Nachruf

Ein außergewöhnlicher Mensch, der eine Iserlohner Eishockey-Ära prägte

Als der  ECD bei seinem Comeback sofort die Oberliga-Meisterschaft gewann, wurde Heinz Weifenbach auf Händen getragen.

Als der ECD bei seinem Comeback sofort die Oberliga-Meisterschaft gewann, wurde Heinz Weifenbach auf Händen getragen.

Foto: IKZ

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enn man heute an die wohl unvergessliche Zeit seines Wirkens zurück denkt, dann tauchen viele Bilder auf. Mit der Zigarre als Coach an der Bande stehend - oder beim Bad in der jubelnden Menge mit dem Oberliga-Meisterpokal in der Hand. Vielleicht auch das mit dem vergitterten Torwarthelm auf dem Kopf, in Anspielung an die drohende Inhaftierung. Wahrscheinlich darf auch die Szene in Gaddafis Zelt vom legendären Libyen-Trip nicht fehlen. Es gibt eine Menge Bilder mit und zu Heinz Weifenbach. Und noch mehr Geschichten rund um die schillerndste Figur der Iserlohner Eishockey-Historie .

Natürlich wird sein Name immer mit der spektakulären Werbung für das Grüne Buch verbunden bleiben, mit der er die Politik gegen sich aufbrachte. Dazu der Crash des ECD, das ewige Sommertheater, die Pfändungen, der Prozess wegen Steuerhinterziehung, die Haftstrafe.

Weifenbach war immer die Idealbesetzung für eine One-Man-Show. Er spielte am liebsten nach seinen Regeln, machte sich viele Gegner und hatte keine Probleme damit, denen in der ihm eigenen Sprache seine Missbilligung mitzuteilen. So mögen viele diesen Mann in Erinnerung haben. Aber sie werden ihm damit nicht gerecht.

Heinz Weifenbach kam aus einfachen Verhältnissen, begann eine Maurerlehre, um Geld für das Familienbudget zu verdienen. Gern hätte er studiert, aber das ließen die Umstände nicht zu. Er arbeitete sich in der Baubranche hoch, verdiente als Unternehmer ein Vermögen, weil er stets auch ein exzellenter Verkäufer war. In seinem ECD-Dorf Deilinghofen schuf seine Firma einen neuen Ortsteil, im Volksmund noch heute „Weifenhofen“ genannt.

Wer häufiger mit ihm zusammen war, lernte einen Menschen mit vielen Begabungen und breitem Wissen kennen, der wunderbar erzählen und sich wie ein Kind über Kleinigkeiten freuen konnte. „Weißt du noch, damals mit Heinz?“ So beginnen noch heute viele Eishockey-Anekdoten, in deren Mittelpunkt der „Big Boss“ stand.

1981 wurde er ECD-Vorsitzender und erbte eine immense Schuldenlast. Ob es die Roosters heute gäbe, wenn der Verein damals in der Versenkung verschwunden wäre und man sich mit unterklassigem Sport arrangiert hätte? Weifenbach verhinderte das. Er war es gewohnt, auf der Gewinnerseite zu stehen und startete durch. Das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft war 1986 der bisher größte Erfolg einer Iserlohner Mannschaft. „Mit den Rahmenbedingungen des IEC wären wir Meister geworden“, hat er einmal gesagt. Vermutlich wäre es so gekommen, wenn seine Regeln nur lange genug gegolten hätten.

Bei seinen Spielern und den Fans genoss dieser Mann stets großes Ansehen. Wegen seiner Leidenschaft für das Eishockey, die ihn ein Vermögen kostete, wegen des unermüdlichen Kampfes für seinen ECD und gegen alle Widrigkeiten. „Heinz aufs Eis“ war lange Zeit Kult am Seilersee, und er selbst genoss diese Ovationen.

Sein letzter Besuch in der Eissporthalle liegt schon lange zurück. In den letzten Jahren, in denen er im Rheinland lebte, verließ ihn mehr und mehr die Kraft. Bereits am 21. Februar ist Heinz Weifenbach im Alter von 75 Jahren gestorben. Er wird in Erinnerung bleiben als ein Vorsitzender, der polarisierte und der deshalb von vielen Seiten nie die Würdigung erfuhr, die er aufgrund seiner Leistungen für das Eishockey verdient hatte.

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