Eishockey

Ein Eishockeyfest trotz Regen und Schlamm

Auch Collin Danielsmeier stellte sich den Fragen von Rudi Müllenbach.

Auch Collin Danielsmeier stellte sich den Fragen von Rudi Müllenbach.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Jubiläumsüberraschungen: Mike Yorks Trikot kommt unter das Hallendach, Collin Danielsmeier ist Botschafter.

Irgendwann im Laufe des Nachmittags, als wieder ein kräftiger Regenschauer über dem Fritz-Kühn-Platz niederging, wurde der Begriff „Woodstock-Wetter“ geprägt. Nun spielte die Musik bei der Jubiläumsparty der Iserlohn Roosters nur im Rahmenprogramm eine Rolle, aber beim Blick auf den Untergrund, den Schlamm und die Pfützen, lag der Vergleich ja schon ein wenig nahe. Zwischen 1000 und 1500 Besucher fanden sich über den Nachmittag verteilt auf dem Partygelände ein, und viele waren schon zur Eröffnung vor Ort.

Denn sie wollten zur Einstimmung den viel gelobten Film „Die Eishölle am Seilersee“ auf der Großleinwand erleben, und es dürfte nicht wenige ausdauernde Besucher gegeben haben, die ihn zum Abschluss der Veranstaltung gleich noch einmal anschauten. Die Stimmung in den ersten Stunden litt jedoch unter den massiven Regenfällen, so dass unter den Sonnenschirmen sowie den Vordächern der Getränkestände dichtes Gedränge herrschte. Für die auf dem Gelände verteilten Liegestühle hatte logischerweise niemand Verwendung.

Das Organisationsteam der Roosters hatte ein buntes Programm zusammengestellt, das auf der Bühne in diversen Talkrunden interessante Gäste zusammenführte, und in dem von der ersten IEC-Mannschaft aus der Saison 1994/95, dem aktuellen Roosters-Team, Vertretern der Fans sowie der Nachwuchsabteilung das gesamte Spektrum aus 25 Jahren Iserlohner EC abgebildet wurde. Wer dieses verfolgen wollte, musste jedoch unter dem Regenschirm vor der Bühne ausharren, denn im VIP-Bereich, in dem Geschäftsstellenleiter Bernd Schutzeigel rund 200 Gäste zählte, bekam man davon nichts mit. Aber hier wie auch auf der Freifläche ging es eben auch um das Treffen mit Freunden und Bekannten, um das Fachsimpeln, das Schwelgen in Erinnerungen und um die Prognosen für die Mitte September startende neue DEL-Saison.

Zu Beginn des Hauptprogramms erfolgte aber zunächst die große Rückblende, auf die bei den Roosters großer Wert gelegt wurde. Denn sie fühlen sich ihrer Tradition verpflichtet, so dass die Keimzelle des Eishockeys im Sauerland noch einmal besonders betont wurde. Diesen Part übernahm Detlef Franke, früherer ECD-Torwart, dessen Vater Hanskarl oftmals als Geburtshelfer des EC Deilinghofen im Jahr 1959 bezeichnet wurde. Er schilderte die Passion seines Vaters, dessen Einsatz für angemessene Sportmöglichkeiten der Jugendlichen und seine bis ins hohe Alter anhaltende Eishockey-Leidenschaft. „Er hatte immer großen Respekt vor den Leistungen eines Heinz Weifenbach, Wilhelm Gosselke oder Engelbert Himrich, und heute würde er sicher den Einsatz der Gesellschafter hervorheben, ohne den die Roosters ja nicht denkbar wären.“

Von der ECD-Leidenschaft bis zur Roosters-DNA

Die Leidenschaft, die einst in Deilinghofen ihren Ursprung hatte, soll heute ein wichtiger Bestandteil der Roosters-DNA sein. Aber die besondere Stimmung am Seilersee und die außergewöhnlichen Fans gehören auch dazu. „Ich hoffe, dass wir noch lange in dieser kleinen Halle spielen, und mein sehnlicher Wunsch ist es, einmal deutscher Meister zu werden“, sagte der Fanbeauftragte Peter Herentrey unter dem Applaus seiner Zuhörer. Und er fügte hinzu: „Dann zeigen wir den Großen einmal, wie man sowas richtig feiert.“ Bis dahin könnte ja noch ein wenig Zeit vergehen, aber die Roosters haben in ihrem Jubiläumsjahr demonstriert, dass sie neue Wege gehen und sich breiter aufstellen wollen.

Am Spielerkader und Trainerstab ist es bereits ablesbar, und jetzt wird es erstmals einen offiziellen Botschafter des DEL-Klubs geben. Und der heißt Collin Danielsmeier, der Rekordspieler des Vereins. „Er kann mit Sicherheit sehr überzeugend die Eishockeybegeisterung in der Region transportieren“, sagte Klubchef Wolfgang Brück. Danielsmeier betonte, dass es ihn mit Stolz erfülle, diese Aufgabe zu übernehmen. „Denn ich liebe diesen Klub.“ Es soll in Zukunft weitere Botschafter geben, aber auf eine Zahl wollte sich Brück nicht festlegen. Eine andere wird dagegen im Herbst 2020 eine besondere Rolle spielen - die „78“.

Nach Jörg Schauhoff und Dieter Brüggemann wird Mike York als drittem Spieler die Ehre zuteil, dass sein Trikot unter das Hallendach gezogen und die Nummer fortan nicht mehr vergeben wird. Riesenapplaus brandete auf, als der frühere Kapitän in einer Videobotschaft zugeschaltet wurde und sich für die Auszeichnung bedankte. Zum ersten Heimspiel der Saison 2020/21 will er in Iserlohn sein und der Zeremonie beiwohnen.

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