um die Play-offs nur gegenüber Krefeld gutmachen, denn sowohl Berlin als auch Nürnberg (nach 0:2-Rückstand) siegten. Drei Spieltage vor Hauptrundenende kann den Sauerländern bei acht Punkten Rückstand nur noch ein Wunder helfen. Sicher ist aber: Tabellenletzter können sie nicht mehr werden.


Straubing Tigers - Iserlohn Roosters 4:5 (0:2, 1:2, 3:1). „Wir müssen gewinnen“, forderte Topscorer Jon Matsumoto im Interview bei „Magenta Sport“, als er auf die Play-off-Chancen angesprochen wurde. Aber man habe es nicht allein in der Hand - was später die Ergebnisse untermauerten. Doch ihre Pflichtaufgabe lösten die Iserlohner, zunächst mit bemerkenswerten Kaltschnäuzigkeit und schlussendlich mit Glück sowie dank starker Paraden von Niko Hovinen und eines erfolgreichen Distanzschusses des Ex-Straubingers Dylan Yeo.

Bis zum 4:1 kaltschnäuzig, aber danach überfordert

Dass sich noch eine Zitterpartie entwickeln würde, war nach 40 Minuten und einer 4:1-Führung nicht zu erwarten. Die Gäste spielten sehr effektiv und gingen nach verhaltenem Beginn mit der ersten Chance in Führung. Die erzielte mit Alexander Dotzler ein Akteur, der noch bis Dezember für Straubing gespielt hatte und nach einer eigene Aussage mit gemischten Gefühlen in dieses Duell gegangen war. Der Aushilfsstürmer setzte sich bei seinem ersten Saisontreffer gegen zwei Gegenspieler und auch Zatkoff durch (15.). Nur 135 Sekunden später erhöhte Travis Turnbull, exzellent von Evan Trupp bedient. Zwei Chancen, zwei Tore - mehr geht nicht.

Das zweite Drittel verlief zunächst sehr zerfahren. Iserlohn hatte etwas mehr vom Spiel. Glücklich kamen die Hausherren zum Anschlusstreffer, denn nach einer schnellen Kombination traf Connolly, sein Schuss war leicht abgefälscht worden (28.). Ein Wirkungstreffer? Nein, denn der IEC spielte unbeeindruckt weiter und erarbeitete sich einige Möglichkeiten. Eng drohte es zu werden, als Christopher Fischer nach einem völlig unnötigen Foul in die Kühlbox musste. Doch die Roosters überstanden diese Druckphase, und Fischer machte seinen Fauxpas wett, als er von der Strafbank kommend den Puck erhielt, auf Zatkoff zusteuerte und den Goalie tunnelte - klasse. Aber es folgte noch ein weiterer Leckerbissen, diesmal durch Lean Bergmann, der mit seinem 19. Saisontor nur 61 Sekunden später auf 4:1 erhöhte. Die Roosters steuerten scheinbar souverän auf Siegkurs (38.).

Eine ärgerliche Strafe gegen Marko Friedrich brachte die Bayern jedoch direkt nach Wiederbeginn zurück ins Spiel. Denn mit seinem 28. Saisontor verkürzte Topscorer Williams auf 2:4, nachdem unmittelbar zuvor Daschner den Pfosten getroffen hatte. Das war das Signal zum Sturmlauf der Tigers, die die Roosters minutenlang einschnürten. Diesem gewaltigen Druck hatten die Gäste nichts entgegenzusetzen. Die Iserlohner schwammen, konnten sich nicht befreien und mussten - fast schon logisch - den Anschlusstreffer hinnehmen. Pfleger ließ mit seinem mächtigen Schuss dem starken Hovinen keine Chance (47.). Das Match war wieder völlig offen, aber Straubing hatte weiterhin deutliche Vorteile. Der Ausgleich lag immer wieder in der Luft, denn die Hausherren schossen aus allen Rohren. Hovinen hatte alle Hände voll zu tun, war aber bei Connollys Distanzschuss machtlos (53.) - 4:4! Unfassbar!

Nun drohte sogar die Niederlage, denn Straubing spielte weiter wie im Rausch. Aber die Roosters hatten Glück und holten dann zum entscheidenden Schlag aus durch Yeos Distanzschuss (55.). Bis der Dreier jedoch unter Dach und Fach war, musste noch gezittert werden.

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