Eishockey

Ein deprimierender Auftakt

Die Iserlohn Roosters verloren ihr erstes Play-off-Match mit 2:5.

Foto: Michael May

Die Iserlohn Roosters verloren ihr erstes Play-off-Match mit 2:5.

Iserlohn.   Pinguins erzielen im letzten Drittel drei Treffer innerhalb von fünf Minuten.

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und so war man gestern Abend in Roosters-Kreisen bemüht, die Auftaktschlappe zum Start der 1. Play-off-Runde schnell abzuhaken und auf die Chance in Duell Nummer zwei am Freitag an der Nordsee zu verweisen - gewiss nicht zu unrecht. Wenn die Sauerländer allerdings den Bremerhavener Matchball abwehren und sich selbst einen für den kommenden Sonntag erspielen wollen, bedarf es einer deutlichen Leistungssteigerung gegenüber dem gestrigen Auftritt. Der war vor allem im letzten Drittel deprimierend.


Iserlohn Roosters – Fischtown Pinguins Bremerhaven 2:5 (0:0, 1:1,1:4). „Wir sehen uns am Sonntag zu Spiel drei hier wieder“, drückte auch Hallensprecher Volker Halfmann die Hoffnung aus, die dieser K.o.-Modus nun einmal bietet. Und dass die Roosters am letzten Hauptrundenwochenende nach der Pleite gegen Schwenningen in München Comeback-Qualitäten gezeigt haben, nährt diese Zuversicht.

Allerdings ist da aber auch noch der Kontrahent von der Unterweser. Denn der demonstrierte Stärke, obwohl er nicht in kompletter Besetzung angetreten war. Beeindruckend war, wie kaltschnäuzig die Pinguine im letzten Drittel zuschlugen, als Iserlohn schwächelte und verunsichert war.

Ausgleich nur 134 Sekunden nach dem Rückstand

Die Absicht, zunächst die Defensive abzusichern, war bei beiden Teams zu spüren. Und so neutralisierten sie sich im ersten Drittel weitgehend, bis auf einige wenige Schüsse auf beiden Seiten sprangen keine nennenswerten Offensivaktionen heraus, beide Torhüter hatten keine Probleme. Auch ihre Unterzahlspiele überstanden beide Mannschaften schadlos. Allerdings wirkten die Gäste vielfach schnörkelloser und konsequenter. Bei Iserlohn blieb vieles Stückwerk. Mit einem Chancenplus für die Norddeutschen ging es torlos in die Pause.

Iserlohn konnte das zweite Drittel in Überzahl beginnen, aber gut funktionierte das Powerplay grundsätzlich nicht. Die Heimischen taten sich schwer, sich festzusetzen, häufig wurde zu spät oder zu unplatziert geschossen. Aber auch Bremerhaven fand mit einem Spieler mehr kein Durchkommen. Zur Hälfte der Partie wurden die Aktionen der in Schwarz aufgelaufen Waldstädter zwingender, aber weder aus der Distanz noch aus der Nähe gelang ein Erfolg. Auch das dritte Powerplay ließ das Daum-Team verstreichen. Aber im Vergleich zum ersten Abschnitt schoss das IEC nun häufiger. Allerdings: Die Führung erzielten die Gäste. Denn Bergman sah den in der Mitte durchgestarteten, gänzlich freien Mauermann, legte ihm mustergültig auf, und der ließ Dahm keine Chance (38.) Aber noch vor dem Wechsel fiel in der nicht ausverkauften Halle der Ausgleich, wenn auch glücklich. Denn als Blaine Down nicht einmal fest von der blauen Linie abzog, griff Pöpperle daneben. Pech hatte dann Florek, denn sein erfolgreicher Unterzahlkonter war erst nach der Pausensirene abgeschlossen worden. Die Partie blieb offen.

Karsten Mende ist von einem dritten Spiel fest überzeugt

Dass allerdings sollte sich im Schlussabschnitt innerhalb kürzester Zeit ändern, nun kam es knüppeldick für die Sauerländer. Denn nachdem Alexander Bonsaksens Befreiungsversuch misslang, hatte Mauermann freie Bahn. Er kam zunächst zwar nicht an Keeper Dahm vorbei, doch hinter dem Tor stehend schoss er den Goalie an, von dort ging die Scheibe ins Netz (43.). Keine zwei Minuten später folgte der nächste Schlag bei einer angezeigten Strafe gegen Marko Friedrich, Lampl traf zum 3:1. Bremerhaven nutzte die Verunsicherung und erhöhte durch Urbas (48.). Mit drei Treffern innerhalb von knapp fünf Minuten hatten die Gäste das Match entschieden.

Als Lampl dann nach übler Attacke gegen Boris Blank in die Kabine musste, keimte Hoffnung auf. Doch weil Chris Brown wenig später eine Strafe kassierte, war die Chance auf ein fünfminütiges Powerplay dahin. Sechs Minuten vor dem Ende fiel mit Friedrich nach einem ungeahndeten Check eine treibende Kraft aus, so dass die Aktien weiter schwanden. Daran konnte auch Jack Combs später Treffer nichts ändern, dem das unbedeutende Empty-net-Tor folgte. Nun muss das eintreffen, was Iserlohns Manager Karsten Mende in der Pause bei „Sport 1“ erklärt hatte: „Wenn wir verlieren, was ich nicht glaube, dann gewinnen wir am Freitag und machen am Sonntag alles klar.“ Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik